Pfennig nicht kan
gefordert werden; so werden doch weni-
ge seyn/ die dieses
honorarium nicht entrichten. Darum
ist allerdings Vorsehung zu thun/ daß niemand durch Un-
terlassung der Beichte/ oder Aenderung des ordentlichen
Beicht-Vaters/ jemand etwas entziehe/ was er ihm son-
sten gelieffert
c).
§.
VII. Daß ein Fürste/ wo die privat-Beichte im
Gebrauch ist/ diejenigen/ so aus der Beichte schwatzen/ scharf
bestraffet/ ist allerdings recht und billig. Es ist auch die-
ses die gröste Billigkeit/ daß er nicht gestattet/ wenn die
Unter-Obrigkeit/ einen Priester wegen des gebeichteten
zum Zeugnüß zwingen will. Allein diese Verschwiegenheit
rühret aus menschlicher Ordnung her. Menschliche Ge-
setze müssen nach dem Nutzen des gemeinen Wesens er-
kläret werden. Darum kan ein Fürste/ wenn wichtige
Ursachen vorhanden/ einen Beicht-Vater zur Aussage an-
halten a). Die privat-Beichte wird dadurch an sich selbst
nicht
(Recht der Beicht-Stühle.) c c c
Pfennig nicht kan
gefordert werden; ſo werden doch weni-
ge ſeyn/ die dieſes
honorarium nicht entrichten. Darum
iſt allerdings Vorſehung zu thun/ daß niemand durch Un-
terlaſſung der Beichte/ oder Aenderung des ordentlichen
Beicht-Vaters/ jemand etwas entziehe/ was er ihm ſon-
ſten gelieffert
c).
§.
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Gebrauch iſt/ diejenigen/ ſo aus der Beichte ſchwatzen/ ſcharf
beſtraffet/ iſt allerdings recht und billig. Es iſt auch die-
ſes die groͤſte Billigkeit/ daß er nicht geſtattet/ wenn die
Unter-Obrigkeit/ einen Prieſter wegen des gebeichteten
zum Zeugnuͤß zwingen will. Allein dieſe Verſchwiegenheit
ruͤhret aus menſchlicher Ordnung her. Menſchliche Ge-
ſetze muͤſſen nach dem Nutzen des gemeinen Weſens er-
klaͤret werden. Darum kan ein Fuͤrſte/ wenn wichtige
Urſachen vorhanden/ einen Beicht-Vater zur Auſſage an-
halten a). Die privat-Beichte wird dadurch an ſich ſelbſt
nicht
(Recht der Beicht-Stuͤhle.) c c c
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anderer beym Beicht-Weſen vorkommender Sachen.
Pfennig nicht kan gefordert werden; ſo werden doch weni-
ge ſeyn/ die dieſes honorarium nicht entrichten. Darum
iſt allerdings Vorſehung zu thun/ daß niemand durch Un-
terlaſſung der Beichte/ oder Aenderung des ordentlichen
Beicht-Vaters/ jemand etwas entziehe/ was er ihm ſon-
ſten gelieffert c).
§. VII. Daß ein Fuͤrſte/ wo die privat-Beichte im
Gebrauch iſt/ diejenigen/ ſo aus der Beichte ſchwatzen/ ſcharf
beſtraffet/ iſt allerdings recht und billig. Es iſt auch die-
ſes die groͤſte Billigkeit/ daß er nicht geſtattet/ wenn die
Unter-Obrigkeit/ einen Prieſter wegen des gebeichteten
zum Zeugnuͤß zwingen will. Allein dieſe Verſchwiegenheit
ruͤhret aus menſchlicher Ordnung her. Menſchliche Ge-
ſetze muͤſſen nach dem Nutzen des gemeinen Weſens er-
klaͤret werden. Darum kan ein Fuͤrſte/ wenn wichtige
Urſachen vorhanden/ einen Beicht-Vater zur Auſſage an-
halten a). Die privat-Beichte wird dadurch an ſich ſelbſt
nicht
Ob ein Fuͤr-
ſte den
Beicht-
Vater an-
halten koͤn-
ne, die
Beichte zu
eroͤffnen.
c) Dieſes hat auch der verſtorbene Koͤnig in Preuſſen, Friderich,
expreß befohlen, da einer ſeiner Raͤthe und Ober Amtleute, bey
einem andern gebeichtet. Jhr werdet aus dem Anſchluß er-
ſehen, welcher geſtalt unſer Rath und Ober Amtmann zu
C. I. P. V. P. bey uns angehalten, daß ihm erlaubet werden
moͤchte, bey dem vorſtaͤdtiſchen Pfarrherr zu C. M. H. und
nicht præciſe bey dem Prediger in der Stadt und In-
ſpectore M. H. zur Beichte und Abendmahl zu gehen. Auſ-
ſer dem nun, daß in dergleichen Dingen unter denen Evan-
geliſchen einem jeden billig ſeine Chriſtliche Freyheit gelaſ-
ſen werden muß, ſonderlich wenn denen Predigern dadurch
an ihren accidentien, weßhalb ſich der ſupplicant mit dem In-
ſpectore abfinden will, nichts abgehet ꝛe.
a) Bey ſolchen Umſtaͤnden, ſoll ein Beicht-Vater der hohen Lan-
des-Obrigkeit allerdings gehorſamen. Zwar erhellet aus dem-
jenigen,
(Recht der Beicht-Stuͤhle.) c c c