nicht aufgehoben. Man schneidet denen Leuten die Mit-
tel nicht ab/ ihr Hertze auszuschütten. Denn dergleichen
Befehle/ das gebeichtete zu offenbahren/ müssen nicht oh-
ne vorhergegangene reifliche Uberlegung geschehen. Man
muß
Muthmassungen haben/ daß etwas
wichtiges geoffen-
bahret worden. Ausser diesem aber ist es/ wo die Beichte
im Schwang gehet/ billig/ daß man denenjenigen zum be-
sten/ die da meinen/ sie könten kein ruhiges Gewissen ha-
ben/ wenn der geistliche ihre Heimlichkeiten/ und was sie
begangen/ nicht wüste/ die
Geheimhaltung der Beichte beob-
achtet.
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§.
VIII. Jch solte auch nun melden/ was einem Für-
sten vor Macht zustehet/ wenn ein Geistlicher jemand von
dem Beicht-Stuhl abweiset. Allein ich habe in dem vor-
hergehenden nichts von dieser Sache erwehnet. Die Ab-
weisung von dem Beicht-Stuhl bringet auch die Vorent-
haltung des Abendmahls mit sich. Also ist dieselbe eine
Gattung des so genannten Kirchen-Bannes. Von diesem
aber werde besonders handeln. Darum wird sich ein ge-
neigter Leser gedulten/ biß meine Gedancken von demselben
an das Tages-Licht gebe. Sodann will auch zeigen/ was
ein
nicht aufgehoben. Man ſchneidet denen Leuten die Mit-
tel nicht ab/ ihr Hertze auszuſchuͤtten. Denn dergleichen
Befehle/ das gebeichtete zu offenbahren/ muͤſſen nicht oh-
ne vorhergegangene reifliche Uberlegung geſchehen. Man
muß
Muthmaſſungen haben/ daß etwas
wichtiges geoffen-
bahret worden. Auſſer dieſem aber iſt es/ wo die Beichte
im Schwang gehet/ billig/ daß man denenjenigen zum be-
ſten/ die da meinen/ ſie koͤnten kein ruhiges Gewiſſen ha-
ben/ wenn der geiſtliche ihre Heimlichkeiten/ und was ſie
begangen/ nicht wuͤſte/ die
Geheimhaltung der Beichte beob-
achtet.
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§.
VIII. Jch ſolte auch nun melden/ was einem Fuͤr-
ſten vor Macht zuſtehet/ wenn ein Geiſtlicher jemand von
dem Beicht-Stuhl abweiſet. Allein ich habe in dem vor-
hergehenden nichts von dieſer Sache erwehnet. Die Ab-
weiſung von dem Beicht-Stuhl bringet auch die Vorent-
haltung des Abendmahls mit ſich. Alſo iſt dieſelbe eine
Gattung des ſo genannten Kirchen-Bannes. Von dieſem
aber werde beſonders handeln. Darum wird ſich ein ge-
neigter Leſer gedulten/ biß meine Gedancken von demſelben
an das Tages-Licht gebe. Sodann will auch zeigen/ was
ein
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[386/0405]
III. Abth. III. Cap. Vom Recht eines Fuͤrſten wegen
nicht aufgehoben. Man ſchneidet denen Leuten die Mit-
tel nicht ab/ ihr Hertze auszuſchuͤtten. Denn dergleichen
Befehle/ das gebeichtete zu offenbahren/ muͤſſen nicht oh-
ne vorhergegangene reifliche Uberlegung geſchehen. Man
muß Muthmaſſungen haben/ daß etwas wichtiges geoffen-
bahret worden. Auſſer dieſem aber iſt es/ wo die Beichte
im Schwang gehet/ billig/ daß man denenjenigen zum be-
ſten/ die da meinen/ ſie koͤnten kein ruhiges Gewiſſen ha-
ben/ wenn der geiſtliche ihre Heimlichkeiten/ und was ſie
begangen/ nicht wuͤſte/ die Geheimhaltung der Beichte beob-
achtet.
§. VIII. Jch ſolte auch nun melden/ was einem Fuͤr-
ſten vor Macht zuſtehet/ wenn ein Geiſtlicher jemand von
dem Beicht-Stuhl abweiſet. Allein ich habe in dem vor-
hergehenden nichts von dieſer Sache erwehnet. Die Ab-
weiſung von dem Beicht-Stuhl bringet auch die Vorent-
haltung des Abendmahls mit ſich. Alſo iſt dieſelbe eine
Gattung des ſo genannten Kirchen-Bannes. Von dieſem
aber werde beſonders handeln. Darum wird ſich ein ge-
neigter Leſer gedulten/ biß meine Gedancken von demſelben
an das Tages-Licht gebe. Sodann will auch zeigen/ was
ein
(a)
(a) jenigen, was oben Sect. II. von der Geheimhaltung der Beich-
te angefuͤhret worden, daß verſchiedene Theologi der Meinung
ſind, ein Prieſter muͤſte, was man ihm in der Beichte geoffenbah-
ret, vor jederman, auch vor der hohen Obrigkeit verſchweigen.
Er muͤſte eher ſein Leben laſſen. Dergleichen principia aber ſchei-
nen mir ziemlich papiſtiſch. Denn wie gedacht, die Geheimhal-
tung der Beichte ruͤhret, wie die Beichte ſelbſt, von menſchlicher
Ordnung her. Dieſer aber iſt die hohe Landes-Obrigkeit nicht
unterworffen. Sie kan dieſelbe allezeit wiederum aufheben.
a) So