Aston, Louise: Meine Emancipation, Verweisung und Rechtfertigung. Brüssel, 1846.zu wollen, indem ich als Vertheidigung gegen die nur muthmaßlichen und die mir angegebenen Klagepunkte vorstellte: Daß ich keinesweges die Tendenz mir gewidmeter Werke zu vertreten habe; Daß die anonymen Briefe, welche schon als solche kein Grund einer Anklage sein könnten, wahrscheinlich mit dem Correspondenzartikel aus ein und derselben Quelle persönlicher Anfeindung geflossen seien; Daß ich endlich den von mir ausgefragten Ansichten bisher in keinerlei Weise Gestalt und Verbreitung zu schaffen gesucht; es sei denn durch eine Gedichtsammlung, welche mit Genehmigung einer hochlöblichen Censur binnen Kurzem von mir publicirt werden würde: daß aber diese Ansichten der Ausdruck einer Gedankenrichtung seien, wie sie durch unglückliche Schicksale, durch ein halbes verfehltes Leben, wohl erzeugt werden könne, ohne darum vielleicht mehr zu sein, als eine Uebergangsperiode zu einer andern, vielleicht glücklichern Überzeugung. Als Antwort auf diese Eingabe, erhielt ich am 24sten April einen Bescheid des hochlöblichen Ministeriums zu wollen, indem ich als Vertheidigung gegen die nur muthmaßlichen und die mir angegebenen Klagepunkte vorstellte: Daß ich keinesweges die Tendenz mir gewidmeter Werke zu vertreten habe; Daß die anonymen Briefe, welche schon als solche kein Grund einer Anklage sein könnten, wahrscheinlich mit dem Correspondenzartikel aus ein und derselben Quelle persönlicher Anfeindung geflossen seien; Daß ich endlich den von mir ausgefragten Ansichten bisher in keinerlei Weise Gestalt und Verbreitung zu schaffen gesucht; es sei denn durch eine Gedichtsammlung, welche mit Genehmigung einer hochlöblichen Censur binnen Kurzem von mir publicirt werden würde: daß aber diese Ansichten der Ausdruck einer Gedankenrichtung seien, wie sie durch unglückliche Schicksale, durch ein halbes verfehltes Leben, wohl erzeugt werden könne, ohne darum vielleicht mehr zu sein, als eine Uebergangsperiode zu einer andern, vielleicht glücklichern Überzeugung. Als Antwort auf diese Eingabe, erhielt ich am 24sten April einen Bescheid des hochlöblichen Ministeriums <TEI> <text> <body> <div n="1"> <p><pb facs="#f0030" n="30"/> zu wollen, indem ich als Vertheidigung gegen die nur muthmaßlichen und die mir angegebenen Klagepunkte vorstellte:</p> <p>Daß ich keinesweges die Tendenz mir gewidmeter Werke zu vertreten habe;</p> <p>Daß die anonymen Briefe, welche schon als solche kein Grund einer Anklage sein könnten, wahrscheinlich mit dem Correspondenzartikel aus ein und derselben Quelle persönlicher Anfeindung geflossen seien;</p> <p>Daß ich endlich den von mir ausgefragten Ansichten bisher in keinerlei Weise Gestalt und Verbreitung zu schaffen gesucht; es sei denn durch eine Gedichtsammlung, welche mit Genehmigung einer hochlöblichen Censur binnen Kurzem von mir publicirt werden würde: daß aber diese Ansichten der Ausdruck einer Gedankenrichtung seien, wie sie durch unglückliche Schicksale, durch ein halbes verfehltes Leben, wohl erzeugt werden könne, ohne darum vielleicht mehr zu sein, als eine Uebergangsperiode zu einer andern, vielleicht glücklichern Überzeugung.</p> <p>Als Antwort auf diese Eingabe, erhielt ich am 24sten April einen Bescheid des hochlöblichen Ministeriums </p> </div> </body> </text> </TEI> [30/0030]
zu wollen, indem ich als Vertheidigung gegen die nur muthmaßlichen und die mir angegebenen Klagepunkte vorstellte:
Daß ich keinesweges die Tendenz mir gewidmeter Werke zu vertreten habe;
Daß die anonymen Briefe, welche schon als solche kein Grund einer Anklage sein könnten, wahrscheinlich mit dem Correspondenzartikel aus ein und derselben Quelle persönlicher Anfeindung geflossen seien;
Daß ich endlich den von mir ausgefragten Ansichten bisher in keinerlei Weise Gestalt und Verbreitung zu schaffen gesucht; es sei denn durch eine Gedichtsammlung, welche mit Genehmigung einer hochlöblichen Censur binnen Kurzem von mir publicirt werden würde: daß aber diese Ansichten der Ausdruck einer Gedankenrichtung seien, wie sie durch unglückliche Schicksale, durch ein halbes verfehltes Leben, wohl erzeugt werden könne, ohne darum vielleicht mehr zu sein, als eine Uebergangsperiode zu einer andern, vielleicht glücklichern Überzeugung.
Als Antwort auf diese Eingabe, erhielt ich am 24sten April einen Bescheid des hochlöblichen Ministeriums
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