Martens, Eduard von: Die preussische Expedition nach Ost-Asien. Nach amtlichen Quellen. Zoologischer Teil. Erster Band. Berlin, 1876.Anmerkungen zu China. damals in China zugänglichen Litteratur; in Obigem sind nur die unmittelbar selbstgemachten Beobachtungen gegeben. 6) Robert Swinhoe, Narrative of a visit to the island of Formosa. Journal of the North China Branch of the Royal Asiatic society, 1859, 8vo, pag. 145--164. -- notes on some new species of birds found in the island of Formosa. Ebenda, pag. 225--230 und Sclater's Ibis 1863, pag. 196, 250, 377. -- mammals observed in F., Proceedings of the zoological society of London, 1862, pag. 347--365, und 1864, pag. 185. -- new species of birds, described by Gould. Annals and magazine of natural history, c. XII., 1863, pag. 158. Insel eigenthümliche Arten, die interessantesten davon ein Affe, eine Art Panther, ein kleines Schwein und eine der japanischen und sumatranischen ähnliche Berg- antilope (Macacus cyclopis, Leopardus brachyurus, Porcula Taivana und Capricornis Swinhoii); unter den sechszehn neuen Vögeln ist namentlich Euplocamus Swinhoii hervorzuheben als Vertreter einer auf Hinterindien bis Borneo einheimischen Fasanen- gruppe. 7) v. Frauenfeld l. c., S. 244--247, nennt verschiedene Vögel, Reptilien und zwei kleine Süsswasserfische der Insel, und macht interessante Bemerkungen über die Coleopterenfauna der Insel nach Sir Bowring's Sammlung: reich an Lamellicor- nien, Bock- und Rüsselkäfern; viele Cicindelen, aber kein ächter Carabus mehr. Ursprünglich scheint die Insel nur kleine Säugthiere, wie Mäuse, Fledermäuse und Spitzmäuse beherbergt zu haben; die Engländer haben aber nun einen kleinen Wie- derkäuer, Moschus (Tragulus) Javanicus Gmel., eingeführt. 8) Es gelang mir nicht, das Thier wiederzufinden, das v. Frauenfeld l. c. S. 248 als einen sehr schönen Frosch, in die Nähe von Dactylethra gehörig, bezeichnet, woran vielleicht die Verschiedenheit der Jahreszeit zwischen seinem und meinem Besuche Schuld war. 9) Lebende Löwen kamen im fünfzehnten Jahrhundert mehrmals an den chine- sischen Hof als Geschenke westasiatischer Fürsten, wie Murray in dem gleich zu erwähnenden Werke Bd. III., pag. 395 erzählt. Das nächste Vorkommen des Lö- wen unseres Wissens ist die Halbinsel Guzerate im westlichen Vorderindien und das untere Euphratland (das alte Babylonien). 10) Ein auffallendes Beispiel theilweiser Kritik in solchen Fragen bei einem chine- sischen Schriftsteller gibt Weinland, der zoologische Garten II., S. 46. 11) Unter den allgemeinen Beschreibungen des chinesischen Reichs ist diejenige von Murray reich an zoologischem Detail, das von ausgebreitetem Wissen und rich- tigem Urtheil zeugt und hauptsächlich dem gründlichen Kenner des indischen Archipels, J. Crawfurd, zu verdanken ist. Der Titel lautet: an historical and descriptive account of China, by Hugh Murray, John Crawfurd, Peter Gordon, Thom. Lynn, Will. Wallace and Gilbert Burnett. Edinburgh 1836. Drei Bände in klein 8vo. 12) Bremer und Grey, Beiträge zur Schmetterlingsfauna des nördlichen China. Petersburg 1853. Der wesentliche Inhalt auch von Kollar mitgetheilt in den Ver- handlungen des zool. bot. Vereins in Wien, IV., 1854. Die Ritterschmetterlinge Anmerkungen zu China. damals in China zugänglichen Litteratur; in Obigem sind nur die unmittelbar selbstgemachten Beobachtungen gegeben. 6) Robert Swinhoe, Narrative of a visit to the island of Formosa. Journal of the North China Branch of the Royal Asiatic society, 1859, 8vo, pag. 145—164. — notes on some new species of birds found in the island of Formosa. Ebenda, pag. 225—230 und Sclater’s Ibis 1863, pag. 196, 250, 377. — mammals observed in F., Proceedings of the zoological society of London, 1862, pag. 347—365, und 1864, pag. 185. — new species of birds, described by Gould. Annals and magazine of natural history, c. XII., 1863, pag. 158. Insel eigenthümliche Arten, die interessantesten davon ein Affe, eine Art Panther, ein kleines Schwein und eine der japanischen und sumatranischen ähnliche Berg- antilope (Macacus cyclopis, Leopardus brachyurus, Porcula Taivana und Capricornis Swinhoii); unter den sechszehn neuen Vögeln ist namentlich Euplocamus Swinhoii hervorzuheben als Vertreter einer auf Hinterindien bis Borneo einheimischen Fasanen- gruppe. 7) v. Frauenfeld l. c., S. 244—247, nennt verschiedene Vögel, Reptilien und zwei kleine Süsswasserfische der Insel, und macht interessante Bemerkungen über die Coleopterenfauna der Insel nach Sir Bowring’s Sammlung: reich an Lamellicor- nien, Bock- und Rüsselkäfern; viele Cicindelen, aber kein ächter Carabus mehr. Ursprünglich scheint die Insel nur kleine Säugthiere, wie Mäuse, Fledermäuse und Spitzmäuse beherbergt zu haben; die Engländer haben aber nun einen kleinen Wie- derkäuer, Moschus (Tragulus) Javanicus Gmel., eingeführt. 8) Es gelang mir nicht, das Thier wiederzufinden, das v. Frauenfeld l. c. S. 248 als einen sehr schönen Frosch, in die Nähe von Dactylethra gehörig, bezeichnet, woran vielleicht die Verschiedenheit der Jahreszeit zwischen seinem und meinem Besuche Schuld war. 9) Lebende Löwen kamen im fünfzehnten Jahrhundert mehrmals an den chine- sischen Hof als Geschenke westasiatischer Fürsten, wie Murray in dem gleich zu erwähnenden Werke Bd. III., pag. 395 erzählt. Das nächste Vorkommen des Lö- wen unseres Wissens ist die Halbinsel Guzerate im westlichen Vorderindien und das untere Euphratland (das alte Babylonien). 10) Ein auffallendes Beispiel theilweiser Kritik in solchen Fragen bei einem chine- sischen Schriftsteller gibt Weinland, der zoologische Garten II., S. 46. 11) Unter den allgemeinen Beschreibungen des chinesischen Reichs ist diejenige von Murray reich an zoologischem Détail, das von ausgebreitetem Wissen und rich- tigem Urtheil zeugt und hauptsächlich dem gründlichen Kenner des indischen Archipels, J. Crawfurd, zu verdanken ist. Der Titel lautet: an historical and descriptive account of China, by Hugh Murray, John Crawfurd, Peter Gordon, Thom. Lynn, Will. Wallace and Gilbert Burnett. Edinburgh 1836. Drei Bände in klein 8vo. 12) Bremer und Grey, Beiträge zur Schmetterlingsfauna des nördlichen China. Petersburg 1853. Der wesentliche Inhalt auch von Kollar mitgetheilt in den Ver- handlungen des zool. bot. Vereins in Wien, IV., 1854. 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Anmerkungen zu China.
⁵⁾
damals in China zugänglichen Litteratur; in Obigem sind nur die unmittelbar selbst
gemachten Beobachtungen gegeben.
⁶⁾ Robert Swinhoe, Narrative of a visit to the island of Formosa. Journal of
the North China Branch of the Royal Asiatic society, 1859, 8vo,
pag. 145—164.
— notes on some new species of birds found in the island of Formosa.
Ebenda, pag. 225—230 und Sclater’s Ibis 1863, pag. 196, 250, 377.
— mammals observed in F., Proceedings of the zoological society of
London, 1862, pag. 347—365, und 1864, pag. 185.
— new species of birds, described by Gould. Annals and magazine of
natural history, c. XII., 1863, pag. 158.
Unter den achtzehn Säugthieren sind neun, also die Hälfte, vermuthlich der
Insel eigenthümliche Arten, die interessantesten davon ein Affe, eine Art Panther,
ein kleines Schwein und eine der japanischen und sumatranischen ähnliche Berg-
antilope (Macacus cyclopis, Leopardus brachyurus, Porcula Taivana und Capricornis
Swinhoii); unter den sechszehn neuen Vögeln ist namentlich Euplocamus Swinhoii
hervorzuheben als Vertreter einer auf Hinterindien bis Borneo einheimischen Fasanen-
gruppe.
⁷⁾ v. Frauenfeld l. c., S. 244—247, nennt verschiedene Vögel, Reptilien und
zwei kleine Süsswasserfische der Insel, und macht interessante Bemerkungen über
die Coleopterenfauna der Insel nach Sir Bowring’s Sammlung: reich an Lamellicor-
nien, Bock- und Rüsselkäfern; viele Cicindelen, aber kein ächter Carabus mehr.
Ursprünglich scheint die Insel nur kleine Säugthiere, wie Mäuse, Fledermäuse und
Spitzmäuse beherbergt zu haben; die Engländer haben aber nun einen kleinen Wie-
derkäuer, Moschus (Tragulus) Javanicus Gmel., eingeführt.
⁸⁾ Es gelang mir nicht, das Thier wiederzufinden, das v. Frauenfeld l. c. S. 248
als einen sehr schönen Frosch, in die Nähe von Dactylethra gehörig, bezeichnet,
woran vielleicht die Verschiedenheit der Jahreszeit zwischen seinem und meinem
Besuche Schuld war.
⁹⁾ Lebende Löwen kamen im fünfzehnten Jahrhundert mehrmals an den chine-
sischen Hof als Geschenke westasiatischer Fürsten, wie Murray in dem gleich zu
erwähnenden Werke Bd. III., pag. 395 erzählt. Das nächste Vorkommen des Lö-
wen unseres Wissens ist die Halbinsel Guzerate im westlichen Vorderindien und
das untere Euphratland (das alte Babylonien).
¹⁰⁾ Ein auffallendes Beispiel theilweiser Kritik in solchen Fragen bei einem chine-
sischen Schriftsteller gibt Weinland, der zoologische Garten II., S. 46.
¹¹⁾ Unter den allgemeinen Beschreibungen des chinesischen Reichs ist diejenige
von Murray reich an zoologischem Détail, das von ausgebreitetem Wissen und rich-
tigem Urtheil zeugt und hauptsächlich dem gründlichen Kenner des indischen Archipels,
J. Crawfurd, zu verdanken ist. Der Titel lautet: an historical and descriptive
account of China, by Hugh Murray, John Crawfurd, Peter Gordon, Thom. Lynn,
Will. Wallace and Gilbert Burnett. Edinburgh 1836. Drei Bände in klein 8vo.
¹²⁾ Bremer und Grey, Beiträge zur Schmetterlingsfauna des nördlichen China.
Petersburg 1853. Der wesentliche Inhalt auch von Kollar mitgetheilt in den Ver-
handlungen des zool. bot. Vereins in Wien, IV., 1854. Die Ritterschmetterlinge
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