daher das gebrochne die übrigen 3/4 ausmacht. Hieraus ergiebt sich für diese Winkel das Verhältniß M: N, wovon Lambert zeigt, daß es nicht merklich fehlen könne, wenn auch gleich die zu den Versuchen gebrauchten Gläser nicht völlig durchsichtig sind, weil die Verschluckung des Lichts zwar die absoluten Größen M und N, aber nicht ihr Verhältniß, merklich ändern kan.
Um nun noch zu finden, wie eigentlich p und q von den bestimmten Größen der Winkel abhängen, geht Lambert tiefer in die newtonische Theorie der Brechung und Zurückwerfung ein, betrachtet die Curve, welche der Lichtstral beschreibt, und findet durch eine nach den Erfahrungen eingerichtete Hypothese vermittelst der Integralrechnung eine Formel, aus welcher, wenn man die Versuche zu Hülfe nimmt, und den Einfallswinkel (das Complement des Neigungswinkels zu 90°) =g nennt,
folgt. Diese Formeln geben für die oben bestimmten Winkel Resultate, welche von den wirklich beobachteten nur sehr wenig abweichen. Für die Neigungswinkel von 10 zu 10 Graden erhält man daraus folgende Tabelle:
Neigungs- winkel
q
p
M
N
10°
..0,4862
..0,7766
..0,7108
..0,2892
20
..0,1578
..0,3204
..0,3622
..0,6378
30
..0,0772
..0,1653
..0,2070
..0,7930
40
..0,0474
..0,1046
..0,1376
..0,8624
50
..0,0337
..0,0705
..0,0973
..0,9027
60
..0,0264
..0,0585
..0,0802
..0,9198
70
..0,0225
..0,0499
..0,0690
..0,9310
80
..0,0203
..0,0450
..0,0624
..0,9376
90
..0,0199
..0,0448
..0,0619
..0,9381
Hieraus erhellet, daß die Menge des reflectirten Lichts gegen das einfallende an der Hinterfläche des Glases weit größer ist, als an der Vorderfläche, wie auch Bouguer schon fand, obgleich das, was dieser Letztere von den Verhältnissen
daher das gebrochne die uͤbrigen 3/4 ausmacht. Hieraus ergiebt ſich fuͤr dieſe Winkel das Verhaͤltniß M: N, wovon Lambert zeigt, daß es nicht merklich fehlen koͤnne, wenn auch gleich die zu den Verſuchen gebrauchten Glaͤſer nicht voͤllig durchſichtig ſind, weil die Verſchluckung des Lichts zwar die abſoluten Groͤßen M und N, aber nicht ihr Verhaͤltniß, merklich aͤndern kan.
Um nun noch zu finden, wie eigentlich p und q von den beſtimmten Groͤßen der Winkel abhaͤngen, geht Lambert tiefer in die newtoniſche Theorie der Brechung und Zuruͤckwerfung ein, betrachtet die Curve, welche der Lichtſtral beſchreibt, und findet durch eine nach den Erfahrungen eingerichtete Hypotheſe vermittelſt der Integralrechnung eine Formel, aus welcher, wenn man die Verſuche zu Huͤlfe nimmt, und den Einfallswinkel (das Complement des Neigungswinkels zu 90°) =γ nennt,
folgt. Dieſe Formeln geben fuͤr die oben beſtimmten Winkel Reſultate, welche von den wirklich beobachteten nur ſehr wenig abweichen. Fuͤr die Neigungswinkel von 10 zu 10 Graden erhaͤlt man daraus folgende Tabelle:
Neigungs- winkel
q
p
M
N
10°
..0,4862
..0,7766
..0,7108
..0,2892
20
..0,1578
..0,3204
..0,3622
..0,6378
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..0,0772
..0,1653
..0,2070
..0,7930
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..0,0474
..0,1046
..0,1376
..0,8624
50
..0,0337
..0,0705
..0,0973
..0,9027
60
..0,0264
..0,0585
..0,0802
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90
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Hieraus erhellet, daß die Menge des reflectirten Lichts gegen das einfallende an der Hinterflaͤche des Glaſes weit groͤßer iſt, als an der Vorderflaͤche, wie auch Bouguer ſchon fand, obgleich das, was dieſer Letztere von den Verhaͤltniſſen
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daher das gebrochne die uͤbrigen 3/4 ausmacht. Hieraus ergiebt ſich fuͤr dieſe Winkel das Verhaͤltniß M: N, wovon Lambert zeigt, daß es nicht merklich fehlen koͤnne, wenn auch gleich die zu den Verſuchen gebrauchten Glaͤſer nicht voͤllig durchſichtig ſind, weil die Verſchluckung des Lichts zwar die abſoluten Groͤßen M und N, aber nicht ihr Verhaͤltniß, merklich aͤndern kan.
Um nun noch zu finden, wie eigentlich p und q von den beſtimmten Groͤßen der Winkel abhaͤngen, geht Lambert tiefer in die newtoniſche Theorie der Brechung und Zuruͤckwerfung ein, betrachtet die Curve, welche der Lichtſtral beſchreibt, und findet durch eine nach den Erfahrungen eingerichtete Hypotheſe vermittelſt der Integralrechnung eine Formel, aus welcher, wenn man die Verſuche zu Huͤlfe nimmt, und den Einfallswinkel (das Complement des Neigungswinkels zu 90°) =γ nennt, folgt. Dieſe Formeln geben fuͤr die oben beſtimmten Winkel Reſultate, welche von den wirklich beobachteten nur ſehr wenig abweichen. Fuͤr die Neigungswinkel von 10 zu 10 Graden erhaͤlt man daraus folgende Tabelle: Neigungs-
winkel q p M N
10° ..0,4862 ..0,7766 ..0,7108 ..0,2892
20 ..0,1578 ..0,3204 ..0,3622 ..0,6378
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Hieraus erhellet, daß die Menge des reflectirten Lichts gegen das einfallende an der Hinterflaͤche des Glaſes weit groͤßer iſt, als an der Vorderflaͤche, wie auch Bouguer ſchon fand, obgleich das, was dieſer Letztere von den Verhaͤltniſſen
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Gehler, Johann Samuel Traugott: Physikalisches Wörterbuch, oder, Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter der Naturlehre. Bd. 4. Leipzig, 1798, S. 922. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/gehler_woerterbuch04_1798/932>, abgerufen am 22.11.2024.
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