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Humboldt, Alexander von: Die vollständigste aller bisherigen Beobachtungen über den Einfluss des Nordlichts auf die Magnetnadel. In: Annalen der Physik, Bd. 29, Viertes Stück (1808), S. 425-429.

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V.
Die vollständigste aller bisherigen Beob-
achtungen über den Einfluss des Nord-
lichts auf die Magnetnadel;
angestellt von Herrn Alexander von Hum-
boldt
zu Berlin am 20sten Dec.
1806.

Der Leser dieser Annalen kennt aus Band XXVI,
S. 275, (1807, St. 7,) das Instrument, welches
Herr Prony in Paris angegeben hat, um damit
die täglichen Veränderungen in der Abweichung
der Magnetnadel mit Bequemlichkeit und grosser
Genauigkeit zu messen. Statt dass Wilke, Cou-
lomb, Cassini, Hällström
*) und Gilpin
sich eines Mikroskops bedienten, unter welchem
die Spitze der Magnetnadel hin und her spielte, ver-
einte Herr Prony einen parallelepipedarischen
Magnetstab mit einem Fernrohre von 20 Zoll
Brennweite, so, dass beide horizontal, in paralle-
ler Lage, in einem doppelten Gehäuse mit Glasfen-
stern, an einem langen Faden schwebten, der aus
mehrern einfachen Seidenfäden bestand; das Fern-
rohr liesse sich über und unter den Magnetstab dre-
hen, und an einer 200 Toisen entfernten Mauer
war eine Eintheilung aufgetragen, an welcher durch

*) Siehe Annalen, XIX, 282.


V.
Die vollſtändigſte aller bisherigen Beob-
achtungen über den Einfluſs des Nord-
lichts auf die Magnetnadel;
angeſtellt von Herrn Alexander von Hum-
boldt
zu Berlin am 20ſten Dec.
1806.

Der Leſer dieſer Annalen kennt aus Band XXVI,
S. 275, (1807, St. 7,) das Inſtrument, welches
Herr Prony in Paris angegeben hat, um damit
die täglichen Veränderungen in der Abweichung
der Magnetnadel mit Bequemlichkeit und groſser
Genauigkeit zu meſſen. Statt daſs Wilke, Cou-
lomb, Caſſini, Hällſtröm
*) und Gilpin
ſich eines Mikroſkops bedienten, unter welchem
die Spitze der Magnetnadel hin und her ſpielte, ver-
einte Herr Prony einen parallelepipedariſchen
Magnetſtab mit einem Fernrohre von 20 Zoll
Brennweite, ſo, daſs beide horizontal, in paralle-
ler Lage, in einem doppelten Gehäuſe mit Glasfen-
ſtern, an einem langen Faden ſchwebten, der aus
mehrern einfachen Seidenfäden beſtand; das Fern-
rohr lieſse ſich über und unter den Magnetſtab dre-
hen, und an einer 200 Toiſen entfernten Mauer
war eine Eintheilung aufgetragen, an welcher durch

*) Siehe Annalen, XIX, 282.
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[425/0001] V. Die vollſtändigſte aller bisherigen Beob- achtungen über den Einfluſs des Nord- lichts auf die Magnetnadel; angeſtellt von Herrn Alexander von Hum- boldt zu Berlin am 20ſten Dec. 1806. Der Leſer dieſer Annalen kennt aus Band XXVI, S. 275, (1807, St. 7,) das Inſtrument, welches Herr Prony in Paris angegeben hat, um damit die täglichen Veränderungen in der Abweichung der Magnetnadel mit Bequemlichkeit und groſser Genauigkeit zu meſſen. Statt daſs Wilke, Cou- lomb, Caſſini, Hällſtröm *) und Gilpin ſich eines Mikroſkops bedienten, unter welchem die Spitze der Magnetnadel hin und her ſpielte, ver- einte Herr Prony einen parallelepipedariſchen Magnetſtab mit einem Fernrohre von 20 Zoll Brennweite, ſo, daſs beide horizontal, in paralle- ler Lage, in einem doppelten Gehäuſe mit Glasfen- ſtern, an einem langen Faden ſchwebten, der aus mehrern einfachen Seidenfäden beſtand; das Fern- rohr lieſse ſich über und unter den Magnetſtab dre- hen, und an einer 200 Toiſen entfernten Mauer war eine Eintheilung aufgetragen, an welcher durch *) Siehe Annalen, XIX, 282.

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Zitationshilfe: Humboldt, Alexander von: Die vollständigste aller bisherigen Beobachtungen über den Einfluss des Nordlichts auf die Magnetnadel. In: Annalen der Physik, Bd. 29, Viertes Stück (1808), S. 425-429, hier S. 425. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/humboldt_nordlicht_1808/1>, abgerufen am 27.09.2022.