Humboldt, Alexander von: Vorwort von Alexander von Humboldt; Über einige sehr wichtige Punkte der Geographie Guayana's von Alexander von Humboldt. In: Schomburgk, O. A.: Robert Hermann Schomburgk's Reisen in Guiana und am Orinoko während der Jahre 1835-1839. Leipzig, 1841, S. XV-XXIII; S. 1-39.auf die schon Hortsmann aufmerksam machte, geht von Diese wenigen Andeutungen zeigen, wie mannigfal- auf die schon Hortsmann aufmerksam machte, geht von Diese wenigen Andeutungen zeigen, wie mannigfal- <TEI> <text> <body> <div n="1"> <p><pb facs="#f0012" n="XXIV"/> auf die schon Hortsmann aufmerksam machte, geht von<lb/> Osten gegen Westen, vom Gebirge Pacaraima bis Uruana,<lb/> in mehr als sechs Längengraden quer durch die Wildnisse<lb/> von Guyana durch. Die eingegrabenen Zeichen mögen<lb/> aber sehr verschiedenen Zeiten und verschiedenen Natio-<lb/> nen angehören. Ein weites Feld ist hier der künftigen<lb/> Beobachtung geöffnet. Man vergesse nur nicht, dass Völ-<lb/> ker sehr verschiedenartiger Abstammung in gleicher Roh-<lb/> heit, in gleichem Hange zum Vereinfachen und Verallge-<lb/> meinern der Umrisse, durch innere geistige Anlagen getrie-<lb/> ben, ähnliche Zeichen und Symbole hervorbringen können.</p><lb/> <p>Diese wenigen Andeutungen zeigen, wie mannigfal-<lb/> tig die Richtungen sind, nach denen Hr. Robert Schom-<lb/> burgk den Erdstrich durchforscht hat, der vor seiner<lb/> Reise gleichsam in Dunkel verhüllt lag. Den Muth, mit<lb/> dem er sein Unternehmen vollbracht, hatte er aber, ehe<lb/> er die Reise angetreten, schon auf eine andere und nicht<lb/> minder edle Weise bewährt. Lange und schwer gegen<lb/> die äusseren Hindernisse ankämpfend, welche dem Men-<lb/> schen die Welt verengen, hat er sich seine wissenschaft-<lb/> liche Bildung selbst gegeben. Was wir nicht aus Bü-<lb/> chern schöpfen können, wurde ihm durch das <hi rendition="#g">Leben im<lb/> Freien</hi>, durch den Anblick des gestirnten Himmels in<lb/> der Tropenwelt, durch den unmittelbaren Contact mit<lb/> der lebendigen Natur verliehen. In dem ehrenvollen Auf-<lb/> trage einer Landvermessung und allgemeineren naturhi-<lb/> storischen Erforschung von Guyana ist er am Ende des<lb/> verflossenen Jahres von der britischen Regierung nach<lb/> Amerika zurückgeschickt worden.</p><lb/> <dateline><hi rendition="#g">Berlin</hi>, im Februar 1841.</dateline> </div><lb/> </body> </text> </TEI> [XXIV/0012]
auf die schon Hortsmann aufmerksam machte, geht von
Osten gegen Westen, vom Gebirge Pacaraima bis Uruana,
in mehr als sechs Längengraden quer durch die Wildnisse
von Guyana durch. Die eingegrabenen Zeichen mögen
aber sehr verschiedenen Zeiten und verschiedenen Natio-
nen angehören. Ein weites Feld ist hier der künftigen
Beobachtung geöffnet. Man vergesse nur nicht, dass Völ-
ker sehr verschiedenartiger Abstammung in gleicher Roh-
heit, in gleichem Hange zum Vereinfachen und Verallge-
meinern der Umrisse, durch innere geistige Anlagen getrie-
ben, ähnliche Zeichen und Symbole hervorbringen können.
Diese wenigen Andeutungen zeigen, wie mannigfal-
tig die Richtungen sind, nach denen Hr. Robert Schom-
burgk den Erdstrich durchforscht hat, der vor seiner
Reise gleichsam in Dunkel verhüllt lag. Den Muth, mit
dem er sein Unternehmen vollbracht, hatte er aber, ehe
er die Reise angetreten, schon auf eine andere und nicht
minder edle Weise bewährt. Lange und schwer gegen
die äusseren Hindernisse ankämpfend, welche dem Men-
schen die Welt verengen, hat er sich seine wissenschaft-
liche Bildung selbst gegeben. Was wir nicht aus Bü-
chern schöpfen können, wurde ihm durch das Leben im
Freien, durch den Anblick des gestirnten Himmels in
der Tropenwelt, durch den unmittelbaren Contact mit
der lebendigen Natur verliehen. In dem ehrenvollen Auf-
trage einer Landvermessung und allgemeineren naturhi-
storischen Erforschung von Guyana ist er am Ende des
verflossenen Jahres von der britischen Regierung nach
Amerika zurückgeschickt worden.
Berlin, im Februar 1841.
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