Lütkemann, Joachim: Das gesegnete Hauß : Aus dem Anfang des 112. Psalms/ Bey der Hochansehnlichen Fürstlichen Vermählung/ Des ... Herren Friedrichen/ Hertzogen zu Würtemberg und Teck/ ... Mit ... Fräulein Clara Augusta/ Hertzogin zu Braunschweig und Lüneburg. Wolfenbüttel, 1653.Hauß zu haben / so bawe ja nicht ohne Gott. Man erfahrts / daß offt junge Ehleute viel Geld und Gut zusammen bringen / es verschwindet ihnen aber wieder unter den Händen / ungeachtet / daß sie darnach trachten / wie sie ihr Geld und Gut vermehren mögen. Hingegen findet man andere / die wenig zusammen bringen / aber ihr geringes Gut hat gut Gedeyen / woher kömpts? der eine bawet / und braucht nicht den rechten Bawmeister / der ander sihet auff seinen Gott / und läst den bawen. Man erfährts / daß es wahr sey / was Syrach saget: Mancher lästs ihm sawer werden / undSyr. 11, 11. eilet zum Reichthum / und hindert sich nur selber damit. Dagegen thut mancher gemach / der wol Hülffe bedürfte / ist dazu schwach und arm / den sihet Gott an mit Gnaden / und hilft ihm aus dem Elende und bringt ihn zu Ehren / daß sich sein viel verwundern. Man erfährts / daß es wahr sey / was der Prediger Salomon sagt: Zum Lauffen hilft nicht schnell seyn / zum StreitEccl. 9, 11. hilfft nicht starck seyn / zur Nahrung hilfft nicht geschickt seyn. Zum Reichthumb hilfft nichtklug seyn. Daß einer angenehm sey / hilft nicht / daß er ein Ding wol könne / sondern alles ligtes an der Zeit und Glück. Gott ist der Bawmeister des gesegneten Hauses. Warumb wil aber Gott nicht allezeit bawen? Man wehret ihm durch Vngerechtigkeit und Mißtrawen. Wir sehen für Augen / wie der Reichthum unter den Leuten sich immer mehr und mehr verlieret. Man muß sich verwundern / wo das Geld bleibet. Von Anfang der Welt hat man Gold und Silber gesucht / und genug gefunden. Man suchets und findet auch noch was täglich / da solte ja billich die Welt immer reicher werden / aber das Gegentheil sihet man für Augen / der Reichthum der Welt verlieret sich. Woher kömpts? die Welt wird immer ärger / also wird sie auch immer armer. Vormaln / da Christus angefangen die Heyden zu seiner Kirchen zu führen / Hauß zu haben / so bawe ja nicht ohne Gott. Man erfahrts / daß offt junge Ehleute viel Geld und Gut zusammen bringen / es verschwindet ihnen aber wieder unter den Händen / ungeachtet / daß sie darnach trachten / wie sie ihr Geld und Gut vermehren mögen. Hingegen findet man andere / die wenig zusammen bringen / aber ihr geringes Gut hat gut Gedeyen / woher kömpts? der eine bawet / und braucht nicht den rechten Bawmeister / der ander sihet auff seinen Gott / und läst den bawen. Man erfährts / daß es wahr sey / was Syrach saget: Mancher lästs ihm sawer werdẽ / undSyr. 11, 11. eilet zum Reichthum / und hindert sich nur selber damit. Dagegen thut mancher gemach / der wol Hülffe bedürfte / ist dazu schwach und arm / den sihet Gott an mit Gnaden / und hilft ihm aus dem Elende und bringt ihn zu Ehren / daß sich sein viel verwundern. Man erfährts / daß es wahr sey / was der Prediger Salomon sagt: Zum Lauffen hilft nicht schnell seyn / zum StreitEccl. 9, 11. hilfft nicht starck seyn / zur Nahrung hilfft nicht geschickt seyn. Zum Reichthumb hilfft nichtklug seyn. Daß einer angenehm sey / hilft nicht / daß er ein Ding wol köñe / sondern alles ligtes an der Zeit und Glück. Gott ist der Bawmeister des gesegneten Hauses. Warumb wil aber Gott nicht allezeit bawen? Man wehret ihm durch Vngerechtigkeit und Mißtrawen. Wir sehen für Augen / wie der Reichthum unter den Leuten sich immer mehr und mehr verlieret. Man muß sich verwundern / wo das Geld bleibet. Von Anfang der Welt hat man Gold und Silber gesucht / und genug gefunden. Man suchets und findet auch noch was täglich / da solte ja billich die Welt immer reicher werden / aber das Gegentheil sihet man für Augen / der Reichthum der Welt verlieret sich. Woher kömpts? die Welt wird immer ärger / also wird sie auch immer armer. Vormaln / da Christus angefangen die Heyden zu seiner Kirchen zu führen / <TEI> <text> <body> <p><pb facs="#f0013" n="11"/> Hauß zu haben / so bawe ja nicht ohne Gott. Man erfahrts / daß offt junge Ehleute viel Geld und Gut zusammen bringen / es verschwindet ihnen aber wieder unter den Händen / ungeachtet / daß sie darnach trachten / wie sie ihr Geld und Gut vermehren mögen. Hingegen findet man andere / die wenig zusammen bringen / aber ihr geringes Gut hat gut Gedeyen / woher kömpts? der eine bawet / und braucht nicht den rechten Bawmeister / der ander sihet auff seinen Gott / und läst den bawen. Man erfährts / daß es wahr sey / was Syrach saget: Mancher lästs ihm sawer werdẽ / und<note place="right">Syr. 11, 11.</note> eilet zum Reichthum / und hindert sich nur selber damit. Dagegen thut mancher gemach / der wol Hülffe bedürfte / ist dazu schwach und arm / den sihet Gott an mit Gnaden / und hilft ihm aus dem Elende und bringt ihn zu Ehren / daß sich sein viel verwundern. Man erfährts / daß es wahr sey / was der Prediger Salomon sagt: Zum Lauffen hilft nicht schnell seyn / zum Streit<note place="right">Eccl. 9, 11.</note> hilfft nicht starck seyn / zur Nahrung hilfft nicht geschickt seyn. Zum Reichthumb hilfft nichtklug seyn. Daß einer angenehm sey / hilft nicht / daß er ein Ding wol köñe / sondern alles ligtes an der Zeit und Glück. Gott ist der Bawmeister des gesegneten Hauses. Warumb wil aber Gott nicht allezeit bawen? Man wehret ihm durch Vngerechtigkeit und Mißtrawen. Wir sehen für Augen / wie der Reichthum unter den Leuten sich immer mehr und mehr verlieret. Man muß sich verwundern / wo das Geld bleibet. Von Anfang der Welt hat man Gold und Silber gesucht / und genug gefunden. Man suchets und findet auch noch was täglich / da solte ja billich die Welt immer reicher werden / aber das Gegentheil sihet man für Augen / der Reichthum der Welt verlieret sich. Woher kömpts? die Welt wird immer ärger / also wird sie auch immer armer. Vormaln / da Christus angefangen die Heyden zu seiner Kirchen zu führen / </p> </body> </text> </TEI> [11/0013]
Hauß zu haben / so bawe ja nicht ohne Gott. Man erfahrts / daß offt junge Ehleute viel Geld und Gut zusammen bringen / es verschwindet ihnen aber wieder unter den Händen / ungeachtet / daß sie darnach trachten / wie sie ihr Geld und Gut vermehren mögen. Hingegen findet man andere / die wenig zusammen bringen / aber ihr geringes Gut hat gut Gedeyen / woher kömpts? der eine bawet / und braucht nicht den rechten Bawmeister / der ander sihet auff seinen Gott / und läst den bawen. Man erfährts / daß es wahr sey / was Syrach saget: Mancher lästs ihm sawer werdẽ / und eilet zum Reichthum / und hindert sich nur selber damit. Dagegen thut mancher gemach / der wol Hülffe bedürfte / ist dazu schwach und arm / den sihet Gott an mit Gnaden / und hilft ihm aus dem Elende und bringt ihn zu Ehren / daß sich sein viel verwundern. Man erfährts / daß es wahr sey / was der Prediger Salomon sagt: Zum Lauffen hilft nicht schnell seyn / zum Streit hilfft nicht starck seyn / zur Nahrung hilfft nicht geschickt seyn. Zum Reichthumb hilfft nichtklug seyn. Daß einer angenehm sey / hilft nicht / daß er ein Ding wol köñe / sondern alles ligtes an der Zeit und Glück. Gott ist der Bawmeister des gesegneten Hauses. Warumb wil aber Gott nicht allezeit bawen? Man wehret ihm durch Vngerechtigkeit und Mißtrawen. Wir sehen für Augen / wie der Reichthum unter den Leuten sich immer mehr und mehr verlieret. Man muß sich verwundern / wo das Geld bleibet. Von Anfang der Welt hat man Gold und Silber gesucht / und genug gefunden. Man suchets und findet auch noch was täglich / da solte ja billich die Welt immer reicher werden / aber das Gegentheil sihet man für Augen / der Reichthum der Welt verlieret sich. Woher kömpts? die Welt wird immer ärger / also wird sie auch immer armer. Vormaln / da Christus angefangen die Heyden zu seiner Kirchen zu führen /
Syr. 11, 11.
Eccl. 9, 11.
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