Moritz, Karl Philipp (Hrsg.): Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Bd. 2, St. 1. Berlin, 1784.
Diese Frau ist übrigens an die 40; jetzt völlig gesund an Leib und Seele; sie ist von ernsthafter Gemüthsart, stille, nachdenkend, zur Melancholie geneigt, sonst aber gewissenhaft, und auch eine der christlichsten und bravsten Hausmütter dieser Gemeine. Zur Hellen, X. Sonderbarer Zustand eines nervenkranken Knaben. Aus einem Briefe aus Schlesien. Ein Schwestersohn von mir bekam in einem Alter von etwa neun Jahren, aus Schrecken vor einer mit der Nervenkrankheit geplagten Person, selbst diese Krankheit. Nachdem er hievon genesen, verfiel er ein Jahr drauf, mithin also etwan mit zehn Jahren in eine Art von Schlafsucht, so daß er auch bei Tage, er mochte stehn oder sitzen, unversehens einschlief, und überhaupt weit mehr Zeit schlafend als wachend zubrachte.
Diese Frau ist uͤbrigens an die 40; jetzt voͤllig gesund an Leib und Seele; sie ist von ernsthafter Gemuͤthsart, stille, nachdenkend, zur Melancholie geneigt, sonst aber gewissenhaft, und auch eine der christlichsten und bravsten Hausmuͤtter dieser Gemeine. Zur Hellen, X. Sonderbarer Zustand eines nervenkranken Knaben. Aus einem Briefe aus Schlesien. Ein Schwestersohn von mir bekam in einem Alter von etwa neun Jahren, aus Schrecken vor einer mit der Nervenkrankheit geplagten Person, selbst diese Krankheit. Nachdem er hievon genesen, verfiel er ein Jahr drauf, mithin also etwan mit zehn Jahren in eine Art von Schlafsucht, so daß er auch bei Tage, er mochte stehn oder sitzen, unversehens einschlief, und uͤberhaupt weit mehr Zeit schlafend als wachend zubrachte. <TEI> <text> <body> <div> <div n="1"> <div n="2"> <p><pb facs="#f0071" n="69"/><lb/> durch den Fleiß eines gruͤndlichen Arztes vollkommen gehoben wurde. </p> <p>Diese Frau ist uͤbrigens an die 40; jetzt voͤllig gesund an Leib und Seele; sie ist von ernsthafter Gemuͤthsart, stille, nachdenkend, zur Melancholie geneigt, sonst aber gewissenhaft, und auch eine der christlichsten und bravsten Hausmuͤtter dieser Gemeine. </p> <p rendition="#right"><hi rendition="#b"><persName ref="#ref0009"><note type="editorial">Hellen, Christian Friedrich zur</note>Zur Hellen</persName></hi>,<lb/> Pastor zu Dornberg in der Graf<lb/> -schaft Ravensberg.</p> <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> </div> <div n="2"> <head><hi rendition="#aq">X</hi>.<lb/> Sonderbarer Zustand eines nervenkranken Knaben.</head><lb/> <note type="editorial"> <bibl> <persName ref="#ref99"><note type="editorial"/>Ritter</persName> </bibl> </note> <argument> <p>Aus einem Briefe aus Schlesien. </p> </argument> <p>Ein Schwestersohn von mir bekam in einem Alter von etwa neun Jahren, aus Schrecken vor einer mit der Nervenkrankheit geplagten Person, selbst diese Krankheit. </p> <p>Nachdem er hievon genesen, verfiel er ein Jahr drauf, mithin also etwan mit zehn Jahren in eine Art von Schlafsucht, so daß er auch bei Tage, er mochte stehn oder sitzen, unversehens einschlief, und uͤberhaupt weit mehr Zeit schlafend als wachend zubrachte. </p><lb/> </div> </div> </div> </body> </text> </TEI> [69/0071]
durch den Fleiß eines gruͤndlichen Arztes vollkommen gehoben wurde.
Diese Frau ist uͤbrigens an die 40; jetzt voͤllig gesund an Leib und Seele; sie ist von ernsthafter Gemuͤthsart, stille, nachdenkend, zur Melancholie geneigt, sonst aber gewissenhaft, und auch eine der christlichsten und bravsten Hausmuͤtter dieser Gemeine.
Zur Hellen,
Pastor zu Dornberg in der Graf
-schaft Ravensberg.
X.
Sonderbarer Zustand eines nervenkranken Knaben.
Aus einem Briefe aus Schlesien.
Ein Schwestersohn von mir bekam in einem Alter von etwa neun Jahren, aus Schrecken vor einer mit der Nervenkrankheit geplagten Person, selbst diese Krankheit.
Nachdem er hievon genesen, verfiel er ein Jahr drauf, mithin also etwan mit zehn Jahren in eine Art von Schlafsucht, so daß er auch bei Tage, er mochte stehn oder sitzen, unversehens einschlief, und uͤberhaupt weit mehr Zeit schlafend als wachend zubrachte.
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(2015-06-09T11:00:00Z)
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