Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.
Wal Bonaventura Sauerampfer(pseud.), 1877. Walz, Willi, psd. Gallus Walz, S: Früh am Morgen (Stu- Walzel, Camillo, pseud. F. Zell, Wan naudampfschiffahrt-Gesellschaft ein,wurde 1859 Sekondekapitän, 1861 Schiffskommandant und 1866 als Kapitän dem Kriegsministerium zu- geteilt. Jm Jahre 1873 trat er in den Ruhestand. Jetzt gab er sich mit allem Eifer schriftstellerischer Tätig- keit hin. Er war Berichterstatter für die "Ostdeutsche Post", Feuilletonist der "Presse" und der "Neuen Freien Presse", Mitbegründer des "Neuen Fremdenblatts" und ständiger Mit- arbeiter der Münchener "Fliegenden Blätter". Seine Haupttätigkeit ent- faltete er jedoch in der Bearbeitung fränzösischer und englischer Stücke für die deutsche Bühne und später in der Abfassung von Operettentexten (viele in Gemeinschaft mit R. Genee), so daß er mit Recht der Mitbegründer der sogenannten Wiener Operette ge- nannt wird. Jm Jahre 1884 über- nahm er die Direktion des Theaters an der Wien u. führte sie fünf Jahre lang. Seitdem lebte er als unab- hängiger Schriftsteller in Wien und starb daselbst in der Nacht vom 17. auf den 18. März 1895. Von seinen S seien nur die Original-Operetten- Walzel, Johann Kaspar v., ist der Wanckel, Karl, geb. am 4. Juli *
Wal Bonaventura Sauerampfer(pſeud.), 1877. Walz, Willi, pſd. Gallus Walz, S: Früh am Morgen (Stu- Walzel, Camillo, pſeud. F. Zell, Wan naudampfſchiffahrt-Geſellſchaft ein,wurde 1859 Sekondekapitän, 1861 Schiffskommandant und 1866 als Kapitän dem Kriegsminiſterium zu- geteilt. Jm Jahre 1873 trat er in den Ruheſtand. Jetzt gab er ſich mit allem Eifer ſchriftſtelleriſcher Tätig- keit hin. Er war Berichterſtatter für die „Oſtdeutſche Poſt“, Feuilletoniſt der „Preſſe“ und der „Neuen Freien Preſſe“, Mitbegründer des „Neuen Fremdenblatts“ und ſtändiger Mit- arbeiter der Münchener „Fliegenden Blätter“. Seine Haupttätigkeit ent- faltete er jedoch in der Bearbeitung fränzöſiſcher und engliſcher Stücke für die deutſche Bühne und ſpäter in der Abfaſſung von Operettentexten (viele in Gemeinſchaft mit R. Genée), ſo daß er mit Recht der Mitbegründer der ſogenannten Wiener Operette ge- nannt wird. Jm Jahre 1884 über- nahm er die Direktion des Theaters an der Wien u. führte ſie fünf Jahre lang. Seitdem lebte er als unab- hängiger Schriftſteller in Wien und ſtarb daſelbſt in der Nacht vom 17. auf den 18. März 1895. Von ſeinen S ſeien nur die Original-Operetten- Walzel, Johann Kaſpar v., iſt der Wanckel, Karl, geb. am 4. Juli *
<TEI> <text> <body> <div type="index" n="1"> <div type="bibliography" n="2"> <p><pb facs="#f0326" n="322"/><lb/><cb/><lb/> <fw place="top" type="header"><hi rendition="#g">Wal</hi></fw><lb/><hi rendition="#g">Bonaventura Sauerampfer</hi><lb/> (pſeud.), 1877.</p><lb/> </div> </div><lb/> <div type="index" n="1"> <head> <persName><hi rendition="#b">Walz,</hi> Willi,</persName> </head> <p> pſd. <hi rendition="#g">Gallus Walz,</hi><lb/> * am 20. Jan. 1877 in St. Gallen, lebt<lb/> daſelbſt. </p><lb/> <div type="bibliography" n="2"> <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head> <p> Früh am Morgen (Stu-<lb/> dien), 1900. – Pfingſten (N.), 1906.</p><lb/> </div> </div><lb/> <div type="index" n="1"> <head> <persName><hi rendition="#b">Walzel,</hi> Camillo,</persName> </head> <p> pſeud. F. <hi rendition="#g">Zell,</hi><lb/> wurde am 11. Febr. 1829 in Magde-<lb/> burg geboren. Sein Vater, Auguſt<lb/> W., war Artillerieoffizier in Prag,<lb/> ſeine Mutter die Sängerin Fortu-<lb/> nata Franchetti. Damit ſich beide<lb/> heiraten konnten, quittierte der erſtere<lb/> 1825 den Militärdienſt und gründete<lb/> ſpäter in Peſt die erſte lithographiſche<lb/> Anſtalt in Ungarn. Als die Mutter<lb/> gerade in Magdeburg als Sängerin<lb/> engagiert war, gebar ſie den Sohn<lb/> Camillo. Um dieſen ganz von der<lb/> Bühne fernzuhalten, übergab ſie ihn<lb/> einem Penſionat in Dresden, wo er<lb/> bis zum 16. Jahre blieb, um dann in<lb/> die lithographiſche Anſtalt ſeines<lb/> Vaters in Peſt einzutreten. Schon<lb/> hier zeigte er beſondere Vorliebe für<lb/> die Bühne u. Literatur und verſuchte<lb/> es im geheimen ſelbſt mit der Schrift-<lb/> ſtellerei. Jm Jahre 1847 überſiedelte<lb/> er nach Wien, machte als akademiſcher<lb/> Legionär die Märztage von 1848 mit<lb/> — er beſuchte damals die Akademie<lb/> der bildenden Künſte — und kämpfte<lb/> ſpäter auch in der Tiroler Schützen-<lb/> kompagnie gegen die Garibaldianer.<lb/> Dadurch wurde in ihm der Wunſch<lb/> rege, Soldat zu werden. Er diente<lb/> bei der Jägertruppe, wurde in Jta-<lb/> lien Offizier, 1851 zur Geniedirek-<lb/> tion u. 1852 zum geographiſchen Jn-<lb/> ſtitut nach Wien verſetzt. Bei Aus-<lb/> bruch des ruſſiſch-türkiſchen Krieges<lb/> rückte er mit ſeinem Regiment in Un-<lb/> garn, die Bukowina u. Siebenbürgen<lb/> vor, nahm aber nach Beendigung des-<lb/> ſelben ſeinen Abſchied, um ſich ganz<lb/> dem literariſchen Berufe zu widmen.<lb/> Die Frage ums liebe Brot nötigte<lb/> ihn aber, neben dieſem Berufe eine<lb/> ſichere Einnahme zu ſuchen, u. ſo trat<lb/> er 1856 als Beamter bei der Do-<lb/><cb/><lb/> <fw place="top" type="header"><hi rendition="#g">Wan</hi></fw><lb/> naudampfſchiffahrt-Geſellſchaft ein,<lb/> wurde 1859 Sekondekapitän, 1861<lb/> Schiffskommandant und 1866 als<lb/> Kapitän dem Kriegsminiſterium zu-<lb/> geteilt. Jm Jahre 1873 trat er in<lb/> den Ruheſtand. Jetzt gab er ſich mit<lb/> allem Eifer ſchriftſtelleriſcher Tätig-<lb/> keit hin. Er war Berichterſtatter für<lb/> die „Oſtdeutſche Poſt“, Feuilletoniſt<lb/> der „Preſſe“ und der „Neuen Freien<lb/> Preſſe“, Mitbegründer des „Neuen<lb/> Fremdenblatts“ und ſtändiger Mit-<lb/> arbeiter der Münchener „Fliegenden<lb/> Blätter“. Seine Haupttätigkeit ent-<lb/> faltete er jedoch in der Bearbeitung<lb/> fränzöſiſcher und engliſcher Stücke für<lb/> die deutſche Bühne und ſpäter in der<lb/> Abfaſſung von Operettentexten (viele<lb/> in Gemeinſchaft mit R. Genée), ſo<lb/> daß er mit Recht der Mitbegründer<lb/> der ſogenannten Wiener Operette ge-<lb/> nannt wird. Jm Jahre 1884 über-<lb/> nahm er die Direktion des Theaters<lb/> an der Wien u. führte ſie fünf Jahre<lb/> lang. Seitdem lebte er als unab-<lb/> hängiger Schriftſteller in Wien und<lb/> ſtarb daſelbſt in der Nacht vom 17.<lb/> auf den 18. März 1895. Von ſeinen<lb/></p><lb/> <div type="bibliography" n="2"> <head> <hi rendition="#i">S</hi> </head> <p> ſeien nur die Original-Operetten-<lb/> Libretti erwähnt: Caglioſtro in Wien<lb/> – Der Karneval in Rom – Die Por-<lb/> trätdame – Fatinitza – Der Seekadett<lb/> – Nanon – Der letzte Mohikaner -<lb/> Boccaccio – Gräfin Dubarry – Donna<lb/> Juanita – Niſida – Die Carbonari -<lb/> Gascogner – Die Jungfrau von Belle-<lb/> ville – Der luſtige Krieg – Eine Nach<lb/> in Venedig – Gasparone – Die Zwil-<lb/> linge – Königin Marietta – Apajune<lb/> – Bettelſtudent – Jagdjunker – Vize -<lb/> admiral – Nachtwandler – Novize -<lb/> Millionenonkel.</p><lb/> </div> </div><lb/> <div type="index" n="1"> <head> <persName><hi rendition="#b">Walzel,</hi> Johann Kaſpar v.,</persName> </head> <p> iſt der<lb/> richtige Name für den Bd. <hi rendition="#aq">III,</hi> S. 413<lb/> genannten Joſeph <hi rendition="#g">Kaſpar-Wal-<lb/> zel;</hi> ſ. d.!</p><lb/> </div><lb/> <div type="index" n="1"> <head> <persName><hi rendition="#b">Wanckel,</hi> Karl,</persName> </head> <p> geb. am 4. Juli<lb/> 1811 zu Hoheneck bei Stollberg im<lb/> Erzgebirge als der Sohn eines Juſtiz-<lb/> und Rentamtmanns, erhielt ſeinen<lb/> <fw place="bottom" type="sig">*</fw><lb/></p> </div> </body> </text> </TEI> [322/0326]
Wal
Wan
Bonaventura Sauerampfer
(pſeud.), 1877.
Walz, Willi, pſd. Gallus Walz,
* am 20. Jan. 1877 in St. Gallen, lebt
daſelbſt.
S: Früh am Morgen (Stu-
dien), 1900. – Pfingſten (N.), 1906.
Walzel, Camillo, pſeud. F. Zell,
wurde am 11. Febr. 1829 in Magde-
burg geboren. Sein Vater, Auguſt
W., war Artillerieoffizier in Prag,
ſeine Mutter die Sängerin Fortu-
nata Franchetti. Damit ſich beide
heiraten konnten, quittierte der erſtere
1825 den Militärdienſt und gründete
ſpäter in Peſt die erſte lithographiſche
Anſtalt in Ungarn. Als die Mutter
gerade in Magdeburg als Sängerin
engagiert war, gebar ſie den Sohn
Camillo. Um dieſen ganz von der
Bühne fernzuhalten, übergab ſie ihn
einem Penſionat in Dresden, wo er
bis zum 16. Jahre blieb, um dann in
die lithographiſche Anſtalt ſeines
Vaters in Peſt einzutreten. Schon
hier zeigte er beſondere Vorliebe für
die Bühne u. Literatur und verſuchte
es im geheimen ſelbſt mit der Schrift-
ſtellerei. Jm Jahre 1847 überſiedelte
er nach Wien, machte als akademiſcher
Legionär die Märztage von 1848 mit
— er beſuchte damals die Akademie
der bildenden Künſte — und kämpfte
ſpäter auch in der Tiroler Schützen-
kompagnie gegen die Garibaldianer.
Dadurch wurde in ihm der Wunſch
rege, Soldat zu werden. Er diente
bei der Jägertruppe, wurde in Jta-
lien Offizier, 1851 zur Geniedirek-
tion u. 1852 zum geographiſchen Jn-
ſtitut nach Wien verſetzt. Bei Aus-
bruch des ruſſiſch-türkiſchen Krieges
rückte er mit ſeinem Regiment in Un-
garn, die Bukowina u. Siebenbürgen
vor, nahm aber nach Beendigung des-
ſelben ſeinen Abſchied, um ſich ganz
dem literariſchen Berufe zu widmen.
Die Frage ums liebe Brot nötigte
ihn aber, neben dieſem Berufe eine
ſichere Einnahme zu ſuchen, u. ſo trat
er 1856 als Beamter bei der Do-
naudampfſchiffahrt-Geſellſchaft ein,
wurde 1859 Sekondekapitän, 1861
Schiffskommandant und 1866 als
Kapitän dem Kriegsminiſterium zu-
geteilt. Jm Jahre 1873 trat er in
den Ruheſtand. Jetzt gab er ſich mit
allem Eifer ſchriftſtelleriſcher Tätig-
keit hin. Er war Berichterſtatter für
die „Oſtdeutſche Poſt“, Feuilletoniſt
der „Preſſe“ und der „Neuen Freien
Preſſe“, Mitbegründer des „Neuen
Fremdenblatts“ und ſtändiger Mit-
arbeiter der Münchener „Fliegenden
Blätter“. Seine Haupttätigkeit ent-
faltete er jedoch in der Bearbeitung
fränzöſiſcher und engliſcher Stücke für
die deutſche Bühne und ſpäter in der
Abfaſſung von Operettentexten (viele
in Gemeinſchaft mit R. Genée), ſo
daß er mit Recht der Mitbegründer
der ſogenannten Wiener Operette ge-
nannt wird. Jm Jahre 1884 über-
nahm er die Direktion des Theaters
an der Wien u. führte ſie fünf Jahre
lang. Seitdem lebte er als unab-
hängiger Schriftſteller in Wien und
ſtarb daſelbſt in der Nacht vom 17.
auf den 18. März 1895. Von ſeinen
S ſeien nur die Original-Operetten-
Libretti erwähnt: Caglioſtro in Wien
– Der Karneval in Rom – Die Por-
trätdame – Fatinitza – Der Seekadett
– Nanon – Der letzte Mohikaner -
Boccaccio – Gräfin Dubarry – Donna
Juanita – Niſida – Die Carbonari -
Gascogner – Die Jungfrau von Belle-
ville – Der luſtige Krieg – Eine Nach
in Venedig – Gasparone – Die Zwil-
linge – Königin Marietta – Apajune
– Bettelſtudent – Jagdjunker – Vize -
admiral – Nachtwandler – Novize -
Millionenonkel.
Walzel, Johann Kaſpar v., iſt der
richtige Name für den Bd. III, S. 413
genannten Joſeph Kaſpar-Wal-
zel; ſ. d.!
Wanckel, Karl, geb. am 4. Juli
1811 zu Hoheneck bei Stollberg im
Erzgebirge als der Sohn eines Juſtiz-
und Rentamtmanns, erhielt ſeinen
*
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools ?Language Resource Switchboard?FeedbackSie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden. Kommentar zur DTA-AusgabeDieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.
|
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden. Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des § 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
2007–2024 Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.
Kontakt: redaktion(at)deutschestextarchiv.de. |