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Holz, Arno: Phantasus. 1. Heft. Berlin, 1898.

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Aus einem Kornfeld,
schräg zum See,
hob sich die Linde.
Auf schmalem Fussweg an ihr vorbei,
jeden Nachmittag durch die Juliglut zum Baden,
wir Jungens.
Der blaue Himmel, die tausend gelben Blüten, das Bienengesumm!
Und noch immer,
wenn die Andern längst unten waren,
-- aus dem Wasser klang ihr Lachen und Geschrei --
stand ich.
Und sah den Himmel
und hörte die Bienen
und sog den Duft.

Aus einem Kornfeld,
schräg zum See,
hob sich die Linde.
Auf schmalem Fussweg an ihr vorbei,
jeden Nachmittag durch die Juliglut zum Baden,
wir Jungens.
Der blaue Himmel, die tausend gelben Blüten, das Bienengesumm!
Und noch immer,
wenn die Andern längst unten waren,
— aus dem Wasser klang ihr Lachen und Geschrei —
stand ich.
Und sah den Himmel
und hörte die Bienen
und sog den Duft.

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[0044] Aus einem Kornfeld, schräg zum See, hob sich die Linde. Auf schmalem Fussweg an ihr vorbei, jeden Nachmittag durch die Juliglut zum Baden, wir Jungens. Der blaue Himmel, die tausend gelben Blüten, das Bienengesumm! Und noch immer, wenn die Andern längst unten waren, — aus dem Wasser klang ihr Lachen und Geschrei — stand ich. Und sah den Himmel und hörte die Bienen und sog den Duft.

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Zitationshilfe: Holz, Arno: Phantasus. 1. Heft. Berlin, 1898, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/holz_phantasus01_1898/44>, abgerufen am 21.04.2024.