Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652.mögen deinem Nechsten zu dienen; findet sich noch Mangel vnd Gebrechen dabey / das erkenne / vnd seufftze darüber / vnd glaube / daß durch Christi Blut aller Mangel erstattet / vnd alle anklebende Vnreinigkeit abgewaschet werde; so ist deine Liebe recht vnd Christlich / vnd hast das Zeichen der Wiedergeburt in dir / vnd weisst / daß du auß dem Todt zum Leben kommen bist. So ermahne ich euch nun im HERRN / meine Lieben / daß2. Hortatori, ad correctionem. Diligamus realiter. jhr ableget allen Haß vnd Neyd / alle Gewalt vnd Vnrecht / alles Liegen vnd Triegen / vnd daß jhr euch vnter einander liebet / nicht mit Worten allein / vnd mit der Zungen / sondern in der That vnd Warheit. Wer dieser Welt Güter hat / vnd sihet seinen Bruder darben / der schließ sein Hertz nicht für jhm zu. Liebet nicht allein die euch lieben; thut nicht allein wol ewren Wolthätern; leihet nicht allein / von denen jhr hoffet zu nehmen: denn das thun auch die Sünder. Jhr aber thut / wie der HERR lehret / Lucae am 6. Liebet ewre Feinde / thut wol / vnd leihet / daß jhr nichtsLuc. 6, 35. dafür hoffet. Es ist ein köstlicher Rath / für einen der Liebe üben / vnd den Dürfftigen dienen will / von allen Einkunfften vnser Güter / oder von allem Gewinst vnser Arbeit etwas für die Dürfftigen beylegen / es sey auch so viel es wolle; so wirstu einen geistlichen Schatz samlen / vnd wird dir nicht schwer werden / dem Nechsten zu leihen vnd zu geben. Was du aber gutes thuest / das thue nicht zum Pracht / oder vmb Ehre willen; auch nicht vmb Dancks willen / sondern bloß vnd allein vmb Gottes willen / weil es GOtt wolgefällig / vnd dem Nechsten nutz ist. Wir haben Gottes Befehl im 5. Buch Mosis am 15. Cap.Deut. 15, 7. 8. Wenn deiner Brüder jrgend einer arm ist / in jrgend einer Statt in deinem Lande / so soltu dein Hertz nicht verhärten / noch deine Hand zuhalten gegen deinem armen Bruder / sondern solt sie jhm auffthun / vnd jhm leihen / nach dem er mangelt. Wir haben reiche Verheissung mögen deinem Nechsten zu dienen; findet sich noch Mangel vnd Gebrechen dabey / das erkenne / vnd seufftze darüber / vnd glaube / daß durch Christi Blut aller Mangel erstattet / vnd alle anklebende Vnreinigkeit abgewaschet werde; so ist deine Liebe recht vnd Christlich / vnd hast das Zeichen der Wiedergeburt in dir / vnd weisst / daß du auß dem Todt zum Leben kommen bist. So ermahne ich euch nun im HERRN / meine Lieben / daß2. Hortatori, ad correctionem. Diligamus realiter. jhr ableget allen Haß vnd Neyd / alle Gewalt vnd Vnrecht / alles Liegen vnd Triegen / vnd daß jhr euch vnter einander liebet / nicht mit Worten allein / vnd mit der Zungen / sondern in der That vnd Warheit. Wer dieser Welt Güter hat / vnd sihet seinen Bruder darben / der schließ sein Hertz nicht für jhm zu. Liebet nicht allein die euch lieben; thut nicht allein wol ewren Wolthätern; leihet nicht allein / von denen jhr hoffet zu nehmen: denn das thun auch die Sünder. Jhr aber thut / wie der HERR lehret / Lucae am 6. Liebet ewre Feinde / thut wol / vnd leihet / daß jhr nichtsLuc. 6, 35. dafür hoffet. Es ist ein köstlicher Rath / für einen der Liebe üben / vnd den Dürfftigen dienen will / von allen Einkunfften vnser Güter / oder von allem Gewinst vnser Arbeit etwas für die Dürfftigen beylegen / es sey auch so viel es wolle; so wirstu einen geistlichen Schatz samlen / vnd wird dir nicht schwer werden / dem Nechsten zu leihen vnd zu geben. Was du aber gutes thuest / das thue nicht zum Pracht / oder vmb Ehre willen; auch nicht vmb Dancks willen / sondern bloß vnd allein vmb Gottes willen / weil es GOtt wolgefällig / vnd dem Nechsten nutz ist. Wir haben Gottes Befehl im 5. Buch Mosis am 15. Cap.Deut. 15, 7. 8. Wenn deiner Brüder jrgend einer arm ist / in jrgend einer Statt in deinem Lande / so soltu dein Hertz nicht verhärten / noch deine Hand zuhalten gegen deinem armen Bruder / sondern solt sie jhm auffthun / vnd jhm leihen / nach dem er mangelt. Wir haben reiche Verheissung <TEI> <text> <body> <div> <p><pb facs="#f0075" n="59"/> mögen deinem Nechsten zu dienen; findet sich noch Mangel vnd Gebrechen dabey / das erkenne / vnd seufftze darüber / vnd glaube / daß durch Christi Blut aller Mangel erstattet / vnd alle anklebende Vnreinigkeit abgewaschet werde; so ist deine Liebe recht vnd Christlich / vnd hast das Zeichen der Wiedergeburt in dir / vnd weisst / daß du auß dem Todt zum Leben kommen bist.</p> <p>So ermahne ich euch nun im HERRN / meine Lieben / daß<note place="right">2. Hortatori, ad correctionem. 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Es ist ein köstlicher Rath / für einen der Liebe üben / vnd den Dürfftigen dienen will / von allen Einkunfften vnser Güter / oder von allem Gewinst vnser Arbeit etwas für die Dürfftigen beylegen / es sey auch so viel es wolle; so wirstu einen geistlichen Schatz samlen / vnd wird dir nicht schwer werden / dem Nechsten zu leihen vnd zu geben. Was du aber gutes thuest / das thue nicht zum Pracht / oder vmb Ehre willen; auch nicht vmb Dancks willen / sondern bloß vnd allein vmb Gottes willen / weil es GOtt wolgefällig / vnd dem Nechsten nutz ist.</p> <p>Wir haben Gottes Befehl im 5. Buch Mosis am 15. Cap.<note place="right">Deut. 15, 7. 8.</note> Wenn deiner Brüder jrgend einer arm ist / in jrgend einer Statt in deinem Lande / so soltu dein Hertz nicht verhärten / noch deine Hand zuhalten gegen deinem armen Bruder / sondern solt sie jhm auffthun / vnd jhm leihen / nach dem er mangelt. Wir haben reiche Verheissung </p> </div> </body> </text> </TEI> [59/0075]
mögen deinem Nechsten zu dienen; findet sich noch Mangel vnd Gebrechen dabey / das erkenne / vnd seufftze darüber / vnd glaube / daß durch Christi Blut aller Mangel erstattet / vnd alle anklebende Vnreinigkeit abgewaschet werde; so ist deine Liebe recht vnd Christlich / vnd hast das Zeichen der Wiedergeburt in dir / vnd weisst / daß du auß dem Todt zum Leben kommen bist.
So ermahne ich euch nun im HERRN / meine Lieben / daß jhr ableget allen Haß vnd Neyd / alle Gewalt vnd Vnrecht / alles Liegen vnd Triegen / vnd daß jhr euch vnter einander liebet / nicht mit Worten allein / vnd mit der Zungen / sondern in der That vnd Warheit. Wer dieser Welt Güter hat / vnd sihet seinen Bruder darben / der schließ sein Hertz nicht für jhm zu. Liebet nicht allein die euch lieben; thut nicht allein wol ewren Wolthätern; leihet nicht allein / von denen jhr hoffet zu nehmen: denn das thun auch die Sünder. Jhr aber thut / wie der HERR lehret / Lucae am 6. Liebet ewre Feinde / thut wol / vnd leihet / daß jhr nichts dafür hoffet. Es ist ein köstlicher Rath / für einen der Liebe üben / vnd den Dürfftigen dienen will / von allen Einkunfften vnser Güter / oder von allem Gewinst vnser Arbeit etwas für die Dürfftigen beylegen / es sey auch so viel es wolle; so wirstu einen geistlichen Schatz samlen / vnd wird dir nicht schwer werden / dem Nechsten zu leihen vnd zu geben. Was du aber gutes thuest / das thue nicht zum Pracht / oder vmb Ehre willen; auch nicht vmb Dancks willen / sondern bloß vnd allein vmb Gottes willen / weil es GOtt wolgefällig / vnd dem Nechsten nutz ist.
2. Hortatori, ad correctionem. Diligamus realiter.
Luc. 6, 35. Wir haben Gottes Befehl im 5. Buch Mosis am 15. Cap. Wenn deiner Brüder jrgend einer arm ist / in jrgend einer Statt in deinem Lande / so soltu dein Hertz nicht verhärten / noch deine Hand zuhalten gegen deinem armen Bruder / sondern solt sie jhm auffthun / vnd jhm leihen / nach dem er mangelt. Wir haben reiche Verheissung
Deut. 15, 7. 8.
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Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652, S. 59. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652/75>, abgerufen am 16.02.2025. |