Menger, Carl: Grundsätze der Volkswirthschaftslehre. Wien, 1871.Der menschliche Bedarf. raumes über die bezügliche Quantität der in Rede stehendenGüter erster Ordnung unmittelbar zu verfügen vermögen. Anders verhält sich dies, wofern wir unseren Bedarf an Gütern erster, oder überhaupt niederer Ordnung mittelbar, d. i. durch Quantitäten der betreffenden Güter höherer Ordnung decken sollen, und zwar wegen des Zeitaufwandes, welcher, wie wir oben sahen, von jedem Productionsprocesse unzertrennlich ist. Nennen wir den der Gegenwart zunächstliegenden, bis zu dem Zeitpuncte, wo aus den in unserer Verfügung befindlichen Gütern zweiter Ordnung bereits die entsprechenden Güter erster Ordnung her- gestellt sein können, reichenden Zeitraum die Periode I, den sich hieranschliessenden, bis zu dem Zeitpuncte, wo aus den uns verfügbaren Gütern dritter Ordnung bereits Güter erster Ordnung hergestellt sein können, reichenden Zeitraum die Periode II, und so fort die folgenden Zeiträume die Perioden III, IV u. s. w., so ergibt sich mit Rücksicht auf jede besondere Güterart eine Reihenfolge von Zeiträumen, für welche wir zunächst und unmit- telbar einen Bedarf an Gütern erster Ordnung haben, einen Be- darf, der dadurch, dass wir innerhalb dieser Zeiträume über die bezüglichen Quantitäten von Gütern erster Ordnung unmittelbar verfügen, auch thatsächlich gedeckt ist. Setzen wir nun aber den Fall, wir wollten unsern Bedarf Die obige Beobachtung gilt nicht nur für unseren Bedarf Wenn der Bedarf eines Volkes an Getreide für die lau- Der menschliche Bedarf. raumes über die bezügliche Quantität der in Rede stehendenGüter erster Ordnung unmittelbar zu verfügen vermögen. Anders verhält sich dies, wofern wir unseren Bedarf an Gütern erster, oder überhaupt niederer Ordnung mittelbar, d. i. durch Quantitäten der betreffenden Güter höherer Ordnung decken sollen, und zwar wegen des Zeitaufwandes, welcher, wie wir oben sahen, von jedem Productionsprocesse unzertrennlich ist. Nennen wir den der Gegenwart zunächstliegenden, bis zu dem Zeitpuncte, wo aus den in unserer Verfügung befindlichen Gütern zweiter Ordnung bereits die entsprechenden Güter erster Ordnung her- gestellt sein können, reichenden Zeitraum die Periode I, den sich hieranschliessenden, bis zu dem Zeitpuncte, wo aus den uns verfügbaren Gütern dritter Ordnung bereits Güter erster Ordnung hergestellt sein können, reichenden Zeitraum die Periode II, und so fort die folgenden Zeiträume die Perioden III, IV u. s. w., so ergibt sich mit Rücksicht auf jede besondere Güterart eine Reihenfolge von Zeiträumen, für welche wir zunächst und unmit- telbar einen Bedarf an Gütern erster Ordnung haben, einen Be- darf, der dadurch, dass wir innerhalb dieser Zeiträume über die bezüglichen Quantitäten von Gütern erster Ordnung unmittelbar verfügen, auch thatsächlich gedeckt ist. Setzen wir nun aber den Fall, wir wollten unsern Bedarf Die obige Beobachtung gilt nicht nur für unseren Bedarf Wenn der Bedarf eines Volkes an Getreide für die lau- <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <div n="3"> <p><pb facs="#f0062" n="44"/><fw place="top" type="header">Der menschliche Bedarf.</fw><lb/> raumes über die bezügliche Quantität der in Rede stehenden<lb/> Güter erster Ordnung <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> zu verfügen vermögen.<lb/> Anders verhält sich dies, wofern wir unseren Bedarf an Gütern<lb/> erster, oder überhaupt niederer Ordnung mittelbar, d. i. durch<lb/> Quantitäten der betreffenden Güter höherer Ordnung decken<lb/> sollen, und zwar wegen des Zeitaufwandes, welcher, wie wir oben<lb/> sahen, von jedem Productionsprocesse unzertrennlich ist. 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Der menschliche Bedarf.
raumes über die bezügliche Quantität der in Rede stehenden
Güter erster Ordnung unmittelbar zu verfügen vermögen.
Anders verhält sich dies, wofern wir unseren Bedarf an Gütern
erster, oder überhaupt niederer Ordnung mittelbar, d. i. durch
Quantitäten der betreffenden Güter höherer Ordnung decken
sollen, und zwar wegen des Zeitaufwandes, welcher, wie wir oben
sahen, von jedem Productionsprocesse unzertrennlich ist. Nennen
wir den der Gegenwart zunächstliegenden, bis zu dem Zeitpuncte,
wo aus den in unserer Verfügung befindlichen Gütern zweiter
Ordnung bereits die entsprechenden Güter erster Ordnung her-
gestellt sein können, reichenden Zeitraum die Periode I, den
sich hieranschliessenden, bis zu dem Zeitpuncte, wo aus den uns
verfügbaren Gütern dritter Ordnung bereits Güter erster Ordnung
hergestellt sein können, reichenden Zeitraum die Periode II, und
so fort die folgenden Zeiträume die Perioden III, IV u. s. w., so
ergibt sich mit Rücksicht auf jede besondere Güterart eine
Reihenfolge von Zeiträumen, für welche wir zunächst und unmit-
telbar einen Bedarf an Gütern erster Ordnung haben, einen Be-
darf, der dadurch, dass wir innerhalb dieser Zeiträume über die
bezüglichen Quantitäten von Gütern erster Ordnung unmittelbar
verfügen, auch thatsächlich gedeckt ist.
Setzen wir nun aber den Fall, wir wollten unsern Bedarf
an Gütern erster Ordnung innerhalb der Periode II durch Güter
vierter Ordnung decken, so ist klar, dass dies physisch unmöglich
wäre, und eine Deckung des diesbezüglichen Bedarfes an Gütern
erster Ordnung innerhalb der gedachten Zeitperiode nur durch
Güter erster oder zweiter Ordnung erfolgen könnte.
Die obige Beobachtung gilt nicht nur für unseren Bedarf
an Gütern erster, sondern für unseren Bedarf an allen Gütern
niederer Ordnung im Gegenhalte zu den uns verfügbaren Gütern
höherer Ordnung. Wir können zum Beispiel unsern Bedarf an
Gütern dritter Ordnung innerhalb der Periode V nicht dadurch
decken, dass wir innerhalb dieser Periode über die entspre-
chenden Quantitäten von Gütern sechster Ordnung verfügen, es
ist vielmehr ersichtlich, dass wir zu diesem Zwecke über die
letzteren Güter bereits innerhalb der Periode II verfügen
müssten.
Wenn der Bedarf eines Volkes an Getreide für die lau-
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