Hahn, Alban von: Der Verkehr in der Guten Gesellschaft. 2. Auflage. Leipzig, ca. 1898.daß der Name eines Menschen doch vielfach das einzige Moment ist, welches ihn von andern unterscheidet, daß er diesen Namen Zeit seines Lebens tragen muß und daß der eine oder andre Name doch immer einen kleinen Beigeschmack des Lächerlichen hat, so wird man doppelte Überlegung bei der Wahl desselben walten lassen müssen. Eltern, die einen sehr verbreiteten Familiennamen haben, sollten ihren Kindern nicht auch noch einen gewöhnlichen Vornamen geben, sondern im Gegenteil bemüht sein, durch einen weniger gebräuchlichen ihnen dadurch eine gewisse Individualität zu verschaffen. Die Zahl der "Karl Müller", "Paul Schmidt" u. s. w. u. s. w. ist so ungemessen groß, daß man sich bei einem solchen Namen eine bestimmte Person viel schwerer denken können wird, als wenn man sich eines "Lothar Müller" oder "Siegfried Schmidt" u. ä, erinnert. Anderseits würde freilich ein Name wie Kaspar oder Peter, Anatole oder Adolar seinem Träger, wenn er im letzteren Fall nicht über einen ebenso romantischen Zunamen gebietet, doch immer einen etwas lächerlichen Anstrich geben. Beim Wählen des Namens ist es durchaus nicht anzuraten, der Mode zu folgen, die in diesem Fall geradezu etwas Ausgleichendes daß der Name eines Menschen doch vielfach das einzige Moment ist, welches ihn von andern unterscheidet, daß er diesen Namen Zeit seines Lebens tragen muß und daß der eine oder andre Name doch immer einen kleinen Beigeschmack des Lächerlichen hat, so wird man doppelte Überlegung bei der Wahl desselben walten lassen müssen. Eltern, die einen sehr verbreiteten Familiennamen haben, sollten ihren Kindern nicht auch noch einen gewöhnlichen Vornamen geben, sondern im Gegenteil bemüht sein, durch einen weniger gebräuchlichen ihnen dadurch eine gewisse Individualität zu verschaffen. Die Zahl der „Karl Müller“, „Paul Schmidt“ u. s. w. u. s. w. ist so ungemessen groß, daß man sich bei einem solchen Namen eine bestimmte Person viel schwerer denken können wird, als wenn man sich eines „Lothar Müller“ oder „Siegfried Schmidt“ u. ä, erinnert. Anderseits würde freilich ein Name wie Kaspar oder Peter, Anatole oder Adolar seinem Träger, wenn er im letzteren Fall nicht über einen ebenso romantischen Zunamen gebietet, doch immer einen etwas lächerlichen Anstrich geben. Beim Wählen des Namens ist es durchaus nicht anzuraten, der Mode zu folgen, die in diesem Fall geradezu etwas Ausgleichendes <TEI> <text> <body> <div n="1"> <p><pb facs="#f0131" n="121"/> daß der Name eines Menschen doch vielfach das einzige Moment ist, welches ihn von andern unterscheidet, daß er diesen Namen Zeit seines Lebens tragen muß und daß der eine oder andre Name doch immer einen kleinen Beigeschmack des Lächerlichen hat, so wird man doppelte Überlegung bei der Wahl desselben walten lassen müssen. Eltern, die einen sehr verbreiteten Familiennamen haben, sollten ihren Kindern nicht auch noch einen gewöhnlichen Vornamen geben, sondern im Gegenteil bemüht sein, durch einen weniger gebräuchlichen ihnen dadurch eine gewisse Individualität zu verschaffen. Die Zahl der „Karl Müller“, „Paul Schmidt“ u. s. w. u. s. w. ist so ungemessen groß, daß man sich bei einem solchen Namen eine bestimmte Person viel schwerer denken können wird, als wenn man sich eines „Lothar Müller“ oder „Siegfried Schmidt“ u. ä, erinnert. Anderseits würde freilich ein Name wie Kaspar oder Peter, Anatole oder Adolar seinem Träger, wenn er im letzteren Fall nicht über einen ebenso romantischen Zunamen gebietet, doch immer einen etwas lächerlichen Anstrich geben. Beim Wählen des Namens ist es durchaus nicht anzuraten, der Mode zu folgen, die in diesem Fall geradezu etwas Ausgleichendes </p> </div> </body> </text> </TEI> [121/0131]
daß der Name eines Menschen doch vielfach das einzige Moment ist, welches ihn von andern unterscheidet, daß er diesen Namen Zeit seines Lebens tragen muß und daß der eine oder andre Name doch immer einen kleinen Beigeschmack des Lächerlichen hat, so wird man doppelte Überlegung bei der Wahl desselben walten lassen müssen. Eltern, die einen sehr verbreiteten Familiennamen haben, sollten ihren Kindern nicht auch noch einen gewöhnlichen Vornamen geben, sondern im Gegenteil bemüht sein, durch einen weniger gebräuchlichen ihnen dadurch eine gewisse Individualität zu verschaffen. Die Zahl der „Karl Müller“, „Paul Schmidt“ u. s. w. u. s. w. ist so ungemessen groß, daß man sich bei einem solchen Namen eine bestimmte Person viel schwerer denken können wird, als wenn man sich eines „Lothar Müller“ oder „Siegfried Schmidt“ u. ä, erinnert. Anderseits würde freilich ein Name wie Kaspar oder Peter, Anatole oder Adolar seinem Träger, wenn er im letzteren Fall nicht über einen ebenso romantischen Zunamen gebietet, doch immer einen etwas lächerlichen Anstrich geben. Beim Wählen des Namens ist es durchaus nicht anzuraten, der Mode zu folgen, die in diesem Fall geradezu etwas Ausgleichendes
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