Jean Paul: Dritte Abteilung Briefe. In: Jean Pauls Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Abt. 3, Bd. 4. Berlin, 1960.er müste denn des Teufels lebendig sein. -- Meinem O[tto] geben R. 217. An Auguste und Friedrich Schlichtegroll. [Kopie][Meiningen, 6. Dez. 1801]Je älter und fester man wird, desto weniger spricht sich das Herz10 218. An Sophie und Joh. Dan. Sander in Berlin.20 [Kopie][Meiningen, 16. Dez. (?) 1801][138] Liebe Frau Gevatterin! Aber dieser altvät[erische] Titel ist eine zu 219. An Herzog Georg von Meiningen. [Kopie][Meiningen, 17. Dez. 1801]30Am heutigen frohen Tage, wo Sie eben so viel Freude austheilen er müſte denn des Teufels lebendig ſein. — Meinem O[tto] geben R. 217. An Auguſte und Friedrich Schlichtegroll. [Kopie][Meiningen, 6. Dez. 1801]Je älter und feſter man wird, deſto weniger ſpricht ſich das Herz10 218. An Sophie und Joh. Dan. Sander in Berlin.20 [Kopie][Meiningen, 16. Dez. (?) 1801][138] Liebe Frau Gevatterin! Aber dieſer altvät[eriſche] Titel iſt eine zu 219. An Herzog Georg von Meiningen. [Kopie][Meiningen, 17. Dez. 1801]30Am heutigen frohen Tage, wo Sie eben ſo viel Freude austheilen <TEI> <text> <body> <div type="letter" n="1"> <p><pb facs="#f0128" n="122"/> er müſte denn des Teufels lebendig ſein. — Meinem O[tto] geben<lb/> Sie den Brief erſt am Geburtstage früh mit dem Buch; und ſich<lb/> ſelber einen — Kus von mir, wenn nicht das unter allen Dingen das<lb/> einzige wäre, was ein Menſch nicht ſich ſelber geben kan. Hiezu iſt<lb/> immer ein repräſent[atives] Syſtem und Parliamentsglied nöthig,<lb n="5"/> z. B. die Fortſchreiberin dieſes, welche ſo anfängt:</p><lb/> <closer> <salute> <hi rendition="#right">R.</hi> </salute> </closer> </div><lb/> <div type="letter" n="1"> <head>217. An <hi rendition="#g">Auguſte und Friedrich Schlichtegroll.</hi></head><lb/> <note type="editorial">[Kopie]</note> <dateline> <hi rendition="#right">[Meiningen, 6. Dez. 1801]</hi> </dateline><lb/> <p>Je älter und feſter man wird, deſto weniger ſpricht ſich das Herz<lb n="10"/> durch den brieflichen Hauch aus, der zur Schneeflocke wird unterwegs.<lb/> Man wil den geliebten Menſchen an der Hand, nicht an den Schreibe-<lb/> fingern haben. — weil die Ehe den Werth der Wärme moraliſcher<lb/> wiegt, indes ſie die Seele vor <hi rendition="#g">neuen</hi> Freundſchaften verſpert. —<lb/> ein Folio- und Bilder-Young — Sara ſol ſich vorher in mich ver-<lb n="15"/> lieben, damit ich, wenn ich komme, die Liebe gleich fertig finde und nur<lb/> zuzulangen brauche — <hi rendition="#aq">Er.</hi> Ein Münzkabinet iſt eine Medaille für<lb/> Sie — Für meinen Parnas bin ich ein arbeitſamer Blumiſt und<lb/> Gärtner. Ich bin der Alte für Alte.</p> </div><lb/> <div type="letter" n="1"> <head>218. An <hi rendition="#g">Sophie und Joh. Dan. Sander in Berlin.</hi><lb n="20"/> </head> <note type="editorial">[Kopie]</note> <dateline> <hi rendition="#right">[Meiningen, 16. Dez. (?) 1801]</hi> </dateline><lb/> <p><note place="left"><ref target="1922_Bd4_138">[138]</ref></note> Liebe Frau Gevatterin! Aber dieſer altvät[eriſche] Titel iſt eine zu<lb/> tiefe Nachthaube für Ihr jugendliches [?] Geſicht. — Titel beſſer als<lb/> der flache Legazions Schnörkel — Wie froh werd’ ich die mir noch<lb/> geſtaltloſe Pathe an meine Lippen drücken, wenn ich vorher bei der<lb n="25"/> Mutter angefangen. — daß ich eine ewige Braut zur Frau habe.<lb/> Das Glük lächle Ihnen wie Sie und ſein Auge lege die Binde vor<lb/> Ihrem ab. — In groſſen Städten iſt alles ſtärker als die Memorien.</p> </div><lb/> <div type="letter" n="1"> <head>219. An <hi rendition="#g">Herzog Georg von Meiningen.</hi></head><lb/> <note type="editorial">[Kopie]</note> <dateline> <hi rendition="#right">[Meiningen, 17. Dez. 1801]</hi> </dateline> <lb n="30"/> <p>Am heutigen frohen Tage, wo Sie eben ſo viel Freude austheilen<lb/> als empfangen und wo die Glükwünſche zwiſchen Ihnen und dem<lb/> Lande wechſelſeitig ſind, werden Sie mir es vergönnen, daß der<lb/></p> </div> </body> </text> </TEI> [122/0128]
er müſte denn des Teufels lebendig ſein. — Meinem O[tto] geben
Sie den Brief erſt am Geburtstage früh mit dem Buch; und ſich
ſelber einen — Kus von mir, wenn nicht das unter allen Dingen das
einzige wäre, was ein Menſch nicht ſich ſelber geben kan. Hiezu iſt
immer ein repräſent[atives] Syſtem und Parliamentsglied nöthig, 5
z. B. die Fortſchreiberin dieſes, welche ſo anfängt:
R.
217. An Auguſte und Friedrich Schlichtegroll.
[Meiningen, 6. Dez. 1801]
Je älter und feſter man wird, deſto weniger ſpricht ſich das Herz 10
durch den brieflichen Hauch aus, der zur Schneeflocke wird unterwegs.
Man wil den geliebten Menſchen an der Hand, nicht an den Schreibe-
fingern haben. — weil die Ehe den Werth der Wärme moraliſcher
wiegt, indes ſie die Seele vor neuen Freundſchaften verſpert. —
ein Folio- und Bilder-Young — Sara ſol ſich vorher in mich ver- 15
lieben, damit ich, wenn ich komme, die Liebe gleich fertig finde und nur
zuzulangen brauche — Er. Ein Münzkabinet iſt eine Medaille für
Sie — Für meinen Parnas bin ich ein arbeitſamer Blumiſt und
Gärtner. Ich bin der Alte für Alte.
218. An Sophie und Joh. Dan. Sander in Berlin. 20
[Meiningen, 16. Dez. (?) 1801]
Liebe Frau Gevatterin! Aber dieſer altvät[eriſche] Titel iſt eine zu
tiefe Nachthaube für Ihr jugendliches [?] Geſicht. — Titel beſſer als
der flache Legazions Schnörkel — Wie froh werd’ ich die mir noch
geſtaltloſe Pathe an meine Lippen drücken, wenn ich vorher bei der 25
Mutter angefangen. — daß ich eine ewige Braut zur Frau habe.
Das Glük lächle Ihnen wie Sie und ſein Auge lege die Binde vor
Ihrem ab. — In groſſen Städten iſt alles ſtärker als die Memorien.
[138]
219. An Herzog Georg von Meiningen.
[Meiningen, 17. Dez. 1801] 30
Am heutigen frohen Tage, wo Sie eben ſo viel Freude austheilen
als empfangen und wo die Glükwünſche zwiſchen Ihnen und dem
Lande wechſelſeitig ſind, werden Sie mir es vergönnen, daß der
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools ?Language Resource Switchboard?FeedbackSie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden. Kommentar zur DTA-AusgabeDieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen … Historisch-kritische Ausgabe der Werke und Briefe von Jean Paul. Berlin-Brandenburgische Akademie zu Berlin: Bereitstellung der Texttranskription.
(2016-11-22T15:08:29Z)
Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Markus Bernauer, Matthias Boenig: Bearbeitung der digitalen Edition.
(2016-11-22T15:08:29Z)
Weitere Informationen:Die digitale Edition der Briefe Jean Pauls im Deutschen Textarchiv basiert auf der von Eduard Berend herausgegebenen III. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe mit den Briefen Jean Pauls. Die Bände werden im Faksimile und in getreuer Umschrift ohne Korrekturen vollständig zugänglich gemacht. Nicht aufgenommen, da in der hier gewählten Präsentation kaum nutzbar, sind Berends umfangreiche Register über die III. Abteilung in Band III/9, die in das elektronische Gesamtregister über die Briefe von und an Jean Paul eingegangen sind. Das bedeutet: Aufbewahrungsorte von Handschriften sowie veraltete Literaturverweise blieben ebenso bestehen wie die Nummern der von Jean Paul beantworteten Briefe oder der an ihn gerichteten Antworten, Nummern, die sich auf die Regesten in den digitalisierten Bänden beziehen und nicht auf die neue IV. Abteilung mit den Briefen an Jean Paul (s. dort die Konkordanzen). Eine andere, briefzentrierte digitale Edition der Briefe Jean Pauls ist derzeit als Gemeinschaftsprojekt der Jean-Paul-Edition und der Initiative TELOTA in Vorbereitung. Die Metadaten dieser Ausgabe sowie veraltete Verweise in den Erläuterungen werden dort so weit als möglich aktualisiert. Die Digitalisierung wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
|
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden. Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des § 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
2007–2024 Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.
Kontakt: redaktion(at)deutschestextarchiv.de. |