Die Apparate zur Entziehung und Fortleitung der Gichtgase.
Erze sich hier anhäufen, als umgekehrt, wenn eine übermässige An- häufung von Kohlen in der Mitte bewirkt worden war.
Um in solchen Fällen die Vertheilung der Materialien sicherer regeln zu können, construirte G. Buderus 1874 den in Fig. 107 abgebildeten Gasfang, welcher seit jener Zeit bei den Hochöfen der Main-Weserhütte wie der Sophienhütte mit sehr befriedigendem Erfolge in Anwendung ist.
Derselbe kann als eine Vereinigung des von Hoff'schen und Langen'schen Apparates betrachtet werden. b b ist die dem Langen'- schen Apparate entnommene Gichtglocke, c der Kegel des von Hoff'- schen Apparates, jedoch von diesem dadurch unterschieden, dass er nicht unter den Rand des Trichters a greift, sondern einen etwas kleineren Durchmesser als dieser besitzt und daher durch die Oeffnung
[Abbildung]
Fig. 107.
desselben hindurch bewegt werden kann. Er hängt an einer eisernen Stange, welche in der Mitte des senkrechten Gasableitungsrohres befind- lich ist, oben aus demselben heraus ragt und an einem Hebel d hängt, mit dessen Hilfe die Bewegung erfolgt; ein Paar Hebel c dienen ausser- dem, wie bei dem Langen'schen Apparate, zum Heben und Senken der Glocke b.
Soll die Beschickung, welche in den Trichter geschüttet ist, in die Mitte des Ofens fallen, so wird zunächst der Kegel c aufwärts in die punktirte Stellung c1 bewegt und dann die Gichtglocke gehoben; der Apparat wirkt dann genau wie ein Langen'scher Apparat. Soll die Beschickung an den Umfang geworfen werden, so senkt man den Kegel in die punktirte Stellung c2; die Beschickung stürzt auf den Kegel und von diesem gegen die Ofenwand.
Die etwas schwerfälligere Einrichtung und umständlichere Hand- habung des Buderus'schen Apparates im Vergleich mit dem von Hoff'-
Die Apparate zur Entziehung und Fortleitung der Gichtgase.
Erze sich hier anhäufen, als umgekehrt, wenn eine übermässige An- häufung von Kohlen in der Mitte bewirkt worden war.
Um in solchen Fällen die Vertheilung der Materialien sicherer regeln zu können, construirte G. Buderus 1874 den in Fig. 107 abgebildeten Gasfang, welcher seit jener Zeit bei den Hochöfen der Main-Weserhütte wie der Sophienhütte mit sehr befriedigendem Erfolge in Anwendung ist.
Derselbe kann als eine Vereinigung des von Hoff’schen und Langen’schen Apparates betrachtet werden. b b ist die dem Langen’- schen Apparate entnommene Gichtglocke, c der Kegel des von Hoff’- schen Apparates, jedoch von diesem dadurch unterschieden, dass er nicht unter den Rand des Trichters a greift, sondern einen etwas kleineren Durchmesser als dieser besitzt und daher durch die Oeffnung
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Fig. 107.
desselben hindurch bewegt werden kann. Er hängt an einer eisernen Stange, welche in der Mitte des senkrechten Gasableitungsrohres befind- lich ist, oben aus demselben heraus ragt und an einem Hebel d hängt, mit dessen Hilfe die Bewegung erfolgt; ein Paar Hebel c dienen ausser- dem, wie bei dem Langen’schen Apparate, zum Heben und Senken der Glocke b.
Soll die Beschickung, welche in den Trichter geschüttet ist, in die Mitte des Ofens fallen, so wird zunächst der Kegel c aufwärts in die punktirte Stellung c1 bewegt und dann die Gichtglocke gehoben; der Apparat wirkt dann genau wie ein Langen’scher Apparat. Soll die Beschickung an den Umfang geworfen werden, so senkt man den Kegel in die punktirte Stellung c2; die Beschickung stürzt auf den Kegel und von diesem gegen die Ofenwand.
Die etwas schwerfälligere Einrichtung und umständlichere Hand- habung des Buderus’schen Apparates im Vergleich mit dem von Hoff’-
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Die Apparate zur Entziehung und Fortleitung der Gichtgase.
Erze sich hier anhäufen, als umgekehrt, wenn eine übermässige An-
häufung von Kohlen in der Mitte bewirkt worden war.
Um in solchen Fällen die Vertheilung der Materialien sicherer
regeln zu können, construirte G. Buderus 1874 den in Fig. 107
abgebildeten Gasfang, welcher seit jener Zeit bei den Hochöfen der
Main-Weserhütte wie der Sophienhütte mit sehr befriedigendem Erfolge
in Anwendung ist.
Derselbe kann als eine Vereinigung des von Hoff’schen und
Langen’schen Apparates betrachtet werden. b b ist die dem Langen’-
schen Apparate entnommene Gichtglocke, c der Kegel des von Hoff’-
schen Apparates, jedoch von diesem dadurch unterschieden, dass er
nicht unter den Rand des Trichters a greift, sondern einen etwas
kleineren Durchmesser als dieser besitzt und daher durch die Oeffnung
[Abbildung Fig. 107.]
desselben hindurch bewegt werden kann. Er hängt an einer eisernen
Stange, welche in der Mitte des senkrechten Gasableitungsrohres befind-
lich ist, oben aus demselben heraus ragt und an einem Hebel d hängt,
mit dessen Hilfe die Bewegung erfolgt; ein Paar Hebel c dienen ausser-
dem, wie bei dem Langen’schen Apparate, zum Heben und Senken
der Glocke b.
Soll die Beschickung, welche in den Trichter geschüttet ist, in die
Mitte des Ofens fallen, so wird zunächst der Kegel c aufwärts in die
punktirte Stellung c1 bewegt und dann die Gichtglocke gehoben; der
Apparat wirkt dann genau wie ein Langen’scher Apparat. Soll die
Beschickung an den Umfang geworfen werden, so senkt man den
Kegel in die punktirte Stellung c2; die Beschickung stürzt auf den
Kegel und von diesem gegen die Ofenwand.
Die etwas schwerfälligere Einrichtung und umständlichere Hand-
habung des Buderus’schen Apparates im Vergleich mit dem von Hoff’-
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Ledebur, Adolf: Handbuch der Eisenhüttenkunde. Leipzig, 1884, S. 379. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/ledebur_eisenhuettenkunde_1884/433>, abgerufen am 05.12.2024.
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