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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855.

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Margaretha, und G. war ein reichsunmittelbares Frauenstift mit luther. Aebtissinen und Stiftsfräulein, bis 1803 der Herzog von Braunschweig das Fürstenthum einzog und damit das Stift auflöste.


Ganerben, während des Faustrechts Familien, die ein gemeinschaftl. Schloß besaßen; jetzt bezeichnet Ganerbschaft eine Art von Gesammteigenthum unter Miterben, wobei in Veräußerungsfällen der einen Quoten die anderen G. das Vorkaufsrecht (Näherrecht) haben.


Gang, in der Geologie mit jüngerem Gestein ausgefüllte Spalte in älterem Gesteine; enthält sie Kalk, Granit und dergl. Hauptbestandtheile der Erdkruste, so heißt sie Gesteins-G.; Mineralien-G., wenn sie Mineralien führt, die sonst nicht in dieser Verbindung auftreten, wenn Erze, Erz-G. - G.zug, die Vereinigung mehrer fast paralleler Gänge.


Ganganelli, s. Clemens XIV.


Ganges, Ganga, Ostindiens heiliger Strom, entspringt aus 2 Quellen im Himalaya, tritt bei Hurdwar in die Ebene, nimmt zahlreiche Nebenflüsse auf, bei Allahabad den Jumna (das Land zwischen beiden Flüssen heißt Duab) u. ergießt sich nach einem Laufe von 358 Ml. in mehren Mündungen, deren östl. sich mit denen des Brahmaputra vereinigen, in das Meer. Das Flußgebiet beträgt 20400 #M.; der G. hat regelmäßige Ueberschwemmungen; in neuester Zeit haben die Engländer einen großen Bewässerungskanal angelegt.


Ganges (Gangsch), franz. Stadt am Herault mit 4800 E., Fabriken in Seide und Baumwolle.


Gangliensystem (sympathisches Nervensystem), ist ein im Ganzen für sich bestehendes Nervensystem, obgleich vielfach mit dem System der Gehirn- und Rückenmarksnerven zusammenhängend. Es besteht theils aus centralen Organen, den Knoten oder Ganglien, theils aus den von diesen ausgehenden Nerven. Die Ganglien sind grauröthliche, plattrunde Anschwellungen, hauptsächlich aus grauer Nervenmasse gebildet und aus Primitivfasern und Ganglienkugeln bestehend, daher theils Ausgangs- theils Durchgangspunkte von Nervenfasern, u. mit ihnen treten vielfach Fäden der Gehirn- u. Rückenmarksnerven zusammen. Aus diesen Ganglien entspringen eine Menge Nerven (Gangliennerven), welche sich untereinander netzförmig zu Geflechten verstricken, und die dann, die Gefäße umspinnend, mit diesen in das Parenchym der Eingeweide eindringen. Mit Ausnahme der 2 langen u. knotenreichen Stämme, der Gränzstränge, die an beiden Seiten der Wirbelsäule herablaufen und als die Ursprünge des G.s anzusehen sind, sind die Ganglien mit ihren Nervengeflechten sehrunregelmäßig vom Kopfe und Hals an durch Brust-, Bauch- und Beckenhöhle vertheilt. - Nach seinen Verrichtungen gehört das G. vorzüglich dem vegetativen Leben an. Die Gangliennerven bedingen die bewußtlosen Empfindungen u. unwillkürlichen Bewegungen der vegetativen Organe, so im Gefäßsystem, in den Verdauungs- und Secretionsorganen.


Gangräne, s. Brand.


Ganilh, Charles, geb. 1760, gest. 1836, franz. Schriftsteller über Nationalökonomie; sein bestes Werk war seiner Zeit eine histor. Schrift über die Finanzwirthschaft der Völker.


Ganiren, frz.-deutsch, im L'Hombre einen Stich gehen lassen.


Ganivet (frz. ganiwä), das Messerchen der Wundärzte.


Gannal, Jean Nicolas, geb. 1791 in Saarlouis, Apotheker, Erfindereiner Einbalsamirungsmethode durch Einspritzen von Alaunsalzen in die Blutgefäße.


Gans (Anser), bekannte Gattung der Schwimmvögel mit mehren Arten: Saat-G., wilde od. graue G., von der die zahme stammen soll, weißwangige G., Bläß-G., Schnee-G., Ringel- oder Bernakel-G., ägypt., canadische etc. G.


Gans, im Bergwesen: grober Sandstein; großer Klumpen fertigen Salzes.


Gans, Eduard, geb. 1798 zu Berlin, als Professor daselbst gest. 1839, Jurist, Hegelianer, Gegner von Savigny, geistreich, witzig, in seinem Vortrage den Franzosen ähnlich. Bestes Werk: "Das Erbrecht in weltgeschichtl. Entwicklung", 4 Bde., Stuttgart 1835.

Margaretha, und G. war ein reichsunmittelbares Frauenstift mit luther. Aebtissinen und Stiftsfräulein, bis 1803 der Herzog von Braunschweig das Fürstenthum einzog und damit das Stift auflöste.


Ganerben, während des Faustrechts Familien, die ein gemeinschaftl. Schloß besaßen; jetzt bezeichnet Ganerbschaft eine Art von Gesammteigenthum unter Miterben, wobei in Veräußerungsfällen der einen Quoten die anderen G. das Vorkaufsrecht (Näherrecht) haben.


Gang, in der Geologie mit jüngerem Gestein ausgefüllte Spalte in älterem Gesteine; enthält sie Kalk, Granit und dergl. Hauptbestandtheile der Erdkruste, so heißt sie Gesteins-G.; Mineralien-G., wenn sie Mineralien führt, die sonst nicht in dieser Verbindung auftreten, wenn Erze, Erz-G. – G.zug, die Vereinigung mehrer fast paralleler Gänge.


Ganganelli, s. Clemens XIV.


Ganges, Ganga, Ostindiens heiliger Strom, entspringt aus 2 Quellen im Himalaya, tritt bei Hurdwar in die Ebene, nimmt zahlreiche Nebenflüsse auf, bei Allahabad den Jumna (das Land zwischen beiden Flüssen heißt Duab) u. ergießt sich nach einem Laufe von 358 Ml. in mehren Mündungen, deren östl. sich mit denen des Brahmaputra vereinigen, in das Meer. Das Flußgebiet beträgt 20400 □M.; der G. hat regelmäßige Ueberschwemmungen; in neuester Zeit haben die Engländer einen großen Bewässerungskanal angelegt.


Ganges (Gangsch), franz. Stadt am Hérault mit 4800 E., Fabriken in Seide und Baumwolle.


Gangliensystem (sympathisches Nervensystem), ist ein im Ganzen für sich bestehendes Nervensystem, obgleich vielfach mit dem System der Gehirn- und Rückenmarksnerven zusammenhängend. Es besteht theils aus centralen Organen, den Knoten oder Ganglien, theils aus den von diesen ausgehenden Nerven. Die Ganglien sind grauröthliche, plattrunde Anschwellungen, hauptsächlich aus grauer Nervenmasse gebildet und aus Primitivfasern und Ganglienkugeln bestehend, daher theils Ausgangs- theils Durchgangspunkte von Nervenfasern, u. mit ihnen treten vielfach Fäden der Gehirn- u. Rückenmarksnerven zusammen. Aus diesen Ganglien entspringen eine Menge Nerven (Gangliennerven), welche sich untereinander netzförmig zu Geflechten verstricken, und die dann, die Gefäße umspinnend, mit diesen in das Parenchym der Eingeweide eindringen. Mit Ausnahme der 2 langen u. knotenreichen Stämme, der Gränzstränge, die an beiden Seiten der Wirbelsäule herablaufen und als die Ursprünge des G.s anzusehen sind, sind die Ganglien mit ihren Nervengeflechten sehrunregelmäßig vom Kopfe und Hals an durch Brust-, Bauch- und Beckenhöhle vertheilt. – Nach seinen Verrichtungen gehört das G. vorzüglich dem vegetativen Leben an. Die Gangliennerven bedingen die bewußtlosen Empfindungen u. unwillkürlichen Bewegungen der vegetativen Organe, so im Gefäßsystem, in den Verdauungs- und Secretionsorganen.


Gangräne, s. Brand.


Ganilh, Charles, geb. 1760, gest. 1836, franz. Schriftsteller über Nationalökonomie; sein bestes Werk war seiner Zeit eine histor. Schrift über die Finanzwirthschaft der Völker.


Ganiren, frz.-deutsch, im LʼHombre einen Stich gehen lassen.


Ganivet (frz. ganiwä), das Messerchen der Wundärzte.


Gannal, Jean Nicolas, geb. 1791 in Saarlouis, Apotheker, Erfindereiner Einbalsamirungsmethode durch Einspritzen von Alaunsalzen in die Blutgefäße.


Gans (Anser), bekannte Gattung der Schwimmvögel mit mehren Arten: Saat-G., wilde od. graue G., von der die zahme stammen soll, weißwangige G., Bläß-G., Schnee-G., Ringel- oder Bernakel-G., ägypt., canadische etc. G.


Gans, im Bergwesen: grober Sandstein; großer Klumpen fertigen Salzes.


Gans, Eduard, geb. 1798 zu Berlin, als Professor daselbst gest. 1839, Jurist, Hegelianer, Gegner von Savigny, geistreich, witzig, in seinem Vortrage den Franzosen ähnlich. Bestes Werk: „Das Erbrecht in weltgeschichtl. Entwicklung“, 4 Bde., Stuttgart 1835.

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[18/0019] Margaretha, und G. war ein reichsunmittelbares Frauenstift mit luther. Aebtissinen und Stiftsfräulein, bis 1803 der Herzog von Braunschweig das Fürstenthum einzog und damit das Stift auflöste. Ganerben, während des Faustrechts Familien, die ein gemeinschaftl. Schloß besaßen; jetzt bezeichnet Ganerbschaft eine Art von Gesammteigenthum unter Miterben, wobei in Veräußerungsfällen der einen Quoten die anderen G. das Vorkaufsrecht (Näherrecht) haben. Gang, in der Geologie mit jüngerem Gestein ausgefüllte Spalte in älterem Gesteine; enthält sie Kalk, Granit und dergl. Hauptbestandtheile der Erdkruste, so heißt sie Gesteins-G.; Mineralien-G., wenn sie Mineralien führt, die sonst nicht in dieser Verbindung auftreten, wenn Erze, Erz-G. – G.zug, die Vereinigung mehrer fast paralleler Gänge. Ganganelli, s. Clemens XIV. Ganges, Ganga, Ostindiens heiliger Strom, entspringt aus 2 Quellen im Himalaya, tritt bei Hurdwar in die Ebene, nimmt zahlreiche Nebenflüsse auf, bei Allahabad den Jumna (das Land zwischen beiden Flüssen heißt Duab) u. ergießt sich nach einem Laufe von 358 Ml. in mehren Mündungen, deren östl. sich mit denen des Brahmaputra vereinigen, in das Meer. Das Flußgebiet beträgt 20400 □M.; der G. hat regelmäßige Ueberschwemmungen; in neuester Zeit haben die Engländer einen großen Bewässerungskanal angelegt. Ganges (Gangsch), franz. Stadt am Hérault mit 4800 E., Fabriken in Seide und Baumwolle. Gangliensystem (sympathisches Nervensystem), ist ein im Ganzen für sich bestehendes Nervensystem, obgleich vielfach mit dem System der Gehirn- und Rückenmarksnerven zusammenhängend. Es besteht theils aus centralen Organen, den Knoten oder Ganglien, theils aus den von diesen ausgehenden Nerven. Die Ganglien sind grauröthliche, plattrunde Anschwellungen, hauptsächlich aus grauer Nervenmasse gebildet und aus Primitivfasern und Ganglienkugeln bestehend, daher theils Ausgangs- theils Durchgangspunkte von Nervenfasern, u. mit ihnen treten vielfach Fäden der Gehirn- u. Rückenmarksnerven zusammen. Aus diesen Ganglien entspringen eine Menge Nerven (Gangliennerven), welche sich untereinander netzförmig zu Geflechten verstricken, und die dann, die Gefäße umspinnend, mit diesen in das Parenchym der Eingeweide eindringen. Mit Ausnahme der 2 langen u. knotenreichen Stämme, der Gränzstränge, die an beiden Seiten der Wirbelsäule herablaufen und als die Ursprünge des G.s anzusehen sind, sind die Ganglien mit ihren Nervengeflechten sehrunregelmäßig vom Kopfe und Hals an durch Brust-, Bauch- und Beckenhöhle vertheilt. – Nach seinen Verrichtungen gehört das G. vorzüglich dem vegetativen Leben an. Die Gangliennerven bedingen die bewußtlosen Empfindungen u. unwillkürlichen Bewegungen der vegetativen Organe, so im Gefäßsystem, in den Verdauungs- und Secretionsorganen. Gangräne, s. Brand. Ganilh, Charles, geb. 1760, gest. 1836, franz. Schriftsteller über Nationalökonomie; sein bestes Werk war seiner Zeit eine histor. Schrift über die Finanzwirthschaft der Völker. Ganiren, frz.-deutsch, im LʼHombre einen Stich gehen lassen. Ganivet (frz. ganiwä), das Messerchen der Wundärzte. Gannal, Jean Nicolas, geb. 1791 in Saarlouis, Apotheker, Erfindereiner Einbalsamirungsmethode durch Einspritzen von Alaunsalzen in die Blutgefäße. Gans (Anser), bekannte Gattung der Schwimmvögel mit mehren Arten: Saat-G., wilde od. graue G., von der die zahme stammen soll, weißwangige G., Bläß-G., Schnee-G., Ringel- oder Bernakel-G., ägypt., canadische etc. G. Gans, im Bergwesen: grober Sandstein; großer Klumpen fertigen Salzes. Gans, Eduard, geb. 1798 zu Berlin, als Professor daselbst gest. 1839, Jurist, Hegelianer, Gegner von Savigny, geistreich, witzig, in seinem Vortrage den Franzosen ähnlich. Bestes Werk: „Das Erbrecht in weltgeschichtl. Entwicklung“, 4 Bde., Stuttgart 1835.

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855, S. 18. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon03_1855/19>, abgerufen am 21.04.2024.