Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855.

Bild:
<< vorherige Seite

aber bleibt dem engl. System der Ruhm, vorhandene landschaftl. Schönheiten bei ihren Anlagen am besten zu benützen. In Deutschland hat dasselbe längst Eingang gefunden u. ist in neuester Zeit von dem Fürsten Pückler-Muskau am vollkommensten ausgeführt worden. - Was die Nutzgärtnerei betrifft, so haben die Franzosen am meisten in der Cultur des Obstes, Engländer u. Holländer in der der Küchenkräuter u. Beeren geleistet, die Deutschen in allen Zweigen ziemlich viel; überseeische Gewächse werden vorzugsweise von den Engländern u. Franzosen nach Europa verpflanzt. Die G.kunst in allen ihren Zweigen bildet sich aus natürlichen Gründen nur da schwunghaft aus, wo Reichthum genug vorhanden ist, um der Kunst, der Naturschönheit und dem Geschmacke größere Opfer zu bringen, daher zieht die G.kunst den großen Städten, den Schlössern etc. nach.


Gartenammer, Ortolan (Emberiza hortulana), s. Ammer, oben olivenbraun, Kehle blaßgelb eingefaßt, hat delicates Fleisch; selten in Deutschland, mehr im südl. Europa.


Gartenlaubsänger, Spottvogel, Bastardnachtigal (Sylvia hypolais), oben grüngrau, unten gelb, über 6'' lang, singt überaus schön und mannigfaltig.


Garve, Christian, geb. 1742 zu Breslau, gest. 1798 daselbst, nachdem ihn dauernde Kränklichkeit gezwungen, die ihm 1769 in Leipzig übertragene Stelle Gellerts schon nach 2 Jahren aufzugeben. G. war weder ein tiefer noch originaler Philosoph, verdient aber Anerkennung, weil er die Darstellungsweise seiner wolfischen Schule verbesserte, dem damals Mode werdenden Kirchenhaß nicht huldigte und so lichtvoll und klar schrieb, daß er noch heute von Vielen gelesen wird, während die schwerverständlichen Werke von Fichte, Hegel u. Schelling der Vergessenheit anheimfallen. Er übersetzte Ciceros Schrift de officiis vortrefflich, schrieb Abhandlungen (z. B. über die Schönheit von Gebirgslandschaften) über Verbindung der Moral mit der Politik u. a. m. Auswahlen sind in alten Sammlungen von Werken deutscher Classiker zu finden. - G., Karl Bernhard, geb. 1763 zu Hannover, Prediger zu Berlin und zu Neusalz an der Oder, gest. 1841, gab "christliche Gesänge" 1825 heraus.


Gas, luftförmiger Körper, entweder permanent, d. h. bei jeder Temperatur u. jedem Drucke in diesem Zustande bleibend, oder coercibel, durch Kälte oder Druck in tropfbaren Zustand zu verdichten. Die G. sind einfache Stoffe, z. B. Sauerstoff. G. etc. od. binäre, aus 2 Elementen zusammengesetzt, z. B. Schwefelwasserstoff-G. (s. die einzelnen G. e), oder Gemenge von verschiedenen G.en, z. B. die atmosphärische Luft. Die G.e haben die Eigenschaft sich nach allen Seiten hin gleich auszudehnen (Expansion) und diese wächst mit der Verkleinerung des G.volumens (s. Mariotte), sich mit festen u. flüssigen Körpern zu verbinden, sich gegenseitig zu durchdringen, und die Diffusion (s. d.). Van Helmont, Boyle etc. wiesen bereits nach, daß die atmosphär. Luft kein einfacher Körper sein könne, 1755 entdeckte Black das kohlensaure G., Cavendish 1774 das Sauerstoff-G., Priestley machte neue Beobachtungen, Lavoisier endlich begründete die eigentlich wissenschaftliche Kenntniß der G.e, welche seitdem durch die Entdeckungen der großen Chemiker so sehr erweitert ist.


Gas acidi carbonici, s. Kohlensäure.


Gasbeleuchtung. Als man durch Lavoisier u. a. den Verbrennungsprozeß kennen lernte, mußte man bald auf den Gedanken kommen, das bei dem Verkohlen der Brennmaterialien verloren gehende Kohlenwasserstoffgas zu benutzen; Lampadius in Deutschland, Lebon in Frankreich u. a. machten Versuche, ein Deutscher in London aber, Winzer (Winsor) führte mit engl. Ingenieurs und engl. Gelde die Idee im Großen aus; 1815 war London mit Gasflammen beleuchtet und nach und nach wurden es allmälig alle bedeutenden Städte Europas. Das benutzte Gas ist Kohlenwasserstoffgas, das gewöhnlich aus zerkleinerten Steinkohlen bereitet wird, die in gußeisernen Retorten geglüht werden; bei diesem Vorgange entbindet sich das brennbare Gas, zugleich aber Theer-, Wasser- und Ammoniakdampf nebst

aber bleibt dem engl. System der Ruhm, vorhandene landschaftl. Schönheiten bei ihren Anlagen am besten zu benützen. In Deutschland hat dasselbe längst Eingang gefunden u. ist in neuester Zeit von dem Fürsten Pückler-Muskau am vollkommensten ausgeführt worden. – Was die Nutzgärtnerei betrifft, so haben die Franzosen am meisten in der Cultur des Obstes, Engländer u. Holländer in der der Küchenkräuter u. Beeren geleistet, die Deutschen in allen Zweigen ziemlich viel; überseeische Gewächse werden vorzugsweise von den Engländern u. Franzosen nach Europa verpflanzt. Die G.kunst in allen ihren Zweigen bildet sich aus natürlichen Gründen nur da schwunghaft aus, wo Reichthum genug vorhanden ist, um der Kunst, der Naturschönheit und dem Geschmacke größere Opfer zu bringen, daher zieht die G.kunst den großen Städten, den Schlössern etc. nach.


Gartenammer, Ortolan (Emberiza hortulana), s. Ammer, oben olivenbraun, Kehle blaßgelb eingefaßt, hat delicates Fleisch; selten in Deutschland, mehr im südl. Europa.


Gartenlaubsänger, Spottvogel, Bastardnachtigal (Sylvia hypolais), oben grüngrau, unten gelb, über 6'' lang, singt überaus schön und mannigfaltig.


Garve, Christian, geb. 1742 zu Breslau, gest. 1798 daselbst, nachdem ihn dauernde Kränklichkeit gezwungen, die ihm 1769 in Leipzig übertragene Stelle Gellerts schon nach 2 Jahren aufzugeben. G. war weder ein tiefer noch originaler Philosoph, verdient aber Anerkennung, weil er die Darstellungsweise seiner wolfischen Schule verbesserte, dem damals Mode werdenden Kirchenhaß nicht huldigte und so lichtvoll und klar schrieb, daß er noch heute von Vielen gelesen wird, während die schwerverständlichen Werke von Fichte, Hegel u. Schelling der Vergessenheit anheimfallen. Er übersetzte Ciceros Schrift de officiis vortrefflich, schrieb Abhandlungen (z. B. über die Schönheit von Gebirgslandschaften) über Verbindung der Moral mit der Politik u. a. m. Auswahlen sind in alten Sammlungen von Werken deutscher Classiker zu finden. – G., Karl Bernhard, geb. 1763 zu Hannover, Prediger zu Berlin und zu Neusalz an der Oder, gest. 1841, gab „christliche Gesänge“ 1825 heraus.


Gas, luftförmiger Körper, entweder permanent, d. h. bei jeder Temperatur u. jedem Drucke in diesem Zustande bleibend, oder coërcibel, durch Kälte oder Druck in tropfbaren Zustand zu verdichten. Die G. sind einfache Stoffe, z. B. Sauerstoff. G. etc. od. binäre, aus 2 Elementen zusammengesetzt, z. B. Schwefelwasserstoff-G. (s. die einzelnen G. e), oder Gemenge von verschiedenen G.en, z. B. die atmosphärische Luft. Die G.e haben die Eigenschaft sich nach allen Seiten hin gleich auszudehnen (Expansion) und diese wächst mit der Verkleinerung des G.volumens (s. Mariotte), sich mit festen u. flüssigen Körpern zu verbinden, sich gegenseitig zu durchdringen, und die Diffusion (s. d.). Van Helmont, Boyle etc. wiesen bereits nach, daß die atmosphär. Luft kein einfacher Körper sein könne, 1755 entdeckte Black das kohlensaure G., Cavendish 1774 das Sauerstoff-G., Priestley machte neue Beobachtungen, Lavoisier endlich begründete die eigentlich wissenschaftliche Kenntniß der G.e, welche seitdem durch die Entdeckungen der großen Chemiker so sehr erweitert ist.


Gas acidi carbonici, s. Kohlensäure.


Gasbeleuchtung. Als man durch Lavoisier u. a. den Verbrennungsprozeß kennen lernte, mußte man bald auf den Gedanken kommen, das bei dem Verkohlen der Brennmaterialien verloren gehende Kohlenwasserstoffgas zu benutzen; Lampadius in Deutschland, Lebon in Frankreich u. a. machten Versuche, ein Deutscher in London aber, Winzer (Winsor) führte mit engl. Ingenieurs und engl. Gelde die Idee im Großen aus; 1815 war London mit Gasflammen beleuchtet und nach und nach wurden es allmälig alle bedeutenden Städte Europas. Das benutzte Gas ist Kohlenwasserstoffgas, das gewöhnlich aus zerkleinerten Steinkohlen bereitet wird, die in gußeisernen Retorten geglüht werden; bei diesem Vorgange entbindet sich das brennbare Gas, zugleich aber Theer-, Wasser- und Ammoniakdampf nebst

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><pb facs="#f0023" n="22"/>
aber bleibt dem engl. System der Ruhm, vorhandene landschaftl. Schönheiten bei ihren Anlagen am besten zu benützen. In Deutschland hat dasselbe längst Eingang gefunden u. ist in neuester Zeit von dem Fürsten Pückler-Muskau am vollkommensten ausgeführt worden. &#x2013; Was die Nutzgärtnerei betrifft, so haben die Franzosen am meisten in der Cultur des Obstes, Engländer u. Holländer in der der Küchenkräuter u. Beeren geleistet, die Deutschen in allen Zweigen ziemlich viel; überseeische Gewächse werden vorzugsweise von den Engländern u. Franzosen nach Europa verpflanzt. Die G.kunst in allen ihren Zweigen bildet sich aus natürlichen Gründen nur da schwunghaft aus, wo Reichthum genug vorhanden ist, um der Kunst, der Naturschönheit und dem Geschmacke größere Opfer zu bringen, daher zieht die G.kunst den großen Städten, den Schlössern etc. nach.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Gartenammer</hi>, Ortolan <hi rendition="#i">(Emberiza hortulana)</hi>, s. Ammer, oben olivenbraun, Kehle blaßgelb eingefaßt, hat delicates Fleisch; selten in Deutschland, mehr im südl. Europa.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Gartenlaubsänger</hi>, Spottvogel, Bastardnachtigal <hi rendition="#i">(Sylvia hypolais)</hi>, oben grüngrau, unten gelb, über 6'' lang, singt überaus schön und mannigfaltig.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Garve</hi>, Christian, geb. 1742 zu Breslau, gest. 1798 daselbst, nachdem ihn dauernde Kränklichkeit gezwungen, die ihm 1769 in Leipzig übertragene Stelle Gellerts schon nach 2 Jahren aufzugeben. G. war weder ein tiefer noch originaler Philosoph, verdient aber Anerkennung, weil er die Darstellungsweise seiner wolfischen Schule verbesserte, dem damals Mode werdenden Kirchenhaß nicht huldigte und so lichtvoll und klar schrieb, daß er noch heute von Vielen gelesen wird, während die schwerverständlichen Werke von Fichte, Hegel u. Schelling der Vergessenheit anheimfallen. Er übersetzte Ciceros Schrift <hi rendition="#i">de officiis</hi> vortrefflich, schrieb Abhandlungen (z. B. über die Schönheit von Gebirgslandschaften) über Verbindung der Moral mit der Politik u. a. m. Auswahlen sind in alten Sammlungen von Werken deutscher Classiker zu finden. &#x2013; G., <hi rendition="#g">Karl Bernhard</hi>, geb. 1763 zu Hannover, Prediger zu Berlin und zu Neusalz an der Oder, gest. 1841, gab &#x201E;christliche Gesänge&#x201C; 1825 heraus.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Gas</hi>, luftförmiger Körper, entweder <hi rendition="#g">permanent</hi>, d. h. bei jeder Temperatur u. jedem Drucke in diesem Zustande bleibend, oder <hi rendition="#g">coërcibel</hi>, durch Kälte oder Druck in tropfbaren Zustand zu verdichten. Die G. sind einfache Stoffe, z. B. Sauerstoff. G. etc. od. binäre, aus 2 Elementen zusammengesetzt, z. B. Schwefelwasserstoff-G. (s. die einzelnen G. e), oder Gemenge von verschiedenen G.en, z. B. die atmosphärische Luft. Die G.e haben die Eigenschaft sich nach allen Seiten hin gleich auszudehnen (Expansion) und diese wächst mit der Verkleinerung des G.volumens (s. Mariotte), sich mit festen u. flüssigen Körpern zu verbinden, sich gegenseitig zu durchdringen, und die Diffusion (s. d.). Van Helmont, Boyle etc. wiesen bereits nach, daß die atmosphär. Luft kein einfacher Körper sein könne, 1755 entdeckte Black das kohlensaure G., Cavendish 1774 das Sauerstoff-G., Priestley machte neue Beobachtungen, Lavoisier endlich begründete die eigentlich wissenschaftliche Kenntniß der G.e, welche seitdem durch die Entdeckungen der großen Chemiker so sehr erweitert ist.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Gas acidi carbonici</hi>, s. Kohlensäure.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Gasbeleuchtung</hi>. Als man durch Lavoisier u. a. den Verbrennungsprozeß kennen lernte, mußte man bald auf den Gedanken kommen, das bei dem Verkohlen der Brennmaterialien verloren gehende Kohlenwasserstoffgas zu benutzen; Lampadius in Deutschland, Lebon in Frankreich u. a. machten Versuche, ein Deutscher in London aber, Winzer (Winsor) führte mit engl. Ingenieurs und engl. Gelde die Idee im Großen aus; 1815 war London mit Gasflammen beleuchtet und nach und nach wurden es allmälig alle bedeutenden Städte Europas. Das benutzte Gas ist Kohlenwasserstoffgas, das gewöhnlich aus zerkleinerten Steinkohlen bereitet wird, die in gußeisernen Retorten geglüht werden; bei diesem Vorgange entbindet sich das brennbare Gas, zugleich aber Theer-, Wasser- und Ammoniakdampf nebst
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[22/0023] aber bleibt dem engl. System der Ruhm, vorhandene landschaftl. Schönheiten bei ihren Anlagen am besten zu benützen. In Deutschland hat dasselbe längst Eingang gefunden u. ist in neuester Zeit von dem Fürsten Pückler-Muskau am vollkommensten ausgeführt worden. – Was die Nutzgärtnerei betrifft, so haben die Franzosen am meisten in der Cultur des Obstes, Engländer u. Holländer in der der Küchenkräuter u. Beeren geleistet, die Deutschen in allen Zweigen ziemlich viel; überseeische Gewächse werden vorzugsweise von den Engländern u. Franzosen nach Europa verpflanzt. Die G.kunst in allen ihren Zweigen bildet sich aus natürlichen Gründen nur da schwunghaft aus, wo Reichthum genug vorhanden ist, um der Kunst, der Naturschönheit und dem Geschmacke größere Opfer zu bringen, daher zieht die G.kunst den großen Städten, den Schlössern etc. nach. Gartenammer, Ortolan (Emberiza hortulana), s. Ammer, oben olivenbraun, Kehle blaßgelb eingefaßt, hat delicates Fleisch; selten in Deutschland, mehr im südl. Europa. Gartenlaubsänger, Spottvogel, Bastardnachtigal (Sylvia hypolais), oben grüngrau, unten gelb, über 6'' lang, singt überaus schön und mannigfaltig. Garve, Christian, geb. 1742 zu Breslau, gest. 1798 daselbst, nachdem ihn dauernde Kränklichkeit gezwungen, die ihm 1769 in Leipzig übertragene Stelle Gellerts schon nach 2 Jahren aufzugeben. G. war weder ein tiefer noch originaler Philosoph, verdient aber Anerkennung, weil er die Darstellungsweise seiner wolfischen Schule verbesserte, dem damals Mode werdenden Kirchenhaß nicht huldigte und so lichtvoll und klar schrieb, daß er noch heute von Vielen gelesen wird, während die schwerverständlichen Werke von Fichte, Hegel u. Schelling der Vergessenheit anheimfallen. Er übersetzte Ciceros Schrift de officiis vortrefflich, schrieb Abhandlungen (z. B. über die Schönheit von Gebirgslandschaften) über Verbindung der Moral mit der Politik u. a. m. Auswahlen sind in alten Sammlungen von Werken deutscher Classiker zu finden. – G., Karl Bernhard, geb. 1763 zu Hannover, Prediger zu Berlin und zu Neusalz an der Oder, gest. 1841, gab „christliche Gesänge“ 1825 heraus. Gas, luftförmiger Körper, entweder permanent, d. h. bei jeder Temperatur u. jedem Drucke in diesem Zustande bleibend, oder coërcibel, durch Kälte oder Druck in tropfbaren Zustand zu verdichten. Die G. sind einfache Stoffe, z. B. Sauerstoff. G. etc. od. binäre, aus 2 Elementen zusammengesetzt, z. B. Schwefelwasserstoff-G. (s. die einzelnen G. e), oder Gemenge von verschiedenen G.en, z. B. die atmosphärische Luft. Die G.e haben die Eigenschaft sich nach allen Seiten hin gleich auszudehnen (Expansion) und diese wächst mit der Verkleinerung des G.volumens (s. Mariotte), sich mit festen u. flüssigen Körpern zu verbinden, sich gegenseitig zu durchdringen, und die Diffusion (s. d.). Van Helmont, Boyle etc. wiesen bereits nach, daß die atmosphär. Luft kein einfacher Körper sein könne, 1755 entdeckte Black das kohlensaure G., Cavendish 1774 das Sauerstoff-G., Priestley machte neue Beobachtungen, Lavoisier endlich begründete die eigentlich wissenschaftliche Kenntniß der G.e, welche seitdem durch die Entdeckungen der großen Chemiker so sehr erweitert ist. Gas acidi carbonici, s. Kohlensäure. Gasbeleuchtung. Als man durch Lavoisier u. a. den Verbrennungsprozeß kennen lernte, mußte man bald auf den Gedanken kommen, das bei dem Verkohlen der Brennmaterialien verloren gehende Kohlenwasserstoffgas zu benutzen; Lampadius in Deutschland, Lebon in Frankreich u. a. machten Versuche, ein Deutscher in London aber, Winzer (Winsor) führte mit engl. Ingenieurs und engl. Gelde die Idee im Großen aus; 1815 war London mit Gasflammen beleuchtet und nach und nach wurden es allmälig alle bedeutenden Städte Europas. Das benutzte Gas ist Kohlenwasserstoffgas, das gewöhnlich aus zerkleinerten Steinkohlen bereitet wird, die in gußeisernen Retorten geglüht werden; bei diesem Vorgange entbindet sich das brennbare Gas, zugleich aber Theer-, Wasser- und Ammoniakdampf nebst

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-08-19T11:47:08Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-08-19T11:47:08Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon03_1855
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon03_1855/23
Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855, S. 22. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon03_1855/23>, abgerufen am 21.04.2024.