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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855.

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G. der Alten erhält man durch Homer, Anakreon, Plautus und Horaz sowie durch Juvenal und Martial.


Gastonadas, span., der weiße Cassonadenzucker.


Gaston de Foix, s. Foix.


Gastrilog, griech.-deutsch, Bauchredner; G.ie, Bauchrednerei.


Gastrisch, gastricismus (von Gaster, griech., Magen, Bauch), Begriffe, die sich auf Störungen in der Verdauung beziehen. Dieselben geben sich kund durch Appetitlosigkeit, Verstopfung oder Diarrhöe, weißlich belegte Zunge, pappigen Geschmack im Mund, Brechneigung, Gefühl und Schwäche in den Gliedern. Ist fieberhafte Gefäßaufregung dabei, so entsteht daraus das sog. g. e Fieber, das in nächster Beziehung zu dem modernen Begriff des Schleimfiebers steht. Emetica u. lacativa sind die gewöhnlichen Gegenmittel des Gastricismus.


Gastroknemius, in der Anatomie der Hauptmuskel der Wade.


Gastrolater, griech., Bauchdiener; Gastrolatrie, Bauchdienerei.


Gastronomie, Gastrosophie, Erfindungsgabe in der Kochkunst; auch die Fähigkeit, die Leistungen der seinen Kochkunst zu erkennen u. genießend zu würdigen; ein solcher Kenner, der immer den höheren Ständen angehört, ist Gastronom od. Gastrosoph, wie Herr von Vaerst ("Gastrosophie", Leipz. 1851).


Gastrotomie, Bauchschnitt, chirurg. Operation.


Gastuni, griech. Stadt auf Morea, in Elis, mit 3000 E.


Gat, holländ., in der Seemannssprache Hintertheil; Loch.


Gata, span. Flecken in Andalusien mit 2500 E., am Fuße der Sierra de G.


Gatinais (-ä), Landschaft des alten Frankreich, theils zu der Provinz Isle de France, theils zu Orleanais gehörig.


Gatschina, russ. Stadt 6 M. von Petersburg mit 6000 E., prächtigem kaiserlichem Schlosse, Gartenanlagen, Porzellanfabrik; 1799 Bündniß mit Schweden.


Gatterer, Joh. Christoph, geb. 1727 zu Lichtenau bei Nürnberg, gest. 1799 zu Göttingen, wo er seit 1758 Prof. der Geschichte gewesen. Obwohl weniger ein Geschichtschreiber als Geschichtforscher that er doch sehr Verdienstliches, um ein quellenmäßiges Geschichtstudium zu beleben, drang auf Verbindung der chronolog. und synchronist. Methode und auf Pflege der histor. Hilfswissenschaften, in welchen er sich zumeist auszeichnete. Von mehr als 100 reichhaltigen u. kritischen Schriften sind die größern, wie das "Handbuch der Universalhistorie" (Göttingen 1765, 2. Aufl. des 1. Thls.), die "Weltgeschichte in ihrem ganzen Umfange" (ebendas. 1785-87) u. a. von ihm nur begonnen worden. Werthvoller waren die "Elementa artis diplomaticae universalis" (Gött. 1765), die "Abrisse der Heraldik" (1773), der Genealogie (1788), der Diplomatik (1798) sowie der "Kurze Begriff der Geographie" (2. Aufl. 1793). Außerdem gab er die "Allgem. histor. Bibliothek" (Halle 1767-71) sowie 1772 bis 81 ein "Histor. Journal" heraus. - G., Magdalena Philippine, die Tochter des Vorigen, geb. 1756, gest. 1831 als Wittwe Engelhards, eines Kriegsbeamten in Kassel, versuchte sich in lyrischen Dichtungen; ihr Bruder, Christoph Wilh. Jak., geb. 1759, gest. 1838 als Oberforstrath zu Heidelberg, schriftstellerte in seinem Fache.


Gattung, der Inbegriff aller durch eigenthümliche Merkmale verbundenen Arten eines und desselben Dinges; im natürlichen System der Naturwissenschaften, in welchen die Ausdrücke G., Geschlecht, Art, sehr willkürlich gebraucht werden, der Inbegriff der Gruppen, Familien und Ordnungen eines organ. Körpers. - G.sbegriff, der das Gemeinschaftliche seiner Artbegriffe, Eintheilungsglieder od. beigeordneten Species enthält. - G.sname, das Nomen appellativum.


Gau, im mittelalterl. Latein pagus, im alten Deutschland ein polit. Bezirk, in welchem ein von dem Könige ernannter Graf Gericht hielt, die königl. Gefälle einzog und in Kriegszeiten die Heerbannpflichtigen aufbot. Als die Grafschaft aus einem Amte zu einem Herrschaftsbezirke wurde, verlor sich der

G. der Alten erhält man durch Homer, Anakreon, Plautus und Horaz sowie durch Juvenal und Martial.


Gastonadas, span., der weiße Cassonadenzucker.


Gaston de Foix, s. Foix.


Gastrilog, griech.-deutsch, Bauchredner; G.ie, Bauchrednerei.


Gastrisch, gastricismus (von Gaster, griech., Magen, Bauch), Begriffe, die sich auf Störungen in der Verdauung beziehen. Dieselben geben sich kund durch Appetitlosigkeit, Verstopfung oder Diarrhöe, weißlich belegte Zunge, pappigen Geschmack im Mund, Brechneigung, Gefühl und Schwäche in den Gliedern. Ist fieberhafte Gefäßaufregung dabei, so entsteht daraus das sog. g. e Fieber, das in nächster Beziehung zu dem modernen Begriff des Schleimfiebers steht. Emetica u. lacativa sind die gewöhnlichen Gegenmittel des Gastricismus.


Gastroknemius, in der Anatomie der Hauptmuskel der Wade.


Gastrolater, griech., Bauchdiener; Gastrolatrie, Bauchdienerei.


Gastronomie, Gastrosophie, Erfindungsgabe in der Kochkunst; auch die Fähigkeit, die Leistungen der seinen Kochkunst zu erkennen u. genießend zu würdigen; ein solcher Kenner, der immer den höheren Ständen angehört, ist Gastronom od. Gastrosoph, wie Herr von Vaërst („Gastrosophie“, Leipz. 1851).


Gastrotomie, Bauchschnitt, chirurg. Operation.


Gastuni, griech. Stadt auf Morea, in Elis, mit 3000 E.


Gat, holländ., in der Seemannssprache Hintertheil; Loch.


Gata, span. Flecken in Andalusien mit 2500 E., am Fuße der Sierra de G.


Gatinais (–ä), Landschaft des alten Frankreich, theils zu der Provinz Isle de France, theils zu Orleanais gehörig.


Gatschina, russ. Stadt 6 M. von Petersburg mit 6000 E., prächtigem kaiserlichem Schlosse, Gartenanlagen, Porzellanfabrik; 1799 Bündniß mit Schweden.


Gatterer, Joh. Christoph, geb. 1727 zu Lichtenau bei Nürnberg, gest. 1799 zu Göttingen, wo er seit 1758 Prof. der Geschichte gewesen. Obwohl weniger ein Geschichtschreiber als Geschichtforscher that er doch sehr Verdienstliches, um ein quellenmäßiges Geschichtstudium zu beleben, drang auf Verbindung der chronolog. und synchronist. Methode und auf Pflege der histor. Hilfswissenschaften, in welchen er sich zumeist auszeichnete. Von mehr als 100 reichhaltigen u. kritischen Schriften sind die größern, wie das „Handbuch der Universalhistorie“ (Göttingen 1765, 2. Aufl. des 1. Thls.), die „Weltgeschichte in ihrem ganzen Umfange“ (ebendas. 1785–87) u. a. von ihm nur begonnen worden. Werthvoller waren die „Elementa artis diplomaticae universalis“ (Gött. 1765), die „Abrisse der Heraldik“ (1773), der Genealogie (1788), der Diplomatik (1798) sowie der „Kurze Begriff der Geographie“ (2. Aufl. 1793). Außerdem gab er die „Allgem. histor. Bibliothek“ (Halle 1767–71) sowie 1772 bis 81 ein „Histor. Journal“ heraus. – G., Magdalena Philippine, die Tochter des Vorigen, geb. 1756, gest. 1831 als Wittwe Engelhards, eines Kriegsbeamten in Kassel, versuchte sich in lyrischen Dichtungen; ihr Bruder, Christoph Wilh. Jak., geb. 1759, gest. 1838 als Oberforstrath zu Heidelberg, schriftstellerte in seinem Fache.


Gattung, der Inbegriff aller durch eigenthümliche Merkmale verbundenen Arten eines und desselben Dinges; im natürlichen System der Naturwissenschaften, in welchen die Ausdrücke G., Geschlecht, Art, sehr willkürlich gebraucht werden, der Inbegriff der Gruppen, Familien und Ordnungen eines organ. Körpers. – G.sbegriff, der das Gemeinschaftliche seiner Artbegriffe, Eintheilungsglieder od. beigeordneten Species enthält. – G.sname, das Nomen appellativum.


Gau, im mittelalterl. Latein pagus, im alten Deutschland ein polit. Bezirk, in welchem ein von dem Könige ernannter Graf Gericht hielt, die königl. Gefälle einzog und in Kriegszeiten die Heerbannpflichtigen aufbot. Als die Grafschaft aus einem Amte zu einem Herrschaftsbezirke wurde, verlor sich der

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[25/0026] G. der Alten erhält man durch Homer, Anakreon, Plautus und Horaz sowie durch Juvenal und Martial. Gastonadas, span., der weiße Cassonadenzucker. Gaston de Foix, s. Foix. Gastrilog, griech.-deutsch, Bauchredner; G.ie, Bauchrednerei. Gastrisch, gastricismus (von Gaster, griech., Magen, Bauch), Begriffe, die sich auf Störungen in der Verdauung beziehen. Dieselben geben sich kund durch Appetitlosigkeit, Verstopfung oder Diarrhöe, weißlich belegte Zunge, pappigen Geschmack im Mund, Brechneigung, Gefühl und Schwäche in den Gliedern. Ist fieberhafte Gefäßaufregung dabei, so entsteht daraus das sog. g. e Fieber, das in nächster Beziehung zu dem modernen Begriff des Schleimfiebers steht. Emetica u. lacativa sind die gewöhnlichen Gegenmittel des Gastricismus. Gastroknemius, in der Anatomie der Hauptmuskel der Wade. Gastrolater, griech., Bauchdiener; Gastrolatrie, Bauchdienerei. Gastronomie, Gastrosophie, Erfindungsgabe in der Kochkunst; auch die Fähigkeit, die Leistungen der seinen Kochkunst zu erkennen u. genießend zu würdigen; ein solcher Kenner, der immer den höheren Ständen angehört, ist Gastronom od. Gastrosoph, wie Herr von Vaërst („Gastrosophie“, Leipz. 1851). Gastrotomie, Bauchschnitt, chirurg. Operation. Gastuni, griech. Stadt auf Morea, in Elis, mit 3000 E. Gat, holländ., in der Seemannssprache Hintertheil; Loch. Gata, span. Flecken in Andalusien mit 2500 E., am Fuße der Sierra de G. Gatinais (–ä), Landschaft des alten Frankreich, theils zu der Provinz Isle de France, theils zu Orleanais gehörig. Gatschina, russ. Stadt 6 M. von Petersburg mit 6000 E., prächtigem kaiserlichem Schlosse, Gartenanlagen, Porzellanfabrik; 1799 Bündniß mit Schweden. Gatterer, Joh. Christoph, geb. 1727 zu Lichtenau bei Nürnberg, gest. 1799 zu Göttingen, wo er seit 1758 Prof. der Geschichte gewesen. Obwohl weniger ein Geschichtschreiber als Geschichtforscher that er doch sehr Verdienstliches, um ein quellenmäßiges Geschichtstudium zu beleben, drang auf Verbindung der chronolog. und synchronist. Methode und auf Pflege der histor. Hilfswissenschaften, in welchen er sich zumeist auszeichnete. Von mehr als 100 reichhaltigen u. kritischen Schriften sind die größern, wie das „Handbuch der Universalhistorie“ (Göttingen 1765, 2. Aufl. des 1. Thls.), die „Weltgeschichte in ihrem ganzen Umfange“ (ebendas. 1785–87) u. a. von ihm nur begonnen worden. Werthvoller waren die „Elementa artis diplomaticae universalis“ (Gött. 1765), die „Abrisse der Heraldik“ (1773), der Genealogie (1788), der Diplomatik (1798) sowie der „Kurze Begriff der Geographie“ (2. Aufl. 1793). Außerdem gab er die „Allgem. histor. Bibliothek“ (Halle 1767–71) sowie 1772 bis 81 ein „Histor. Journal“ heraus. – G., Magdalena Philippine, die Tochter des Vorigen, geb. 1756, gest. 1831 als Wittwe Engelhards, eines Kriegsbeamten in Kassel, versuchte sich in lyrischen Dichtungen; ihr Bruder, Christoph Wilh. Jak., geb. 1759, gest. 1838 als Oberforstrath zu Heidelberg, schriftstellerte in seinem Fache. Gattung, der Inbegriff aller durch eigenthümliche Merkmale verbundenen Arten eines und desselben Dinges; im natürlichen System der Naturwissenschaften, in welchen die Ausdrücke G., Geschlecht, Art, sehr willkürlich gebraucht werden, der Inbegriff der Gruppen, Familien und Ordnungen eines organ. Körpers. – G.sbegriff, der das Gemeinschaftliche seiner Artbegriffe, Eintheilungsglieder od. beigeordneten Species enthält. – G.sname, das Nomen appellativum. Gau, im mittelalterl. Latein pagus, im alten Deutschland ein polit. Bezirk, in welchem ein von dem Könige ernannter Graf Gericht hielt, die königl. Gefälle einzog und in Kriegszeiten die Heerbannpflichtigen aufbot. Als die Grafschaft aus einem Amte zu einem Herrschaftsbezirke wurde, verlor sich der

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855, S. 25. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon03_1855/26>, abgerufen am 21.04.2024.