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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855.

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Name G. meistentheils, hat sich jedoch im südwestl. Deutschland noch vielfach erhalten.


Gau, Franz Christian, geb. zu Köln 1790, studierte in Paris die Baukunst, bereiste 1817 Italien, Aegypten und Nubien ("Les ruines de Pompeji", Par. 1813; "Antiquites de la Nubie", Paris 1821-28, deutsch Tübingen 1821 bis 28). 1825 wurde er französ. Bürger und Baumeister der Stadt Paris; st. 1853.


Gaucho (Gautscho), s. Argentinische Republik, Thl. I. S. 244.


Gaudeamus! lat., laßt uns fröhlich sein; Anfang des bekannten alten ächten Studentenliedes: Gaudeamus igitur juvenes dum sumus etc.


Gaudin (Godäng), Charles, geb. 1756, gest. 1841, schon vor der Revolution Finanzbeamter, Napoleons Finanzminister nach dem 18. Brumaire bis zur Restauration, ordnete die zerrütteten Finanzen und wurde 1809 zum Herzog von Gaeta ernannt; nach der Restauration war er Gouverneur der Bank bis 1834. ("Memoiren", Paris 1826.)


Gaudy, Franz Bernh. Heinr. Wilh., Freiherr von, geb. 1800 zu Frankfurt a. d. O., erzogen in Paris und Schulpforta, war kurze Zeit preuß. Offizier und lebte alsdann der Dichtkunst, bis er 1840 st. Er neigte sich anfangs stark zum jungen Deutschland und blieb den liberalen Ideen der Zeit getreu, ohne in die Extreme der Jungdeutschen zu verfallen. Seine beste Leistung sind die "Kaiserlieder" (Leipzig 1835), eine Verherrlichung Napoleons, anziehend die Reisefrüchte: "Mein Römerzug" (Berlin 1837), "Aus dem Tagebuch eines wandernden Schneidergesellen" (Leipzig 1836) und die "Venetian. Novellen" (Bunzlau 1838). G. übersetzte auch poln. und franz. Dichtungen, namentl. mit Chamisso die Lieder des Beranger. Gesammtausgabe Berlin 1845, 2 B.


Gauermann, Jakob, Landschaftsmaler und Kupferstecher, geb. 1772 zu Ossingen bei Stuttgart, wurde 1818 als Maler bei dem Erzherzog Johann angestellt, für den er besonders steyrische Ansichten malte und zeichnete. - Nicht minder berühmt im gleichen Fache wurde sein Sohn Friedrich G., geb. 1807 zu Miesenbach in Oesterreich.


Gaufriren (gofr-), frz.-dtsch., Zeug modeln, mit einem Eisen kraus brennen.


Gaugamela, assyr. Ort am Fuße der kurdischen Berge, in einer weiten Ebene. Sieg Alexanders d. Gr. am 1. Octbr. 331 v. Chr.


Gaulonitis, spätere Provinz Oberpalästinas auf der Ostseite des Sees Tiberias, mit den Städten Gaulon, Gadara, Gamala etc.


Gaumen (palatum), der obere Theil der Mundhöhle. Den vordern Theil desselben, den harten G., bildet die Scheidewand zwischen Mund- u. Nasenhöhle, und wird von den Oberkiefer- und G.beinen gebildet, welche mit einer dicken, schwammigen Schleimhaut überzogen sind. Der hintere Theil des G.s, der weiche G. oder G.segel, besteht aus einer beweglichen muskulösen, senkrecht herabhängenden Platte, welche die Mundhöhle vom Schlunde trennt. In der Mitte des untern Randes verlängert sich der weiche G. in einen konischen Anhang, das Zäpfchen (uvula), während er sich zu beiden Seiten in 2 bogenförmigen Falten abwärts erstreckt; zwischen diesen Falten liegen die Mandeln (tonsillae). Alle diese Theile wirken beim Sprechen und Schlucken mit, und ein Fehler an denselben, besonders die angeborne Spaltung des G.s (Wolfsrachen), hindert beides mehr od. weniger.


Gauner, Betrüger, diebischer Vagabund; Mitglied einer Art von Gesellschaft, die Raub, Diebstahl, Betrug etc. als Gewerbe treibt und eine eigene Sprache redet (Rothwälsch, Kochemer Sprache, Kochumloschon), die entweder bloß ein verschrobenes Deutsch, od. aus deutschen u. jüdischdeutschen Ausdrücken zusammengesetzt ist.


Gaupp, Ernst Theodor, geb. 1796 in Niederschlesien, seit 1821 Professor in Breslau, ausgezeichneter Germanist. Schriften: "Ueber deutsche Städtegründung etc. im Mittelalter", Jena 1824; "das alte Magdeburger und Hallische Recht", Jena 1826; "das schles. Landrecht in seinem Verhältnisse zum Sachsenspiegel", Leipzig 1828; "Lex Frisionum", Breslau 1832; "das alte Gesetz

Name G. meistentheils, hat sich jedoch im südwestl. Deutschland noch vielfach erhalten.


Gau, Franz Christian, geb. zu Köln 1790, studierte in Paris die Baukunst, bereiste 1817 Italien, Aegypten und Nubien („Les ruines de Pompeji“, Par. 1813; „Antiquités de la Nubie“, Paris 1821–28, deutsch Tübingen 1821 bis 28). 1825 wurde er französ. Bürger und Baumeister der Stadt Paris; st. 1853.


Gaucho (Gautscho), s. Argentinische Republik, Thl. I. S. 244.


Gaudeamus! lat., laßt uns fröhlich sein; Anfang des bekannten alten ächten Studentenliedes: Gaudeamus igitur juvenes dum sumus etc.


Gaudin (Godäng), Charles, geb. 1756, gest. 1841, schon vor der Revolution Finanzbeamter, Napoleons Finanzminister nach dem 18. Brumaire bis zur Restauration, ordnete die zerrütteten Finanzen und wurde 1809 zum Herzog von Gaëta ernannt; nach der Restauration war er Gouverneur der Bank bis 1834. („Memoiren“, Paris 1826.)


Gaudy, Franz Bernh. Heinr. Wilh., Freiherr von, geb. 1800 zu Frankfurt a. d. O., erzogen in Paris und Schulpforta, war kurze Zeit preuß. Offizier und lebte alsdann der Dichtkunst, bis er 1840 st. Er neigte sich anfangs stark zum jungen Deutschland und blieb den liberalen Ideen der Zeit getreu, ohne in die Extreme der Jungdeutschen zu verfallen. Seine beste Leistung sind die „Kaiserlieder“ (Leipzig 1835), eine Verherrlichung Napoleons, anziehend die Reisefrüchte: „Mein Römerzug“ (Berlin 1837), „Aus dem Tagebuch eines wandernden Schneidergesellen“ (Leipzig 1836) und die „Venetian. Novellen“ (Bunzlau 1838). G. übersetzte auch poln. und franz. Dichtungen, namentl. mit Chamisso die Lieder des Beranger. Gesammtausgabe Berlin 1845, 2 B.


Gauermann, Jakob, Landschaftsmaler und Kupferstecher, geb. 1772 zu Ossingen bei Stuttgart, wurde 1818 als Maler bei dem Erzherzog Johann angestellt, für den er besonders steyrische Ansichten malte und zeichnete. – Nicht minder berühmt im gleichen Fache wurde sein Sohn Friedrich G., geb. 1807 zu Miesenbach in Oesterreich.


Gaufriren (gofr–), frz.-dtsch., Zeug modeln, mit einem Eisen kraus brennen.


Gaugamela, assyr. Ort am Fuße der kurdischen Berge, in einer weiten Ebene. Sieg Alexanders d. Gr. am 1. Octbr. 331 v. Chr.


Gaulonitis, spätere Provinz Oberpalästinas auf der Ostseite des Sees Tiberias, mit den Städten Gaulon, Gadara, Gamala etc.


Gaumen (palatum), der obere Theil der Mundhöhle. Den vordern Theil desselben, den harten G., bildet die Scheidewand zwischen Mund- u. Nasenhöhle, und wird von den Oberkiefer- und G.beinen gebildet, welche mit einer dicken, schwammigen Schleimhaut überzogen sind. Der hintere Theil des G.s, der weiche G. oder G.segel, besteht aus einer beweglichen muskulösen, senkrecht herabhängenden Platte, welche die Mundhöhle vom Schlunde trennt. In der Mitte des untern Randes verlängert sich der weiche G. in einen konischen Anhang, das Zäpfchen (uvula), während er sich zu beiden Seiten in 2 bogenförmigen Falten abwärts erstreckt; zwischen diesen Falten liegen die Mandeln (tonsillae). Alle diese Theile wirken beim Sprechen und Schlucken mit, und ein Fehler an denselben, besonders die angeborne Spaltung des G.s (Wolfsrachen), hindert beides mehr od. weniger.


Gauner, Betrüger, diebischer Vagabund; Mitglied einer Art von Gesellschaft, die Raub, Diebstahl, Betrug etc. als Gewerbe treibt und eine eigene Sprache redet (Rothwälsch, Kochemer Sprache, Kochumloschon), die entweder bloß ein verschrobenes Deutsch, od. aus deutschen u. jüdischdeutschen Ausdrücken zusammengesetzt ist.


Gaupp, Ernst Theodor, geb. 1796 in Niederschlesien, seit 1821 Professor in Breslau, ausgezeichneter Germanist. Schriften: „Ueber deutsche Städtegründung etc. im Mittelalter“, Jena 1824; „das alte Magdeburger und Hallische Recht“, Jena 1826; „das schles. Landrecht in seinem Verhältnisse zum Sachsenspiegel“, Leipzig 1828; „Lex Frisionum“, Breslau 1832; „das alte Gesetz

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[26/0027] Name G. meistentheils, hat sich jedoch im südwestl. Deutschland noch vielfach erhalten. Gau, Franz Christian, geb. zu Köln 1790, studierte in Paris die Baukunst, bereiste 1817 Italien, Aegypten und Nubien („Les ruines de Pompeji“, Par. 1813; „Antiquités de la Nubie“, Paris 1821–28, deutsch Tübingen 1821 bis 28). 1825 wurde er französ. Bürger und Baumeister der Stadt Paris; st. 1853. Gaucho (Gautscho), s. Argentinische Republik, Thl. I. S. 244. Gaudeamus! lat., laßt uns fröhlich sein; Anfang des bekannten alten ächten Studentenliedes: Gaudeamus igitur juvenes dum sumus etc. Gaudin (Godäng), Charles, geb. 1756, gest. 1841, schon vor der Revolution Finanzbeamter, Napoleons Finanzminister nach dem 18. Brumaire bis zur Restauration, ordnete die zerrütteten Finanzen und wurde 1809 zum Herzog von Gaëta ernannt; nach der Restauration war er Gouverneur der Bank bis 1834. („Memoiren“, Paris 1826.) Gaudy, Franz Bernh. Heinr. Wilh., Freiherr von, geb. 1800 zu Frankfurt a. d. O., erzogen in Paris und Schulpforta, war kurze Zeit preuß. Offizier und lebte alsdann der Dichtkunst, bis er 1840 st. Er neigte sich anfangs stark zum jungen Deutschland und blieb den liberalen Ideen der Zeit getreu, ohne in die Extreme der Jungdeutschen zu verfallen. Seine beste Leistung sind die „Kaiserlieder“ (Leipzig 1835), eine Verherrlichung Napoleons, anziehend die Reisefrüchte: „Mein Römerzug“ (Berlin 1837), „Aus dem Tagebuch eines wandernden Schneidergesellen“ (Leipzig 1836) und die „Venetian. Novellen“ (Bunzlau 1838). G. übersetzte auch poln. und franz. Dichtungen, namentl. mit Chamisso die Lieder des Beranger. Gesammtausgabe Berlin 1845, 2 B. Gauermann, Jakob, Landschaftsmaler und Kupferstecher, geb. 1772 zu Ossingen bei Stuttgart, wurde 1818 als Maler bei dem Erzherzog Johann angestellt, für den er besonders steyrische Ansichten malte und zeichnete. – Nicht minder berühmt im gleichen Fache wurde sein Sohn Friedrich G., geb. 1807 zu Miesenbach in Oesterreich. Gaufriren (gofr–), frz.-dtsch., Zeug modeln, mit einem Eisen kraus brennen. Gaugamela, assyr. Ort am Fuße der kurdischen Berge, in einer weiten Ebene. Sieg Alexanders d. Gr. am 1. Octbr. 331 v. Chr. Gaulonitis, spätere Provinz Oberpalästinas auf der Ostseite des Sees Tiberias, mit den Städten Gaulon, Gadara, Gamala etc. Gaumen (palatum), der obere Theil der Mundhöhle. Den vordern Theil desselben, den harten G., bildet die Scheidewand zwischen Mund- u. Nasenhöhle, und wird von den Oberkiefer- und G.beinen gebildet, welche mit einer dicken, schwammigen Schleimhaut überzogen sind. Der hintere Theil des G.s, der weiche G. oder G.segel, besteht aus einer beweglichen muskulösen, senkrecht herabhängenden Platte, welche die Mundhöhle vom Schlunde trennt. In der Mitte des untern Randes verlängert sich der weiche G. in einen konischen Anhang, das Zäpfchen (uvula), während er sich zu beiden Seiten in 2 bogenförmigen Falten abwärts erstreckt; zwischen diesen Falten liegen die Mandeln (tonsillae). Alle diese Theile wirken beim Sprechen und Schlucken mit, und ein Fehler an denselben, besonders die angeborne Spaltung des G.s (Wolfsrachen), hindert beides mehr od. weniger. Gauner, Betrüger, diebischer Vagabund; Mitglied einer Art von Gesellschaft, die Raub, Diebstahl, Betrug etc. als Gewerbe treibt und eine eigene Sprache redet (Rothwälsch, Kochemer Sprache, Kochumloschon), die entweder bloß ein verschrobenes Deutsch, od. aus deutschen u. jüdischdeutschen Ausdrücken zusammengesetzt ist. Gaupp, Ernst Theodor, geb. 1796 in Niederschlesien, seit 1821 Professor in Breslau, ausgezeichneter Germanist. Schriften: „Ueber deutsche Städtegründung etc. im Mittelalter“, Jena 1824; „das alte Magdeburger und Hallische Recht“, Jena 1826; „das schles. Landrecht in seinem Verhältnisse zum Sachsenspiegel“, Leipzig 1828; „Lex Frisionum“, Breslau 1832; „das alte Gesetz

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855, S. 26. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon03_1855/27>, abgerufen am 21.04.2024.