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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855.

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der Thüringer", Breslau 1834; "Recht und Verfassung der alten Sachsen", Breslau 1837; "Stadtrechte des Mittelalters", Breslau 1851 ff.


Gauß, Karl Friedrich, einer der bedeutendsten Mathematiker und Naturforscher, geb. 1777 in Braunschweig, seit 1807 Prof. u. Director der Sternwarte zu Göttingen. 1801 schrieb er seine "Disquisitiones arithmeticae", ein Werk voll scharfsinniger u. neuer Beweise, 1809 "Theoria motus corporum coelestium", worin er seine neuen Methoden zur Berechnung der Bahnen der zu Anfang des Jahrh. neu entdeckten Planeten mittheilte. Auch ward er von der Regierung mit der Fortsetzung der dän. Grademessung im Königreich Hannover beauftragt, wobei er das von ihm erfundene Heliotrop anwendete. Am bekanntesten sind seine Verdienste um die Theorie des Erdmagnetismus: "Resultate aus den Beobachtungen des magnet. Vereins" und "Atlas des Erdmagnetismus", Leipz. 1840. Außer Obigem schrieb er noch: "Allgemeine Lehrsätze in Beziehung auf die im verkehrten Verhältnisse des Quadrats der Entfernung wirkenden Anziehungs- u. Abstoßungskräfte", Leipz. 1840; "Dioptr. Untersuchungen", Göttingen 1841.


Gautier (Gotieh), Theophile, geb. 1811 zu Tarbes, französ. Dichter und Kunstkritiker, Feuilletonist, als Novellist nicht unbedeutend ("Poesies completes", Paris 1845).


Gauting, Gewicht auf Java = 14,14 Zollpfd.


Gavarni, s. Paul Chevalier.


Gavarnie, kleines franz. Dorf im Departem. der Hochpyrenäen mit einem 1200' hohen Wasserfalle.


Gavazzi, Alessandro, geb. 1809 zu Bologna, wurde Barnabite, Prof. der Rhetorik in Neapel, 1848 einer der eifrigsten Revolutionäre, flüchtete später nach England und beschimpft als Apostat die Kirche.


Gave, Name der 3 ersten Sorten der russ. Juchten.


Gavial (Gavialis), Name einer der 3 verschiedenen Gattungen Krokodile; bewohnen Ostindien, sind ausgezeichnet durch schmale und sehr lange Schnauze.


Gavotte, Tonstück von munterem Charakter, gewöhnl. zum theatralischen Tanze angewandt, früher in anderen Tonstücken, Sonaten und Suiten gebräuchlich.


Gay (Geh), John, engl. Dichter, geb. 1688 zu Barnstaple in Devonshire, gest. 1732 zu London, machte besonders mit seinen Fabeln (1726) Glück, welche J. F. von Palthen auch ins Deutsche übersetzte. Die "Beggars Opera" (Bettleroper), eine Verspottung des italien. Singspieles, fand ungemeinen Beifall, doch werthvoller waren die witzigen idyllischen Parodien: "The shepherd's week" (die Schäferwoche) u. "Town eclogues" (Stadteklogen) sowie die didaktischen Gedichte: "Rural sports" (Lust des Landlebens) u. "Trivia or the art of walking the streets of London" (Kunst die Straßen von London zu durchwandern). "Poetical works", London 1806, 2 Bde.


Gay (Gäh), Sophie, eine 1776 zu Paris geb. Lavalette, gest. 1852 zu Brüssel, war eine ausgezeichnete Klavierspielerin und gewann durch eine Vertheidigung der "Delphine" von Frau v. Stael literar. Ruf, welchen eine Reihe von Romanen (Laura d'Estelle, Leonie de Montbreuse, Anatole u. a.), von denen die meisten deutsche Uebersetzer fanden, nicht schmälerte. - G., Delphine, die 1805 zu Aachen geb. Tochter der Vorigen, trug als Dichterin schon 1822 einen Preis der Akademie davon, fand 1827 in Rom Aufnahme in die Academia Tiberina u. 1831 einen Gatten an Emil v. Girardin (s. d.). Ihre "Essais poetiques", Paris 1824-26, 2 Bde., erlebten mehre Auflagen.


Gaya, mähr. Stadt im Kreise Brünn mit 1900 E., Piaristencollegium, Steinkohlenbergwerke.


Gayah, engl.-ostind. Stadt in Bengalen mit 36000 E., Wischnutempel.


Gay-Lussac (Gäh Lüssak), Nicolas Francois, einer der bedeutendsten neuern franz. Chemiker u. Physiker, geb. zu St. Leonard im Depart. Ober-Vienne 1778, 1816 Prof. an der polytechn. Schule, 1832 am naturhistor. Museum zu Paris. Am wichtigsten sind seine Beobachtungen über spec. Gewicht, Wärmecapacität und Ausdehnung der Gase und

der Thüringer“, Breslau 1834; „Recht und Verfassung der alten Sachsen“, Breslau 1837; „Stadtrechte des Mittelalters“, Breslau 1851 ff.


Gauß, Karl Friedrich, einer der bedeutendsten Mathematiker und Naturforscher, geb. 1777 in Braunschweig, seit 1807 Prof. u. Director der Sternwarte zu Göttingen. 1801 schrieb er seine „Disquisitiones arithmeticae“, ein Werk voll scharfsinniger u. neuer Beweise, 1809 „Theoria motus corporum coelestium“, worin er seine neuen Methoden zur Berechnung der Bahnen der zu Anfang des Jahrh. neu entdeckten Planeten mittheilte. Auch ward er von der Regierung mit der Fortsetzung der dän. Grademessung im Königreich Hannover beauftragt, wobei er das von ihm erfundene Heliotrop anwendete. Am bekanntesten sind seine Verdienste um die Theorie des Erdmagnetismus: „Resultate aus den Beobachtungen des magnet. Vereins“ und „Atlas des Erdmagnetismus“, Leipz. 1840. Außer Obigem schrieb er noch: „Allgemeine Lehrsätze in Beziehung auf die im verkehrten Verhältnisse des Quadrats der Entfernung wirkenden Anziehungs- u. Abstoßungskräfte“, Leipz. 1840; „Dioptr. Untersuchungen“, Göttingen 1841.


Gautier (Gotieh), Theophile, geb. 1811 zu Tarbes, französ. Dichter und Kunstkritiker, Feuilletonist, als Novellist nicht unbedeutend („Poésies complètes“, Paris 1845).


Gauting, Gewicht auf Java = 14,14 Zollpfd.


Gavarni, s. Paul Chevalier.


Gavarnie, kleines franz. Dorf im Departem. der Hochpyrenäen mit einem 1200' hohen Wasserfalle.


Gavazzi, Alessandro, geb. 1809 zu Bologna, wurde Barnabite, Prof. der Rhetorik in Neapel, 1848 einer der eifrigsten Revolutionäre, flüchtete später nach England und beschimpft als Apostat die Kirche.


Gave, Name der 3 ersten Sorten der russ. Juchten.


Gavial (Gavialis), Name einer der 3 verschiedenen Gattungen Krokodile; bewohnen Ostindien, sind ausgezeichnet durch schmale und sehr lange Schnauze.


Gavotte, Tonstück von munterem Charakter, gewöhnl. zum theatralischen Tanze angewandt, früher in anderen Tonstücken, Sonaten und Suiten gebräuchlich.


Gay (Geh), John, engl. Dichter, geb. 1688 zu Barnstaple in Devonshire, gest. 1732 zu London, machte besonders mit seinen Fabeln (1726) Glück, welche J. F. von Palthen auch ins Deutsche übersetzte. Die „Beggars Opera“ (Bettleroper), eine Verspottung des italien. Singspieles, fand ungemeinen Beifall, doch werthvoller waren die witzigen idyllischen Parodien: „The shepherdʼs week“ (die Schäferwoche) u. „Town eclogues“ (Stadteklogen) sowie die didaktischen Gedichte: „Rural sports“ (Lust des Landlebens) u. „Trivia or the art of walking the streets of London“ (Kunst die Straßen von London zu durchwandern). „Poetical works“, London 1806, 2 Bde.


Gay (Gäh), Sophie, eine 1776 zu Paris geb. Lavalette, gest. 1852 zu Brüssel, war eine ausgezeichnete Klavierspielerin und gewann durch eine Vertheidigung der „Delphine“ von Frau v. Staël literar. Ruf, welchen eine Reihe von Romanen (Laura dʼEstelle, Léonie de Montbreuse, Anatole u. a.), von denen die meisten deutsche Uebersetzer fanden, nicht schmälerte. – G., Delphine, die 1805 zu Aachen geb. Tochter der Vorigen, trug als Dichterin schon 1822 einen Preis der Akademie davon, fand 1827 in Rom Aufnahme in die Academia Tiberina u. 1831 einen Gatten an Emil v. Girardin (s. d.). Ihre „Essais poétiques“, Paris 1824–26, 2 Bde., erlebten mehre Auflagen.


Gaya, mähr. Stadt im Kreise Brünn mit 1900 E., Piaristencollegium, Steinkohlenbergwerke.


Gayah, engl.-ostind. Stadt in Bengalen mit 36000 E., Wischnutempel.


Gay-Lussac (Gäh Lüssak), Nicolas François, einer der bedeutendsten neuern franz. Chemiker u. Physiker, geb. zu St. Léonard im Depart. Ober-Vienne 1778, 1816 Prof. an der polytechn. Schule, 1832 am naturhistor. Museum zu Paris. Am wichtigsten sind seine Beobachtungen über spec. Gewicht, Wärmecapacität und Ausdehnung der Gase und

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[27/0028] der Thüringer“, Breslau 1834; „Recht und Verfassung der alten Sachsen“, Breslau 1837; „Stadtrechte des Mittelalters“, Breslau 1851 ff. Gauß, Karl Friedrich, einer der bedeutendsten Mathematiker und Naturforscher, geb. 1777 in Braunschweig, seit 1807 Prof. u. Director der Sternwarte zu Göttingen. 1801 schrieb er seine „Disquisitiones arithmeticae“, ein Werk voll scharfsinniger u. neuer Beweise, 1809 „Theoria motus corporum coelestium“, worin er seine neuen Methoden zur Berechnung der Bahnen der zu Anfang des Jahrh. neu entdeckten Planeten mittheilte. Auch ward er von der Regierung mit der Fortsetzung der dän. Grademessung im Königreich Hannover beauftragt, wobei er das von ihm erfundene Heliotrop anwendete. Am bekanntesten sind seine Verdienste um die Theorie des Erdmagnetismus: „Resultate aus den Beobachtungen des magnet. Vereins“ und „Atlas des Erdmagnetismus“, Leipz. 1840. Außer Obigem schrieb er noch: „Allgemeine Lehrsätze in Beziehung auf die im verkehrten Verhältnisse des Quadrats der Entfernung wirkenden Anziehungs- u. Abstoßungskräfte“, Leipz. 1840; „Dioptr. Untersuchungen“, Göttingen 1841. Gautier (Gotieh), Theophile, geb. 1811 zu Tarbes, französ. Dichter und Kunstkritiker, Feuilletonist, als Novellist nicht unbedeutend („Poésies complètes“, Paris 1845). Gauting, Gewicht auf Java = 14,14 Zollpfd. Gavarni, s. Paul Chevalier. Gavarnie, kleines franz. Dorf im Departem. der Hochpyrenäen mit einem 1200' hohen Wasserfalle. Gavazzi, Alessandro, geb. 1809 zu Bologna, wurde Barnabite, Prof. der Rhetorik in Neapel, 1848 einer der eifrigsten Revolutionäre, flüchtete später nach England und beschimpft als Apostat die Kirche. Gave, Name der 3 ersten Sorten der russ. Juchten. Gavial (Gavialis), Name einer der 3 verschiedenen Gattungen Krokodile; bewohnen Ostindien, sind ausgezeichnet durch schmale und sehr lange Schnauze. Gavotte, Tonstück von munterem Charakter, gewöhnl. zum theatralischen Tanze angewandt, früher in anderen Tonstücken, Sonaten und Suiten gebräuchlich. Gay (Geh), John, engl. Dichter, geb. 1688 zu Barnstaple in Devonshire, gest. 1732 zu London, machte besonders mit seinen Fabeln (1726) Glück, welche J. F. von Palthen auch ins Deutsche übersetzte. Die „Beggars Opera“ (Bettleroper), eine Verspottung des italien. Singspieles, fand ungemeinen Beifall, doch werthvoller waren die witzigen idyllischen Parodien: „The shepherdʼs week“ (die Schäferwoche) u. „Town eclogues“ (Stadteklogen) sowie die didaktischen Gedichte: „Rural sports“ (Lust des Landlebens) u. „Trivia or the art of walking the streets of London“ (Kunst die Straßen von London zu durchwandern). „Poetical works“, London 1806, 2 Bde. Gay (Gäh), Sophie, eine 1776 zu Paris geb. Lavalette, gest. 1852 zu Brüssel, war eine ausgezeichnete Klavierspielerin und gewann durch eine Vertheidigung der „Delphine“ von Frau v. Staël literar. Ruf, welchen eine Reihe von Romanen (Laura dʼEstelle, Léonie de Montbreuse, Anatole u. a.), von denen die meisten deutsche Uebersetzer fanden, nicht schmälerte. – G., Delphine, die 1805 zu Aachen geb. Tochter der Vorigen, trug als Dichterin schon 1822 einen Preis der Akademie davon, fand 1827 in Rom Aufnahme in die Academia Tiberina u. 1831 einen Gatten an Emil v. Girardin (s. d.). Ihre „Essais poétiques“, Paris 1824–26, 2 Bde., erlebten mehre Auflagen. Gaya, mähr. Stadt im Kreise Brünn mit 1900 E., Piaristencollegium, Steinkohlenbergwerke. Gayah, engl.-ostind. Stadt in Bengalen mit 36000 E., Wischnutempel. Gay-Lussac (Gäh Lüssak), Nicolas François, einer der bedeutendsten neuern franz. Chemiker u. Physiker, geb. zu St. Léonard im Depart. Ober-Vienne 1778, 1816 Prof. an der polytechn. Schule, 1832 am naturhistor. Museum zu Paris. Am wichtigsten sind seine Beobachtungen über spec. Gewicht, Wärmecapacität und Ausdehnung der Gase und

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855, S. 27. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon03_1855/28>, abgerufen am 21.04.2024.