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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855.

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Dämpfe durch Wärme, über den Blaustoff, die Metalle der Alkalien, das Jod, Chlor etc., enthalten in den "Recherches physico-chimiques" und in den "Annales de chimie" u. "Annales de chimie et de physique". Außerdem schrieb er: "Cours de physique" 1827; "Lecons de chimie", gesammelt von Marmet 1828; st. 1850.


Gaza, Gath, uralte Stadt der Philister, durch Handel blühend, unter der türk. Herrschaft verarmt, hat vielleicht 5000 E. Niederlage des Demetrius Poliorketes 315 v. Chr.; der Christen den 11. Octbr. 1244; Einnahme durch Napoleon 1799.


Gaza, Theodor, geb. 1398 zu Thessalonich, gelehrter Grieche, einer der nach Italien gekommenen Flüchtlinge, welche Kenntniß der griech. Sprache u. Schriftsteller in Italien verbreiteten; lehrte zu Ferrara, Rom, Neapel und st. 1478.


Gaze (gahs), durchsichtiges, seines Gewebe mit offenen viereckigen Feldern, sich kreuzenden und um einander geschlungenen Kettenfäden.


Gazellen, Säugethiergruppe aus der Gattung Antilope (s. d.), ausgezeichnet durch leichten, zierlichen Bau, flüchtiges, lebhaftes u. munteres Wesen. Die eigentl. Gazelle (Antilope dorcas), von der Größe des Rehs, oben ockergelb, unten weiß, mit einem braunen Streif an den Seiten des Körpers; die Hörner gegen 12'' lang. Diese schönen Thiere leben in ganz Nordafrika in zahllosen Heerden, werden sehr leicht zahm und sind dann die lieblichsten Geschöpfe, eben so die arab. G. (A. arabica), in Arabien u. Syrien. Diese beiden Arten sind die viel gefeierte G. der arab. Dichter, ihr Bild der Anmuth und Schönheit.


Gazetta, früher kleine Silbermünze in Rom und Venedig = 7 Quattrini = 5 Pf.; weil in Venedig mit einer G. die einzelnen Zeitungsblätter im 16. Jahrh. bezahlt wurden (in Augsburg mit 4 Kreuzern), sollen die Zeitungen den Namen G., Gazette erhalten haben.


Gazon (frz. gasong), der Rasen.


Gazua, die Sklavenjagd in den oberen Nilländern.


Gebälk, das gesammte Balkenwerk eines Baus; bei Säulen der obere darauf ruhende Theil (Architrav, Fries, Kranz).


Gebärmutter (uterus), der Fruchthalter, worin sich das befruchtete Ei zum Fötus entwickelt, bis derselbe als Kind geboren wird (s. Fötus, Geburt).


Gebärmutterkrankheiten, kommen in geschwängertem oder ungeschwängertem Zustande vor, aber man versteht unter G. beinahe immer nur die Krankheiten des nicht schwangern uterus. Hauptsächlichste Ursachen dieser nicht seltenen Krankheiten des Weibes: 1) die periodische durch den Andrang des Blutes gegebene Empfänglichkeit für Erkrankungen zur Zeit der Menstruation, Diätfehler, Erkältungen, Affekte sind die gewöhnl. Gelegenheitsursachen zu dieser Zeit; 2) unreife Geburten. Meist ist der Abortus schon ein Symptom der G., kann jedoch wiederum an sich als Krankheitsursache wirken; 3) der Geburtsakt: Verletzungen durch Druck, Zerren, eine angewachsene Placenta etc.; 4) die geschlechtliche Entwicklungsperioden, Evolution und Involution. Manche Bleichsucht gehört hieher; 5) Unfruchtbarkeit, Mutterkrebs etc. vererben sich oft durch mehre Geschlechter. In speciellen Verhältnissen: 6) psychisch den Geschlechtstrieb stets rege erhaltende Eindrücke, schlüpfrige Lectüre etc.; 7) unbefriedigter oder widernatürlich befriedigter Geschlechtstrieb; 8) endlich alle überhaupt auf den Organismus schädlich einwirkenden Agentien. Symptome: abnorme Schleimsecretion der Geschlechtstheile, weißer Fluß, Schmerzen und die auf das übrige Nervensystem reflectirten Symptome, sog. hysterische Affectionen, die sowohl die Psyche afficiren als die leibliche Gefühlsseite und Bewegungsnerven berühren. Sodann fehlen abnorme Blutungen selten, ebenso gleichzeitige krankhafte Affection der Brustdrüsen u. des Darmkanals. Außer den acuten Entzündungen u. Blutflüssen haben die meisten G. einen chronischen Verlauf. Hinsichtlich der Prognose ist der Gebärmutterkrebs die schlimmste Form. Gegen G. dienen neben den auch anderwärts gebrauchten Medicamenten: Narcotica, Quecksilberpräparate, gelind eröffnende Mittelsalze, insbesondere

Dämpfe durch Wärme, über den Blaustoff, die Metalle der Alkalien, das Jod, Chlor etc., enthalten in den „Recherches physico-chimiques“ und in den „Annales de chimie“ u. „Annales de chimie et de physique“. Außerdem schrieb er: „Cours de physique“ 1827; „Leçons de chimie“, gesammelt von Marmet 1828; st. 1850.


Gaza, Gath, uralte Stadt der Philister, durch Handel blühend, unter der türk. Herrschaft verarmt, hat vielleicht 5000 E. Niederlage des Demetrius Poliorketes 315 v. Chr.; der Christen den 11. Octbr. 1244; Einnahme durch Napoleon 1799.


Gaza, Theodor, geb. 1398 zu Thessalonich, gelehrter Grieche, einer der nach Italien gekommenen Flüchtlinge, welche Kenntniß der griech. Sprache u. Schriftsteller in Italien verbreiteten; lehrte zu Ferrara, Rom, Neapel und st. 1478.


Gaze (gahs), durchsichtiges, seines Gewebe mit offenen viereckigen Feldern, sich kreuzenden und um einander geschlungenen Kettenfäden.


Gazellen, Säugethiergruppe aus der Gattung Antilope (s. d.), ausgezeichnet durch leichten, zierlichen Bau, flüchtiges, lebhaftes u. munteres Wesen. Die eigentl. Gazelle (Antilope dorcas), von der Größe des Rehs, oben ockergelb, unten weiß, mit einem braunen Streif an den Seiten des Körpers; die Hörner gegen 12'' lang. Diese schönen Thiere leben in ganz Nordafrika in zahllosen Heerden, werden sehr leicht zahm und sind dann die lieblichsten Geschöpfe, eben so die arab. G. (A. arabica), in Arabien u. Syrien. Diese beiden Arten sind die viel gefeierte G. der arab. Dichter, ihr Bild der Anmuth und Schönheit.


Gazetta, früher kleine Silbermünze in Rom und Venedig = 7 Quattrini = 5 Pf.; weil in Venedig mit einer G. die einzelnen Zeitungsblätter im 16. Jahrh. bezahlt wurden (in Augsburg mit 4 Kreuzern), sollen die Zeitungen den Namen G., Gazette erhalten haben.


Gazon (frz. gasong), der Rasen.


Gazua, die Sklavenjagd in den oberen Nilländern.


Gebälk, das gesammte Balkenwerk eines Baus; bei Säulen der obere darauf ruhende Theil (Architrav, Fries, Kranz).


Gebärmutter (uterus), der Fruchthalter, worin sich das befruchtete Ei zum Fötus entwickelt, bis derselbe als Kind geboren wird (s. Fötus, Geburt).


Gebärmutterkrankheiten, kommen in geschwängertem oder ungeschwängertem Zustande vor, aber man versteht unter G. beinahe immer nur die Krankheiten des nicht schwangern uterus. Hauptsächlichste Ursachen dieser nicht seltenen Krankheiten des Weibes: 1) die periodische durch den Andrang des Blutes gegebene Empfänglichkeit für Erkrankungen zur Zeit der Menstruation, Diätfehler, Erkältungen, Affekte sind die gewöhnl. Gelegenheitsursachen zu dieser Zeit; 2) unreife Geburten. Meist ist der Abortus schon ein Symptom der G., kann jedoch wiederum an sich als Krankheitsursache wirken; 3) der Geburtsakt: Verletzungen durch Druck, Zerren, eine angewachsene Placenta etc.; 4) die geschlechtliche Entwicklungsperioden, Evolution und Involution. Manche Bleichsucht gehört hieher; 5) Unfruchtbarkeit, Mutterkrebs etc. vererben sich oft durch mehre Geschlechter. In speciellen Verhältnissen: 6) psychisch den Geschlechtstrieb stets rege erhaltende Eindrücke, schlüpfrige Lectüre etc.; 7) unbefriedigter oder widernatürlich befriedigter Geschlechtstrieb; 8) endlich alle überhaupt auf den Organismus schädlich einwirkenden Agentien. Symptome: abnorme Schleimsecretion der Geschlechtstheile, weißer Fluß, Schmerzen und die auf das übrige Nervensystem reflectirten Symptome, sog. hysterische Affectionen, die sowohl die Psyche afficiren als die leibliche Gefühlsseite und Bewegungsnerven berühren. Sodann fehlen abnorme Blutungen selten, ebenso gleichzeitige krankhafte Affection der Brustdrüsen u. des Darmkanals. Außer den acuten Entzündungen u. Blutflüssen haben die meisten G. einen chronischen Verlauf. Hinsichtlich der Prognose ist der Gebärmutterkrebs die schlimmste Form. Gegen G. dienen neben den auch anderwärts gebrauchten Medicamenten: Narcotica, Quecksilberpräparate, gelind eröffnende Mittelsalze, insbesondere

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[28/0029] Dämpfe durch Wärme, über den Blaustoff, die Metalle der Alkalien, das Jod, Chlor etc., enthalten in den „Recherches physico-chimiques“ und in den „Annales de chimie“ u. „Annales de chimie et de physique“. Außerdem schrieb er: „Cours de physique“ 1827; „Leçons de chimie“, gesammelt von Marmet 1828; st. 1850. Gaza, Gath, uralte Stadt der Philister, durch Handel blühend, unter der türk. Herrschaft verarmt, hat vielleicht 5000 E. Niederlage des Demetrius Poliorketes 315 v. Chr.; der Christen den 11. Octbr. 1244; Einnahme durch Napoleon 1799. Gaza, Theodor, geb. 1398 zu Thessalonich, gelehrter Grieche, einer der nach Italien gekommenen Flüchtlinge, welche Kenntniß der griech. Sprache u. Schriftsteller in Italien verbreiteten; lehrte zu Ferrara, Rom, Neapel und st. 1478. Gaze (gahs), durchsichtiges, seines Gewebe mit offenen viereckigen Feldern, sich kreuzenden und um einander geschlungenen Kettenfäden. Gazellen, Säugethiergruppe aus der Gattung Antilope (s. d.), ausgezeichnet durch leichten, zierlichen Bau, flüchtiges, lebhaftes u. munteres Wesen. Die eigentl. Gazelle (Antilope dorcas), von der Größe des Rehs, oben ockergelb, unten weiß, mit einem braunen Streif an den Seiten des Körpers; die Hörner gegen 12'' lang. Diese schönen Thiere leben in ganz Nordafrika in zahllosen Heerden, werden sehr leicht zahm und sind dann die lieblichsten Geschöpfe, eben so die arab. G. (A. arabica), in Arabien u. Syrien. Diese beiden Arten sind die viel gefeierte G. der arab. Dichter, ihr Bild der Anmuth und Schönheit. Gazetta, früher kleine Silbermünze in Rom und Venedig = 7 Quattrini = 5 Pf.; weil in Venedig mit einer G. die einzelnen Zeitungsblätter im 16. Jahrh. bezahlt wurden (in Augsburg mit 4 Kreuzern), sollen die Zeitungen den Namen G., Gazette erhalten haben. Gazon (frz. gasong), der Rasen. Gazua, die Sklavenjagd in den oberen Nilländern. Gebälk, das gesammte Balkenwerk eines Baus; bei Säulen der obere darauf ruhende Theil (Architrav, Fries, Kranz). Gebärmutter (uterus), der Fruchthalter, worin sich das befruchtete Ei zum Fötus entwickelt, bis derselbe als Kind geboren wird (s. Fötus, Geburt). Gebärmutterkrankheiten, kommen in geschwängertem oder ungeschwängertem Zustande vor, aber man versteht unter G. beinahe immer nur die Krankheiten des nicht schwangern uterus. Hauptsächlichste Ursachen dieser nicht seltenen Krankheiten des Weibes: 1) die periodische durch den Andrang des Blutes gegebene Empfänglichkeit für Erkrankungen zur Zeit der Menstruation, Diätfehler, Erkältungen, Affekte sind die gewöhnl. Gelegenheitsursachen zu dieser Zeit; 2) unreife Geburten. Meist ist der Abortus schon ein Symptom der G., kann jedoch wiederum an sich als Krankheitsursache wirken; 3) der Geburtsakt: Verletzungen durch Druck, Zerren, eine angewachsene Placenta etc.; 4) die geschlechtliche Entwicklungsperioden, Evolution und Involution. Manche Bleichsucht gehört hieher; 5) Unfruchtbarkeit, Mutterkrebs etc. vererben sich oft durch mehre Geschlechter. In speciellen Verhältnissen: 6) psychisch den Geschlechtstrieb stets rege erhaltende Eindrücke, schlüpfrige Lectüre etc.; 7) unbefriedigter oder widernatürlich befriedigter Geschlechtstrieb; 8) endlich alle überhaupt auf den Organismus schädlich einwirkenden Agentien. Symptome: abnorme Schleimsecretion der Geschlechtstheile, weißer Fluß, Schmerzen und die auf das übrige Nervensystem reflectirten Symptome, sog. hysterische Affectionen, die sowohl die Psyche afficiren als die leibliche Gefühlsseite und Bewegungsnerven berühren. Sodann fehlen abnorme Blutungen selten, ebenso gleichzeitige krankhafte Affection der Brustdrüsen u. des Darmkanals. Außer den acuten Entzündungen u. Blutflüssen haben die meisten G. einen chronischen Verlauf. Hinsichtlich der Prognose ist der Gebärmutterkrebs die schlimmste Form. Gegen G. dienen neben den auch anderwärts gebrauchten Medicamenten: Narcotica, Quecksilberpräparate, gelind eröffnende Mittelsalze, insbesondere

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855, S. 28. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon03_1855/29>, abgerufen am 21.04.2024.