Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855.

Bild:
<< vorherige Seite

Hemisphären des großen G.s, den sichelförmigen Fortsatz u. zwischen dem großen und kleinen G. das G. zelt (tentorium cerebelli) bildet. Das Ganze endlich ist umschlossen von der knöchernen Hülle der Schädelknochen.


Gehirnkrankheiten. Die allen G. gemeinschaftlichen Symptome beziehen sich auf Veränderungen in dem geistigen Leben, der sensoriellen Auffassung und thierischen Bewegung. Manchmal sind alle 3, manchmal nur eine oder die andere dieser Sphären alterirt, Schmerz und Veränderungen im übrigen Organismus meistens secundär. Außer der Entzündung des Gehirns und seiner Hüllen kommen Blutungen (Gehirnschläge), Wassersuchten acuter u. chronischer Art, Erweichung, Krebs, Tuberkel, Mißbildungen, die dem angeborenen Idiotismus (cretinismus) zu Grund liegen, vor. Geisteskrankheiten können nur selten als primäre G. anatomisch nachgewiesen werden. Behandlung der G. sehr verschieden, Prognose wegen der Wichtigkeit des Organs stets bedenklich.


Gehler, Johann Samuel Traugott, geb. 1751 zu Görlitz, gest. 1795, sächs. Justizbeamter, Verfasser des "Physikalischen Wörterbuchs", Leipzig 1787 bis 95, eines ausgezeichneten Werks, das die Umarbeitung durch spätere Gelehrte, z. B. Brandes, Littrow, Gmelin, Munke, Pfaff etc. wohl verdient hat.


Gehör (auditus), derjenige der fünf Sinne, durch welchen wir Ton und Schall wahrnehmen, nach dem Gesichte der edelste durch seine hohe Bedeutung für das geistige Leben. Sein Organ ist das Ohr (s. d.). So genau der anatom. Bau dieses Organs durchforscht ist, sowie seine Abänderungen in den verschiedenen Thierklassen, so herrscht doch über die physiolog. Bedeutung seiner einzelnen Theile noch vieles Dunkel. Der wesentlichste Theil ist der aus dem Gehirn entspringende u. in der Schnecke und den Bogengängen des Ohrs sich ausbreitende G. nerv; durch ihn werden die Eindrücke des Schalls zum Gehirn geleitet und zum Bewußtsein gebracht. Die übrigen Theile dienen hauptsächlich der Aufnahme und Fortleitung des Schalls zum G. nerven.


Gehörnter Schluß, s. Dilemma.


Gehörntfrüchtige, s. Corniculatae.


Gehre, eine schmal nach unten zu laufende Fläche; bei Tischlern u. s. w. die schräge Fläche von 45 Grad, daher Gehrhobel, Gehrmaß.


Geibel, Emanuel, geb. 1815 zu Lübeck, 1838 Erzieher beim russ. Gesandten in Athen, lebte nach seiner Rückkehr 1840 der Muse an verschiedenen Orten, erhielt vom König von Preußen einen Jahrgehalt und wurde 1852 Prof. der Aesthetik in München. G. ist einer unserer herrlichsten norddeutschen Dichter, ausgezeichnet durch tiefreligiöses Gefühl und gewandte Sprache eines gefunden, innigen Gemüthes: "Gedichte", Berlin 1840, 34. Aufl. 1854. Selbst in den "Zeitstimmen" (1841) verließ er niemals die Schranken der Poesie; gleichzeitig mit den "Zwölf Sonetten" erschien das vortreffliche kleine Epos: "König Sigurds Brautfahrt" u. seine "Juniuslieder" (Stuttgart 1848) erlebten 1851 die 6. Aufl. Den "Spanischen Volksliedern und Romanzen" (Berlin 1843) folgte das: "Spanische Liederbuch", Berlin 1852. Für das Theater bearbeitete G. den "König Roderich" (Stuttgart 1841), welchen er selbst ein "Jünglingswerk" nannte und den Operntext "Lorelei"; neuestens soll er sich im Lustspiel versuchen.


Geier (Vultur), Gattung der Tagraubvögel mit geradem, nur an der Spitze hackenförmig gebogenem Schnabel; Kopf und Hals nackt od. nur dünn befiedert, zum Theil mit fleischigen Warzen, am untern Theil des Halses einen kragenartigen Federwulst. Die G. sind schwerfällig, steigen aber im Flug zu erstaunlichen Höhen, sind gefräßig u. leben fast nur von Aas, sollen es aber nach neueren Beobachtungen mehr durch das scharfe Auge als den Geruch erkennen. Der grau e G. (V. cinereus), schwarzbraun, gegen 4' lang, in Asien, Afrika u. im wärmeren Europa, selten in Deutschland. - Der weißköpfige G. (V. fulvus), graubraun, Größe des vorigen, in Asien, Nordafrika u. Südeuropa.


Geige, der Name mehrer musikal. Instrumente, welche mit Darmsaiten bezogen u. durch einen mit Pferdehaar

Hemisphären des großen G.s, den sichelförmigen Fortsatz u. zwischen dem großen und kleinen G. das G. zelt (tentorium cerebelli) bildet. Das Ganze endlich ist umschlossen von der knöchernen Hülle der Schädelknochen.


Gehirnkrankheiten. Die allen G. gemeinschaftlichen Symptome beziehen sich auf Veränderungen in dem geistigen Leben, der sensoriellen Auffassung und thierischen Bewegung. Manchmal sind alle 3, manchmal nur eine oder die andere dieser Sphären alterirt, Schmerz und Veränderungen im übrigen Organismus meistens secundär. Außer der Entzündung des Gehirns und seiner Hüllen kommen Blutungen (Gehirnschläge), Wassersuchten acuter u. chronischer Art, Erweichung, Krebs, Tuberkel, Mißbildungen, die dem angeborenen Idiotismus (cretinismus) zu Grund liegen, vor. Geisteskrankheiten können nur selten als primäre G. anatomisch nachgewiesen werden. Behandlung der G. sehr verschieden, Prognose wegen der Wichtigkeit des Organs stets bedenklich.


Gehler, Johann Samuel Traugott, geb. 1751 zu Görlitz, gest. 1795, sächs. Justizbeamter, Verfasser des „Physikalischen Wörterbuchs“, Leipzig 1787 bis 95, eines ausgezeichneten Werks, das die Umarbeitung durch spätere Gelehrte, z. B. Brandes, Littrow, Gmelin, Munke, Pfaff etc. wohl verdient hat.


Gehör (auditus), derjenige der fünf Sinne, durch welchen wir Ton und Schall wahrnehmen, nach dem Gesichte der edelste durch seine hohe Bedeutung für das geistige Leben. Sein Organ ist das Ohr (s. d.). So genau der anatom. Bau dieses Organs durchforscht ist, sowie seine Abänderungen in den verschiedenen Thierklassen, so herrscht doch über die physiolog. Bedeutung seiner einzelnen Theile noch vieles Dunkel. Der wesentlichste Theil ist der aus dem Gehirn entspringende u. in der Schnecke und den Bogengängen des Ohrs sich ausbreitende G. nerv; durch ihn werden die Eindrücke des Schalls zum Gehirn geleitet und zum Bewußtsein gebracht. Die übrigen Theile dienen hauptsächlich der Aufnahme und Fortleitung des Schalls zum G. nerven.


Gehörnter Schluß, s. Dilemma.


Gehörntfrüchtige, s. Corniculatae.


Gehre, eine schmal nach unten zu laufende Fläche; bei Tischlern u. s. w. die schräge Fläche von 45 Grad, daher Gehrhobel, Gehrmaß.


Geibel, Emanuel, geb. 1815 zu Lübeck, 1838 Erzieher beim russ. Gesandten in Athen, lebte nach seiner Rückkehr 1840 der Muse an verschiedenen Orten, erhielt vom König von Preußen einen Jahrgehalt und wurde 1852 Prof. der Aesthetik in München. G. ist einer unserer herrlichsten norddeutschen Dichter, ausgezeichnet durch tiefreligiöses Gefühl und gewandte Sprache eines gefunden, innigen Gemüthes: „Gedichte“, Berlin 1840, 34. Aufl. 1854. Selbst in den „Zeitstimmen“ (1841) verließ er niemals die Schranken der Poesie; gleichzeitig mit den „Zwölf Sonetten“ erschien das vortreffliche kleine Epos: „König Sigurds Brautfahrt“ u. seine „Juniuslieder“ (Stuttgart 1848) erlebten 1851 die 6. Aufl. Den „Spanischen Volksliedern und Romanzen“ (Berlin 1843) folgte das: „Spanische Liederbuch“, Berlin 1852. Für das Theater bearbeitete G. den „König Roderich“ (Stuttgart 1841), welchen er selbst ein „Jünglingswerk“ nannte und den Operntext „Lorelei“; neuestens soll er sich im Lustspiel versuchen.


Geier (Vultur), Gattung der Tagraubvögel mit geradem, nur an der Spitze hackenförmig gebogenem Schnabel; Kopf und Hals nackt od. nur dünn befiedert, zum Theil mit fleischigen Warzen, am untern Theil des Halses einen kragenartigen Federwulst. Die G. sind schwerfällig, steigen aber im Flug zu erstaunlichen Höhen, sind gefräßig u. leben fast nur von Aas, sollen es aber nach neueren Beobachtungen mehr durch das scharfe Auge als den Geruch erkennen. Der grau e G. (V. cinereus), schwarzbraun, gegen 4' lang, in Asien, Afrika u. im wärmeren Europa, selten in Deutschland. – Der weißköpfige G. (V. fulvus), graubraun, Größe des vorigen, in Asien, Nordafrika u. Südeuropa.


Geige, der Name mehrer musikal. Instrumente, welche mit Darmsaiten bezogen u. durch einen mit Pferdehaar

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><pb facs="#f0038" n="37"/>
Hemisphären des großen G.s, den sichelförmigen Fortsatz u. zwischen dem großen und kleinen G. das G. zelt <hi rendition="#i">(tentorium cerebelli)</hi> bildet. Das Ganze endlich ist umschlossen von der knöchernen Hülle der Schädelknochen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Gehirnkrankheiten</hi>. Die allen G. gemeinschaftlichen Symptome beziehen sich auf Veränderungen in dem geistigen Leben, der sensoriellen Auffassung und thierischen Bewegung. Manchmal sind alle 3, manchmal nur eine oder die andere dieser Sphären alterirt, Schmerz und Veränderungen im übrigen Organismus meistens secundär. Außer der Entzündung des Gehirns und seiner Hüllen kommen Blutungen (Gehirnschläge), Wassersuchten acuter u. chronischer Art, Erweichung, Krebs, Tuberkel, Mißbildungen, die dem angeborenen Idiotismus <hi rendition="#i">(cretinismus)</hi> zu Grund liegen, vor. Geisteskrankheiten können nur selten als primäre G. anatomisch nachgewiesen werden. Behandlung der G. sehr verschieden, Prognose wegen der Wichtigkeit des Organs stets bedenklich.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Gehler</hi>, Johann Samuel Traugott, geb. 1751 zu Görlitz, gest. 1795, sächs. Justizbeamter, Verfasser des &#x201E;Physikalischen Wörterbuchs&#x201C;, Leipzig 1787 bis 95, eines ausgezeichneten Werks, das die Umarbeitung durch spätere Gelehrte, z. B. Brandes, Littrow, Gmelin, Munke, Pfaff etc. wohl verdient hat.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Gehör</hi><hi rendition="#i">(auditus)</hi>, derjenige der fünf Sinne, durch welchen wir Ton und Schall wahrnehmen, nach dem Gesichte der edelste durch seine hohe Bedeutung für das geistige Leben. Sein Organ ist das Ohr (s. d.). So genau der anatom. Bau dieses Organs durchforscht ist, sowie seine Abänderungen in den verschiedenen Thierklassen, so herrscht doch über die physiolog. Bedeutung seiner einzelnen Theile noch vieles Dunkel. Der wesentlichste Theil ist der aus dem Gehirn entspringende u. in der Schnecke und den Bogengängen des Ohrs sich ausbreitende G. nerv; durch ihn werden die Eindrücke des Schalls zum Gehirn geleitet und zum Bewußtsein gebracht. Die übrigen Theile dienen hauptsächlich der Aufnahme und Fortleitung des Schalls zum G. nerven.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Gehörnter Schluß</hi>, s. Dilemma.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Gehörntfrüchtige</hi>, s. <hi rendition="#i">Corniculatae</hi>.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Gehre</hi>, eine schmal nach unten zu laufende Fläche; bei Tischlern u. s. w. die schräge Fläche von 45 Grad, daher Gehrhobel, Gehrmaß.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Geibel</hi>, Emanuel, geb. 1815 zu Lübeck, 1838 Erzieher beim russ. Gesandten in Athen, lebte nach seiner Rückkehr 1840 der Muse an verschiedenen Orten, erhielt vom König von Preußen einen Jahrgehalt und wurde 1852 Prof. der Aesthetik in München. G. ist einer unserer herrlichsten norddeutschen Dichter, ausgezeichnet durch tiefreligiöses Gefühl und gewandte Sprache eines gefunden, innigen Gemüthes: &#x201E;Gedichte&#x201C;, Berlin 1840, 34. Aufl. 1854. Selbst in den &#x201E;Zeitstimmen&#x201C; (1841) verließ er niemals die Schranken der Poesie; gleichzeitig mit den &#x201E;Zwölf Sonetten&#x201C; erschien das vortreffliche kleine Epos: &#x201E;König Sigurds Brautfahrt&#x201C; u. seine &#x201E;Juniuslieder&#x201C; (Stuttgart 1848) erlebten 1851 die 6. Aufl. Den &#x201E;Spanischen Volksliedern und Romanzen&#x201C; (Berlin 1843) folgte das: &#x201E;Spanische Liederbuch&#x201C;, Berlin 1852. Für das Theater bearbeitete G. den &#x201E;König Roderich&#x201C; (Stuttgart 1841), welchen er selbst ein &#x201E;Jünglingswerk&#x201C; nannte und den Operntext &#x201E;Lorelei&#x201C;; neuestens soll er sich im Lustspiel versuchen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Geier</hi><hi rendition="#i">(Vultur)</hi>, Gattung der Tagraubvögel mit geradem, nur an der Spitze hackenförmig gebogenem Schnabel; Kopf und Hals nackt od. nur dünn befiedert, zum Theil mit fleischigen Warzen, am untern Theil des Halses einen kragenartigen Federwulst. Die G. sind schwerfällig, steigen aber im Flug zu erstaunlichen Höhen, sind gefräßig u. leben fast nur von Aas, sollen es aber nach neueren Beobachtungen mehr durch das scharfe Auge als den Geruch erkennen. Der grau e G. <hi rendition="#i">(V. cinereus)</hi>, schwarzbraun, gegen 4' lang, in Asien, Afrika u. im wärmeren Europa, selten in Deutschland. &#x2013; Der <hi rendition="#g">weißköpfige</hi> G. <hi rendition="#i">(V. fulvus)</hi>, graubraun, Größe des vorigen, in Asien, Nordafrika u. Südeuropa.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Geige</hi>, der Name mehrer musikal. Instrumente, welche mit Darmsaiten bezogen u. durch einen mit Pferdehaar
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[37/0038] Hemisphären des großen G.s, den sichelförmigen Fortsatz u. zwischen dem großen und kleinen G. das G. zelt (tentorium cerebelli) bildet. Das Ganze endlich ist umschlossen von der knöchernen Hülle der Schädelknochen. Gehirnkrankheiten. Die allen G. gemeinschaftlichen Symptome beziehen sich auf Veränderungen in dem geistigen Leben, der sensoriellen Auffassung und thierischen Bewegung. Manchmal sind alle 3, manchmal nur eine oder die andere dieser Sphären alterirt, Schmerz und Veränderungen im übrigen Organismus meistens secundär. Außer der Entzündung des Gehirns und seiner Hüllen kommen Blutungen (Gehirnschläge), Wassersuchten acuter u. chronischer Art, Erweichung, Krebs, Tuberkel, Mißbildungen, die dem angeborenen Idiotismus (cretinismus) zu Grund liegen, vor. Geisteskrankheiten können nur selten als primäre G. anatomisch nachgewiesen werden. Behandlung der G. sehr verschieden, Prognose wegen der Wichtigkeit des Organs stets bedenklich. Gehler, Johann Samuel Traugott, geb. 1751 zu Görlitz, gest. 1795, sächs. Justizbeamter, Verfasser des „Physikalischen Wörterbuchs“, Leipzig 1787 bis 95, eines ausgezeichneten Werks, das die Umarbeitung durch spätere Gelehrte, z. B. Brandes, Littrow, Gmelin, Munke, Pfaff etc. wohl verdient hat. Gehör (auditus), derjenige der fünf Sinne, durch welchen wir Ton und Schall wahrnehmen, nach dem Gesichte der edelste durch seine hohe Bedeutung für das geistige Leben. Sein Organ ist das Ohr (s. d.). So genau der anatom. Bau dieses Organs durchforscht ist, sowie seine Abänderungen in den verschiedenen Thierklassen, so herrscht doch über die physiolog. Bedeutung seiner einzelnen Theile noch vieles Dunkel. Der wesentlichste Theil ist der aus dem Gehirn entspringende u. in der Schnecke und den Bogengängen des Ohrs sich ausbreitende G. nerv; durch ihn werden die Eindrücke des Schalls zum Gehirn geleitet und zum Bewußtsein gebracht. Die übrigen Theile dienen hauptsächlich der Aufnahme und Fortleitung des Schalls zum G. nerven. Gehörnter Schluß, s. Dilemma. Gehörntfrüchtige, s. Corniculatae. Gehre, eine schmal nach unten zu laufende Fläche; bei Tischlern u. s. w. die schräge Fläche von 45 Grad, daher Gehrhobel, Gehrmaß. Geibel, Emanuel, geb. 1815 zu Lübeck, 1838 Erzieher beim russ. Gesandten in Athen, lebte nach seiner Rückkehr 1840 der Muse an verschiedenen Orten, erhielt vom König von Preußen einen Jahrgehalt und wurde 1852 Prof. der Aesthetik in München. G. ist einer unserer herrlichsten norddeutschen Dichter, ausgezeichnet durch tiefreligiöses Gefühl und gewandte Sprache eines gefunden, innigen Gemüthes: „Gedichte“, Berlin 1840, 34. Aufl. 1854. Selbst in den „Zeitstimmen“ (1841) verließ er niemals die Schranken der Poesie; gleichzeitig mit den „Zwölf Sonetten“ erschien das vortreffliche kleine Epos: „König Sigurds Brautfahrt“ u. seine „Juniuslieder“ (Stuttgart 1848) erlebten 1851 die 6. Aufl. Den „Spanischen Volksliedern und Romanzen“ (Berlin 1843) folgte das: „Spanische Liederbuch“, Berlin 1852. Für das Theater bearbeitete G. den „König Roderich“ (Stuttgart 1841), welchen er selbst ein „Jünglingswerk“ nannte und den Operntext „Lorelei“; neuestens soll er sich im Lustspiel versuchen. Geier (Vultur), Gattung der Tagraubvögel mit geradem, nur an der Spitze hackenförmig gebogenem Schnabel; Kopf und Hals nackt od. nur dünn befiedert, zum Theil mit fleischigen Warzen, am untern Theil des Halses einen kragenartigen Federwulst. Die G. sind schwerfällig, steigen aber im Flug zu erstaunlichen Höhen, sind gefräßig u. leben fast nur von Aas, sollen es aber nach neueren Beobachtungen mehr durch das scharfe Auge als den Geruch erkennen. Der grau e G. (V. cinereus), schwarzbraun, gegen 4' lang, in Asien, Afrika u. im wärmeren Europa, selten in Deutschland. – Der weißköpfige G. (V. fulvus), graubraun, Größe des vorigen, in Asien, Nordafrika u. Südeuropa. Geige, der Name mehrer musikal. Instrumente, welche mit Darmsaiten bezogen u. durch einen mit Pferdehaar

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-08-19T11:47:08Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-08-19T11:47:08Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon03_1855
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon03_1855/38
Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855, S. 37. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon03_1855/38>, abgerufen am 21.04.2024.