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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855.

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bespannten Bogen zum Klingen gebracht werden, daher auch Bogen- od. Streichinstrumente genannt. Hauptsächlichste Arten, weniger in der Form als in der Größe verschieden: die große Baß-G. oder der Contrabaß; die kleine Baß-G. oder Violoncell; die Alt-G. oder Viole, Bratsche; die Discant-G. oder Violine. Haupttheile der G.: Resonanzboden mit den F-Löchern, Boden, Zarpe, Stimmstock, Sattel, Hals, Griffbrett, Steg, Saitenhalter. Unter der einfachen Benennung G. versteht man gewöhnlich die letzte u. kleinste der obigen Arten, die Violine, mit in g d a e gestimmten Saiten; sie behauptet den ersten Platz in der Reihe sämmtlicher musikal. Instrumente, sowohl durch Reinheit und Schönheit des Tons als durch die Modificationen, die sie in Beziehung auf Stärke und Schwäche erlaubt.


Geiger, Franz, Chorherr und Prof. der Theologie zu Luzern, in Rom als der "Schweizertheolog" gepriesen, wurde geb. 1755 zu Harting bei Regensburg, 1773 Franciskaner, alsdann Prof. an verschiedenen Orten der Schweiz, seit 1798 ein entschiedener u. gegen Erdenlohn gleichgiltiger Vertheidiger der Kirche, für die er ziemlich einsam stehend durch zahlreiche, treuherzige u. häufig humoristische Abhandlungen u. Flugschriften kämpfte. Er schlug den Cardinalshut aus, wurde in den 30er Jahren von der Luzerner Regierung vom Lehrstuhle entfernt und st. 1843 zu Luzern.


Geiger, Abraham, Rabbiner in Breslau, geb. 1810 zu Frankfurt a. M., zuerst bekannt durch die Preisschrift "Was hat Mohammed aus dem Judenthum aufgenommen?" alsdann durch das Streben, eine Mittelstellung zwischen den schroffen Parteien seiner Glaubensgenossen einzunehmen. Er wurde 1835 Mitbegründer einer Zeitschrift für jüd. Theologie, gab Anstoß zu den 1844 beginnenden Rabbinerversammlungen, schrieb histor. und literärhistor. Monographien, Uebersetzungen, neuestens ein "Israelit. Gebetbuch für den öffentl. Gottesdienst im ganzen Jahre", Breslau 1854.


Geijer, Erik Gustav, geb. 1783 zu Wärmeland in Schweden, seit 1817 Prof. zu Upsala, gest. 1847, verdienter schwed. Geschichtschreiber. Hauptwerk: "Geschichte des schwed. Volks" (Oerebro 1832-36, 3 Bde.); "Gesammelte Schriften", Stockholm 1848-53.


Geilenkirchen, preuß. Stadt im Reg.-Bez. Aachen mit 1700 E., Tuch- und Lederfabriken.


Geiler, Johannes, genannt von Kaisersberg, geb. 1445 zu Schaffhausen, erzogen zu Kaisersberg im Elsaß, studierte zu Freiburg i. B. und Basel, lehrte Theologie und entfaltete sein Predigertalent an ersterem Orte, wurde 1478 Domprediger zu Straßburg und st. 1510. G. schrieb gelehrte Schriften, doch bleibenden Nachruhm erwarb er als Prediger. Er schloß die Reihe der mittelalterl. Mystiker u. war nur insofern ein "Vorläufer der Reformation", als sein tiefreligiöses Gefühl sich in der Form volksthümlicher Satyre gegen die wachsende Verkommenheit der Cleriker und Laien kehrte. Seine Predigten sind zahlreich, am berühmtesten die über Brandts Narrenschiff (s. die Ausgabe von Scheible, 1845); G. schrieb keine seiner Predigten nieder, der Minorite I. Pauli schrieb sie auf; sie waren die ersten Schriften, welche der Kaiser 1514 gegen den Nachdruck schützte, wurden manchmal verfälscht und sehr oft herausgegeben. Ammon, G. v. K. Leben, Lehren und Predigten, 1826.


Geilnau, nassauisches Dorf an der Lahn, mit 200 E., berühmt durch sein eisenhaltiges Sauerwasser, das besonders bei Verschleimungen, Nieren- und Blasenleiden dient.


Gein, s. Humus.


Geinitz, Hans Bruno, geb. 1814 zu Altenburg, seit 1850 Prof. an der polytechnischen Schule zu Dresden, durch mehre geognost. Schriften bekannt, z. B. Ueber die Braunkohlen Sachsens; über das Quadersandsteingebirge oder die Kreideformation in Deutschland; die Versteinerungen der Grauwackenformation etc.


Geira, portugies. Juchart.


Geisa, Stadt in Sachsen-Weimar mit 1900 E., Schloß; in der Nähe der 1658' hohe Basaltberg Rockenstuhl.


Geisblatt, s. Caprifoliaceae.

bespannten Bogen zum Klingen gebracht werden, daher auch Bogen- od. Streichinstrumente genannt. Hauptsächlichste Arten, weniger in der Form als in der Größe verschieden: die große Baß-G. oder der Contrabaß; die kleine Baß-G. oder Violoncell; die Alt-G. oder Viole, Bratsche; die Discant-G. oder Violine. Haupttheile der G.: Resonanzboden mit den F-Löchern, Boden, Zarpe, Stimmstock, Sattel, Hals, Griffbrett, Steg, Saitenhalter. Unter der einfachen Benennung G. versteht man gewöhnlich die letzte u. kleinste der obigen Arten, die Violine, mit in g d a e gestimmten Saiten; sie behauptet den ersten Platz in der Reihe sämmtlicher musikal. Instrumente, sowohl durch Reinheit und Schönheit des Tons als durch die Modificationen, die sie in Beziehung auf Stärke und Schwäche erlaubt.


Geiger, Franz, Chorherr und Prof. der Theologie zu Luzern, in Rom als der „Schweizertheolog“ gepriesen, wurde geb. 1755 zu Harting bei Regensburg, 1773 Franciskaner, alsdann Prof. an verschiedenen Orten der Schweiz, seit 1798 ein entschiedener u. gegen Erdenlohn gleichgiltiger Vertheidiger der Kirche, für die er ziemlich einsam stehend durch zahlreiche, treuherzige u. häufig humoristische Abhandlungen u. Flugschriften kämpfte. Er schlug den Cardinalshut aus, wurde in den 30er Jahren von der Luzerner Regierung vom Lehrstuhle entfernt und st. 1843 zu Luzern.


Geiger, Abraham, Rabbiner in Breslau, geb. 1810 zu Frankfurt a. M., zuerst bekannt durch die Preisschrift „Was hat Mohammed aus dem Judenthum aufgenommen?“ alsdann durch das Streben, eine Mittelstellung zwischen den schroffen Parteien seiner Glaubensgenossen einzunehmen. Er wurde 1835 Mitbegründer einer Zeitschrift für jüd. Theologie, gab Anstoß zu den 1844 beginnenden Rabbinerversammlungen, schrieb histor. und literärhistor. Monographien, Uebersetzungen, neuestens ein „Israelit. Gebetbuch für den öffentl. Gottesdienst im ganzen Jahre“, Breslau 1854.


Geijer, Erik Gustav, geb. 1783 zu Wärmeland in Schweden, seit 1817 Prof. zu Upsala, gest. 1847, verdienter schwed. Geschichtschreiber. Hauptwerk: „Geschichte des schwed. Volks“ (Oerebro 1832–36, 3 Bde.); „Gesammelte Schriften“, Stockholm 1848–53.


Geilenkirchen, preuß. Stadt im Reg.-Bez. Aachen mit 1700 E., Tuch- und Lederfabriken.


Geiler, Johannes, genannt von Kaisersberg, geb. 1445 zu Schaffhausen, erzogen zu Kaisersberg im Elsaß, studierte zu Freiburg i. B. und Basel, lehrte Theologie und entfaltete sein Predigertalent an ersterem Orte, wurde 1478 Domprediger zu Straßburg und st. 1510. G. schrieb gelehrte Schriften, doch bleibenden Nachruhm erwarb er als Prediger. Er schloß die Reihe der mittelalterl. Mystiker u. war nur insofern ein „Vorläufer der Reformation“, als sein tiefreligiöses Gefühl sich in der Form volksthümlicher Satyre gegen die wachsende Verkommenheit der Cleriker und Laien kehrte. Seine Predigten sind zahlreich, am berühmtesten die über Brandts Narrenschiff (s. die Ausgabe von Scheible, 1845); G. schrieb keine seiner Predigten nieder, der Minorite I. Pauli schrieb sie auf; sie waren die ersten Schriften, welche der Kaiser 1514 gegen den Nachdruck schützte, wurden manchmal verfälscht und sehr oft herausgegeben. Ammon, G. v. K. Leben, Lehren und Predigten, 1826.


Geilnau, nassauisches Dorf an der Lahn, mit 200 E., berühmt durch sein eisenhaltiges Sauerwasser, das besonders bei Verschleimungen, Nieren- und Blasenleiden dient.


Geïn, s. Humus.


Geinitz, Hans Bruno, geb. 1814 zu Altenburg, seit 1850 Prof. an der polytechnischen Schule zu Dresden, durch mehre geognost. Schriften bekannt, z. B. Ueber die Braunkohlen Sachsens; über das Quadersandsteingebirge oder die Kreideformation in Deutschland; die Versteinerungen der Grauwackenformation etc.


Geira, portugies. Juchart.


Geisa, Stadt in Sachsen-Weimar mit 1900 E., Schloß; in der Nähe der 1658' hohe Basaltberg Rockenstuhl.


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bespannten Bogen zum Klingen gebracht werden, daher auch Bogen- od. Streichinstrumente genannt. Hauptsächlichste Arten, weniger in der Form als in der Größe verschieden: die große Baß-G. oder der Contrabaß; die kleine Baß-G. oder Violoncell; die Alt-G. oder Viole, Bratsche; die Discant-G. oder Violine. Haupttheile der G.: Resonanzboden mit den <hi rendition="#i">F</hi>-Löchern, Boden, Zarpe, Stimmstock, Sattel, Hals, Griffbrett, Steg, Saitenhalter. Unter der einfachen Benennung G. versteht man gewöhnlich die letzte u. kleinste der obigen Arten, die Violine, mit in <hi rendition="#i">g d a e</hi> gestimmten Saiten; sie behauptet den ersten Platz in der Reihe sämmtlicher musikal. Instrumente, sowohl durch Reinheit und Schönheit des Tons als durch die Modificationen, die sie in Beziehung auf Stärke und Schwäche erlaubt.</p><lb/>
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[38/0039] bespannten Bogen zum Klingen gebracht werden, daher auch Bogen- od. Streichinstrumente genannt. Hauptsächlichste Arten, weniger in der Form als in der Größe verschieden: die große Baß-G. oder der Contrabaß; die kleine Baß-G. oder Violoncell; die Alt-G. oder Viole, Bratsche; die Discant-G. oder Violine. Haupttheile der G.: Resonanzboden mit den F-Löchern, Boden, Zarpe, Stimmstock, Sattel, Hals, Griffbrett, Steg, Saitenhalter. Unter der einfachen Benennung G. versteht man gewöhnlich die letzte u. kleinste der obigen Arten, die Violine, mit in g d a e gestimmten Saiten; sie behauptet den ersten Platz in der Reihe sämmtlicher musikal. Instrumente, sowohl durch Reinheit und Schönheit des Tons als durch die Modificationen, die sie in Beziehung auf Stärke und Schwäche erlaubt. Geiger, Franz, Chorherr und Prof. der Theologie zu Luzern, in Rom als der „Schweizertheolog“ gepriesen, wurde geb. 1755 zu Harting bei Regensburg, 1773 Franciskaner, alsdann Prof. an verschiedenen Orten der Schweiz, seit 1798 ein entschiedener u. gegen Erdenlohn gleichgiltiger Vertheidiger der Kirche, für die er ziemlich einsam stehend durch zahlreiche, treuherzige u. häufig humoristische Abhandlungen u. Flugschriften kämpfte. Er schlug den Cardinalshut aus, wurde in den 30er Jahren von der Luzerner Regierung vom Lehrstuhle entfernt und st. 1843 zu Luzern. Geiger, Abraham, Rabbiner in Breslau, geb. 1810 zu Frankfurt a. M., zuerst bekannt durch die Preisschrift „Was hat Mohammed aus dem Judenthum aufgenommen?“ alsdann durch das Streben, eine Mittelstellung zwischen den schroffen Parteien seiner Glaubensgenossen einzunehmen. Er wurde 1835 Mitbegründer einer Zeitschrift für jüd. Theologie, gab Anstoß zu den 1844 beginnenden Rabbinerversammlungen, schrieb histor. und literärhistor. Monographien, Uebersetzungen, neuestens ein „Israelit. Gebetbuch für den öffentl. Gottesdienst im ganzen Jahre“, Breslau 1854. Geijer, Erik Gustav, geb. 1783 zu Wärmeland in Schweden, seit 1817 Prof. zu Upsala, gest. 1847, verdienter schwed. Geschichtschreiber. Hauptwerk: „Geschichte des schwed. Volks“ (Oerebro 1832–36, 3 Bde.); „Gesammelte Schriften“, Stockholm 1848–53. Geilenkirchen, preuß. Stadt im Reg.-Bez. Aachen mit 1700 E., Tuch- und Lederfabriken. Geiler, Johannes, genannt von Kaisersberg, geb. 1445 zu Schaffhausen, erzogen zu Kaisersberg im Elsaß, studierte zu Freiburg i. B. und Basel, lehrte Theologie und entfaltete sein Predigertalent an ersterem Orte, wurde 1478 Domprediger zu Straßburg und st. 1510. G. schrieb gelehrte Schriften, doch bleibenden Nachruhm erwarb er als Prediger. Er schloß die Reihe der mittelalterl. Mystiker u. war nur insofern ein „Vorläufer der Reformation“, als sein tiefreligiöses Gefühl sich in der Form volksthümlicher Satyre gegen die wachsende Verkommenheit der Cleriker und Laien kehrte. Seine Predigten sind zahlreich, am berühmtesten die über Brandts Narrenschiff (s. die Ausgabe von Scheible, 1845); G. schrieb keine seiner Predigten nieder, der Minorite I. Pauli schrieb sie auf; sie waren die ersten Schriften, welche der Kaiser 1514 gegen den Nachdruck schützte, wurden manchmal verfälscht und sehr oft herausgegeben. Ammon, G. v. K. Leben, Lehren und Predigten, 1826. Geilnau, nassauisches Dorf an der Lahn, mit 200 E., berühmt durch sein eisenhaltiges Sauerwasser, das besonders bei Verschleimungen, Nieren- und Blasenleiden dient. Geïn, s. Humus. Geinitz, Hans Bruno, geb. 1814 zu Altenburg, seit 1850 Prof. an der polytechnischen Schule zu Dresden, durch mehre geognost. Schriften bekannt, z. B. Ueber die Braunkohlen Sachsens; über das Quadersandsteingebirge oder die Kreideformation in Deutschland; die Versteinerungen der Grauwackenformation etc. Geira, portugies. Juchart. Geisa, Stadt in Sachsen-Weimar mit 1900 E., Schloß; in der Nähe der 1658' hohe Basaltberg Rockenstuhl. Geisblatt, s. Caprifoliaceae.

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 3. Freiburg im Breisgau, 1855, S. 38. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon03_1855/39>, abgerufen am 21.04.2024.