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Mährisches Tagblatt. Nr. 18, Olmütz, 24.01.1898.

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[Spaltenumbruch]
Böhmischer Landtag.


Statthalter Graf Coudenhove beant-
wortet die Interpellation, betreffend das Verbot
des Tragens von Vereinsabzeichen und erklärt,
er halte vollkommen den bereits ausgesprochenen
Grundsatz aufrecht, daß das Farbentragen ein
statutarisches Recht der deutschen Verbindungen
ist und daß die Ausübung dieses Rechtes keinen
Grund zur Aufregung der Bevölkerung, geschweige
zu Gewaltthätigke[i]ten bilden könne. Die Behörde
schützte dieses Princip mit einem großen Auf-
gebote, wobei sich zahlreiche Vorfälle abspielten.
Der Statthalter gibt eine amtliche Darstellung
dieser Vorfälle aus diesem Anlasse und hebt
hervor, daß die Erregung sich von Tag zu Tag
steigerte und daß dieselbe eine Gefahr für die
öffentliche Ordnung und die Sicherheit der
Deutschen in Prag überhaupt bildete. So mußten
am 19. Jänner Vormittags nicht weniger als
100 Mann Sicherheitswache, ein halbes Bataillon
Infanterie und eine Escadron Dragoner auf-
geboten werden, um die am Graben promeniren-
den Couleurstudenten zu schützen. Am Abend
desselben Tages mußte das Aufgebot verdoppelt
werden. In den letzten Tagen mußten deshalb
die Garnison und die Sicherheitswache Dienst-
bereitschaft halten. Ich zögere nicht, sagt der
Statthalter, neuerdings zu erklären, daß ich in
dieser Erregung keinerlei Berechtigung erkennen
kann, weil ich im Tragen von Vereinsabzeichen
irgend eine Provocation oder Verletzung der
anderen Nationalität nicht erblicke, allein die
Erregung ist einmal vorhanden und es mußten
außerordentliche Maßnahmen getroffen werden,
um Ausbrüchen vorzubeugen. Statthalter Graf
Coudenhove erklärt: Ich habe vorerst im gütlichen
Wege versucht, durch Verhandlungen entsprechende
Modalitäten des Farbentragens der Studenten fest-
zustellen. Zu diesem Zwecke conferirte ich mit den
beiden Rectoren der deutschen Hochschulen, welche
die Aufgabe übernahmen, die Studenten zu der
Zusage zu bestimmen, daß sie sich die vorläufig
gewünschten Beschränkungen auferlegen werden.
Leider gelang es nicht die Zusage in der festgesetz-
ten Frist in verläßlicher Weise zu erhalten. Im
Gegentheile für gestern war ein neuerlicher Bum-
mel der Farben tragenden Studenten in Aussicht
genommen, was eine wirkliche Gefahr bedeutet
hätte. Dadurch, daß in den letzten Tagen zahl-
reiche Personen mit slavischen Abzeichen auf der
Straße erschienen, wurde die Gefahr eines Zu-
sammenstoßes vergrößert. Die Präventivpolizei
mußte in ihr Recht treten. Ein Widerspruch
zwischen der getroffenen Verfügung und der Er-
klärung über das Recht des Farbentragens ist
nicht vorhanden, bei aller Anerkennung der Rechte
der Studenten. Höher als diese steht in der jetzi-
[Spaltenumbruch] gen kritischen Zeit die Aufrechterhaltung der Ruhe
und Ordnung. Dafür müssen alle Mittel auf-
gewendet werden. Der Statthalter schließt; Bei
der Würdigung des Gesagten ist die Annahme
einfach ausgeschlossen, daß die Absicht besteht die
Rechte der deutschen Studenten zu verkümmern.
Die Maßregel ist ganz allgemein und betrifft fla-
vische Vereine ebenso gut wie deutsche und auch
alle Privatpersonen. Sie ist provisorisch veran-
laßt durch das Zusammentreten einiger für die
Aufrechtechaltung der Ruhe besonders ungünsti-
ger Umstände. Die verfügten Beschränkungen sol-
len nicht lange dauern. Die Regierung legt zu
großen Werth darauf, daß die altehrwürdige Uni-
versität in Prag blühe, als daß sie dauernde Be-
schränkungen der Freiheiten und Rechte der Stu-
denten in Aussicht nehmen könnte. Ich
kann im Gegentheile hoffen, daß der Eintritt
ruhigerer Zeiten bald die Möglichkeit bieten werde,
die volle Freiheit zurückzugeben. Abg. Wolf
ruft: Worte, Worte, nichts als Worte! Hierauf
wird die Debatte über den Antrag Schlesinger
auf Aufhebung der Sprachenverordnungen fort-
gesetzt. Abg. Dr. Koldinsky sagt: Der Landtag
des Königreiches Böhmen steht im Zeichen des
unerhörter Dictates der Deutschen. Die Deutschen
treten fortgesetzt als Ankläger auf, allein berechtigte
Anklagen können nur die Tschechen vorbringen,
welche seit jeher von den Deutschen, von der
Regierung und vom Staate gedrückt werden.
Wie die Deutschen sich in Böhmen benehmen, so
benimmt sich nicht einmal der Feind in Kriegs-
zeiten. Die Geduld des tschechischen Volkes sei
zu Ende. Es werde fürderhin nicht länger mehr
dulden, daß die Tschechen weniger Rechte haben
sollten wie die Deutschen und daß der Tscheche
nicht jedes Fleckchen seines Königreiches als
Heimat ansehen können sollte. Auch gegen das
Reich haben die Tschechen alle Ursache zu klagen,
denn es habe sich mit dem Königreiche Böhmen,
das seine Rechte nicht aufgegeben habe, noch
immer nicht ausgeglichen. Die Deutschen legen
ein Benehmen an den Tag, als wenn Böhmen
eine preußische Provinz wäre. Zu einem Aus-
gleiche wären die Deutschen vielleicht bereit, aber
unter folgenden Voraussetzungen: Gebt uns,
was ihr noch habt und wenn ihr Tschechen ganz
nackt sein werdet, dann gleichen wir uns aus.
Die Deutschen wollen den Landtag zertrümmern,
um sagen zu können: Siehe Regierung, ohne
uns gibt es kein Parlamentieren, weder in
Wien, noch in Prag. Die Verfolgung der
tschechischen Minoritäten in den anderen Städten
stellen die Prager Excesse tief in den Schatten.
(Beifall bei den Tschechen.)

Abg. P. Opitz erklärt, daß die christliche
deutsche Partei in der Sprachenfrage mit den
übrigen deutschen Parteien sich solidarisch fühlt.
Wenn die Sprachenverordnungen durchgeführt
[Spaltenumbruch] werden, dann gäbe es in ganz Deutschböhmen
binnen zehn Jahren keinen Deutschen mehr. Das
sei nicht der Weg zum Frieden in diesem Lande,
das sei der Weg zum persönlichen Kampfe bis
auf's äußerste. (Bravo! links.) Im Landtage
lasse sich der Friede nicht herstellen. Die Sprachen-
verordnungen verletzen auch das natürliche Recht
der Deutschen, und müssen deshalb aufgehoben
worden.

Nach dem Abg. Opitz sprach Abg. Metal;
er beantragte Schluß der Debatte.

Auf den Bänken der Deutschen entstand darüber
großer Lärm. Abg. Wolf: "Unverschämtheit!
Das ist eine Vergewaltigung! Das lassen wir
uns nicht gefallen! Es ist besser, wenn wir
fortgehen!" Der Oberstlandmarschall
ertheilte dem Abg. Wolf den Ordnungsruf. Die
Jungtsch[e]chen und die Großgrundbesitzer applau-
dirten. Der Lärm dauerte fort. Schließlich wurden
Kramar und Strache zu Generalrednera
gewählt. Abg. Kramar erhält das Wort. (Abg.
Wolf: "Das ist ein Assistent des Abrahamowicz!
Den lassen wir nicht reden!" Großer Lärm. Der
Oberstlandmarschall läutet. Die Abgeordneten
schreien durcheinander.) Die Tschechen verlangen
den Ordnungsruf für Wolf und er wird ihm
unter lauter Zustimmung der Jungeschechen und
Großgrundbesitzer auch ertheilt. (Abg. Wolf zum
Oberstlandmarschall: "Regen Sie sich nicht auf!
Der Kerl soll nicht reden!") Indessen trat soweit
Ruhe ein, daß Kramar sprechen konnte. Die
meisten deutschen Abgeordneten verließen den Saal.

Kramar bedauerte, daß der Statthalter
das Verbot des Farbentragens gerechtfertigt und
erklärt habe. Er bedurste keiner Entschuldigung,
da er nur seine Pflicht thue. Der Redner müsse
der Meinung entgegentreten, als ob die Deutschen
den Staat zusammengehalten hätten, er sagte, die
Länder der böhmischen Krone thäten mehr für
das Reich als die deutschen Alpenländer. Der
Redner kam auf Mommsen zu spreche und sagte,
es sei gewissenlos, daß ein Mann von solcher
Bedeutung so gesprochen habe. Der Abgeordnete
protestirte dagegen, daß man dem Präsidium des
Abgeordnetenhauses die Schuld an dem derzeitigen
Zustande beimesse, und behauptete, daß die ge-
mäßigten Parteien kein Wort gegen die Obstruc-
tion fanden, vielmehr die ermatteten Hitzköpfe
ermunterten. Wenn eine Parlamentswache existirt
hätte, hätte sich der Redner nicht gescheut, sie zu
gebrauchen. Dann hätten die deutschen Obstruc-
tionisten nicht das Spiel gewonnen. Die
Deutschen waren es, welche das Reichsparla-
ment unterwühlten. Zur Entscheidung der Natio-
nalitätenfrage sei nicht der Reichsrath, sondern
nur der Landtag competent. Die Deutschen, welche
die Untheilbarkeit des Landes nicht anerkennen,
mögen gewärtig sein, daß die Tschechen dagegen
unter allen Umständen auftreten werden. Uebri-




[Spaltenumbruch]
ff

durch die prächtig-volksthümliche Figur des "Bon-
jour" noch an ersten Theatern.

Berühmt war Holtei als Vorleser, nament-
lich Shakespearescher Dramen und sein Verdienst
um die Ausbreitung der Kenntniß des großen
Britten ist um so größer, als man damals nur
auf wenigen Bühnen Aufführungen erblicken
konnte, die ein Totalbild der dichterischen Größe
Shakespeares zu geben imstande waren.

Wer Holtei liest, muß ihn lieb gewinnen,
wer ihn persönlich gekannt hat, wird ihn nie
vergessen. Seine gutmüthig wohlwollenden Züge
leben im Gedächtniß aller Breslauer der älteren
Generation, zu der ich mich ja nun auch schon
zählen muß. Eine populärere Figer gab es nicht
in der ganzen Stadt; den kleinen Kindern
wurde von den Wärterinnen der "ole Holtei"
gewiesen, und der alte Mann im grauen Filz-
hut und blauem Ueberrock, mit dem schönen
spanischen Rohr, gehört auch zu meinen frühesten
Erinnerungen.

Die ehrwürdige Erscheinung hatte freilich
für uns Kinder noch einen besonderen geheimniß-
vollen Reiz. Die weißen Locken und der Silber-
bart waren stets von einem breiten schwarz-
seidenen Tuche eingerahmt, was uns viel zu
denken und zu bemitleiden gab. Die einen
meinten, der alte Herr habe beständig Zahn-
schmerzen, bei einer anderen Partei hatte der
unwissenschastliche Glaube Platz gegriffen, dem
"olen Holtei" sei vor Alter der Unterkiefer aus
[d]em Scharnier gegangen und er müsse ihn auf-
[b]inden, damit er nicht herunterfalle. Von der
[Spaltenumbruch] Haltlosigkeit dieser Theorie wurden wir aller-
dings bald überzeugt, wenigstens konnte der
Räthselmann den Kinnbacken gehörig brauchen,
um uns mächtig anzudonnern, wenn er uns in
den Anlagen bei irgend einem Unfug überraschte.

Erst später, als ich zu Holtei ins Haus
kam, enthüllte sich mir das Geheimniß. Holteis
linke Wange war durch eine große Geschwulst
entstellt, wenn er ausging, verdeckte er dies durch
jenes für uns so interessante Seidentuch. Seine
näheren Freunde hatten aber doch noch die
Freude, den schönen Attinghausenkopf von der
übrigens nicht gar zu schlimmen Verunstaltung
frei zu erblicken. Die bedeutendsten Aerzte hatten
aus Furcht vor dem großen Blutverluste keine
Operation gewagt -- da half dem Achtziger
noch die Natur selber: die Geschwulst öffnete
sich ohne nachtheilige Folgen und bewies somit
die seltene Lebenskraft des heiteren Greises.

Seinen Breslauern hatte er sich so freilich
nicht mehr zeigen können, denn die letzten Lebens-
jahre, die er im Kloster der barmhrrzigen Brüder
verbrachte, war er zumeist ans Zimmer gefesselt.
Hier mag übrigens nochmals einer trotz allen
Widerlegungen vielverbreiteten Meinung ent-
gegengetreten werden. Die Worte: greiser Dichter,
Krankheit, Kloster, und nun gar: barmherzige
Brüder, verbinden sich ja so schön zu einem
poetischen Trauergemälde, doch fehlt demselben
jeder reale Hintergrund. Holtei bewohnte als
Pensionär der trefflichen Krankenanstalt ein hübsches
sonniges Zimmer und zahlte dafür die gebüh-
rende Taxe, hat sich wohl auch darüber hinaus
[Spaltenumbruch] dem Kloster dankbar erzeigt. Sein Lebensabend
war durch die Gnade des Kaisers, durch Pen-
sionen der schlesischen Stände, der deutschen
Schillerstiftung und seiner bekannten Verlags-
handlung Trewendt ein gänzlich sorgenfreier.

Er brauchte sein Geld aber auch redlich, er
führte ein großes Haus wie weiland Sultan
Saladin: "Denn jeder Bettler war vor seinem
Hause." Seine Wohlthätigkeit war unerschöpflich,
seine Gutmüthigkeit grenzenlos. Eines Tages
traf ich ihn in wahrer Aufregung. Er ging im
Zimmer auf und ab, ein Gespräch wollte nicht
recht in Fluß kommen, bis er mit dem Grunde
seines Aergers losplatzte. "Wissen Se, mei Här-
zel," begann er mit dem "schläschen" Anfluge,
den er im vertraulichsten Gespräche liebte,
"wissen Sie, was mir eben passirt ist? Da
kommt wieder einer zu mir -- na -- und --
nu hab' ich gerade heut' schon zwei hier gehabt,
ich frage ihn denn nu, was er wäre? Meint
er "ein Kupferstecher". Nu war mir's doch zu
bunt! Was? sag' ich, ein Kupferstecher? Wie
komme ich denn zu einem Kupferstecher? Wenn
Sie Schauspieler, Sänger oder Gelegenheits-
dichter wären ... wenn aber nun gar noch alle
Kupferstecher zu mir kommen .... Sieht mich
der Mensch ganz ruhig an und sagt ('s war ein
Oesterreicher): "Recht haben's, Herr v. Holtei!
Ich thät's eh' versaufen!" Dreht sich um und
weg war er! -- Erst steh' ich ganz starr, dann
lauf ich ihm nach, schrei die Treppe hinunter --
weg war er! .... Nu hab' ich schon so vielen
Lumpen was gegeben und diesem eenzigen ähr-


[Spaltenumbruch]
Böhmiſcher Landtag.


Statthalter Graf Coudenhove beant-
wortet die Interpellation, betreffend das Verbot
des Tragens von Vereinsabzeichen und erklärt,
er halte vollkommen den bereits ausgeſprochenen
Grundſatz aufrecht, daß das Farbentragen ein
ſtatutariſches Recht der deutſchen Verbindungen
iſt und daß die Ausübung dieſes Rechtes keinen
Grund zur Aufregung der Bevölkerung, geſchweige
zu Gewaltthätigke[i]ten bilden könne. Die Behörde
ſchützte dieſes Princip mit einem großen Auf-
gebote, wobei ſich zahlreiche Vorfälle abſpielten.
Der Statthalter gibt eine amtliche Darſtellung
dieſer Vorfälle aus dieſem Anlaſſe und hebt
hervor, daß die Erregung ſich von Tag zu Tag
ſteigerte und daß dieſelbe eine Gefahr für die
öffentliche Ordnung und die Sicherheit der
Deutſchen in Prag überhaupt bildete. So mußten
am 19. Jänner Vormittags nicht weniger als
100 Mann Sicherheitswache, ein halbes Bataillon
Infanterie und eine Escadron Dragoner auf-
geboten werden, um die am Graben promeniren-
den Couleurſtudenten zu ſchützen. Am Abend
desſelben Tages mußte das Aufgebot verdoppelt
werden. In den letzten Tagen mußten deshalb
die Garniſon und die Sicherheitswache Dienſt-
bereitſchaft halten. Ich zögere nicht, ſagt der
Statthalter, neuerdings zu erklären, daß ich in
dieſer Erregung keinerlei Berechtigung erkennen
kann, weil ich im Tragen von Vereinsabzeichen
irgend eine Provocation oder Verletzung der
anderen Nationalität nicht erblicke, allein die
Erregung iſt einmal vorhanden und es mußten
außerordentliche Maßnahmen getroffen werden,
um Ausbrüchen vorzubeugen. Statthalter Graf
Coudenhove erklärt: Ich habe vorerſt im gütlichen
Wege verſucht, durch Verhandlungen entſprechende
Modalitäten des Farbentragens der Studenten feſt-
zuſtellen. Zu dieſem Zwecke conferirte ich mit den
beiden Rectoren der deutſchen Hochſchulen, welche
die Aufgabe übernahmen, die Studenten zu der
Zuſage zu beſtimmen, daß ſie ſich die vorläufig
gewünſchten Beſchränkungen auferlegen werden.
Leider gelang es nicht die Zuſage in der feſtgeſetz-
ten Friſt in verläßlicher Weiſe zu erhalten. Im
Gegentheile für geſtern war ein neuerlicher Bum-
mel der Farben tragenden Studenten in Ausſicht
genommen, was eine wirkliche Gefahr bedeutet
hätte. Dadurch, daß in den letzten Tagen zahl-
reiche Perſonen mit ſlaviſchen Abzeichen auf der
Straße erſchienen, wurde die Gefahr eines Zu-
ſammenſtoßes vergrößert. Die Präventivpolizei
mußte in ihr Recht treten. Ein Widerſpruch
zwiſchen der getroffenen Verfügung und der Er-
klärung über das Recht des Farbentragens iſt
nicht vorhanden, bei aller Anerkennung der Rechte
der Studenten. Höher als dieſe ſteht in der jetzi-
[Spaltenumbruch] gen kritiſchen Zeit die Aufrechterhaltung der Ruhe
und Ordnung. Dafür müſſen alle Mittel auf-
gewendet werden. Der Statthalter ſchließt; Bei
der Würdigung des Geſagten iſt die Annahme
einfach ausgeſchloſſen, daß die Abſicht beſteht die
Rechte der deutſchen Studenten zu verkümmern.
Die Maßregel iſt ganz allgemein und betrifft fla-
viſche Vereine ebenſo gut wie deutſche und auch
alle Privatperſonen. Sie iſt proviſoriſch veran-
laßt durch das Zuſammentreten einiger für die
Aufrechtechaltung der Ruhe beſonders ungünſti-
ger Umſtände. Die verfügten Beſchränkungen ſol-
len nicht lange dauern. Die Regierung legt zu
großen Werth darauf, daß die altehrwürdige Uni-
verſität in Prag blühe, als daß ſie dauernde Be-
ſchränkungen der Freiheiten und Rechte der Stu-
denten in Ausſicht nehmen könnte. Ich
kann im Gegentheile hoffen, daß der Eintritt
ruhigerer Zeiten bald die Möglichkeit bieten werde,
die volle Freiheit zurückzugeben. Abg. Wolf
ruft: Worte, Worte, nichts als Worte! Hierauf
wird die Debatte über den Antrag Schleſinger
auf Aufhebung der Sprachenverordnungen fort-
geſetzt. Abg. Dr. Koldinsky ſagt: Der Landtag
des Königreiches Böhmen ſteht im Zeichen des
unerhörter Dictates der Deutſchen. Die Deutſchen
treten fortgeſetzt als Ankläger auf, allein berechtigte
Anklagen können nur die Tſchechen vorbringen,
welche ſeit jeher von den Deutſchen, von der
Regierung und vom Staate gedrückt werden.
Wie die Deutſchen ſich in Böhmen benehmen, ſo
benimmt ſich nicht einmal der Feind in Kriegs-
zeiten. Die Geduld des tſchechiſchen Volkes ſei
zu Ende. Es werde fürderhin nicht länger mehr
dulden, daß die Tſchechen weniger Rechte haben
ſollten wie die Deutſchen und daß der Tſcheche
nicht jedes Fleckchen ſeines Königreiches als
Heimat anſehen können ſollte. Auch gegen das
Reich haben die Tſchechen alle Urſache zu klagen,
denn es habe ſich mit dem Königreiche Böhmen,
das ſeine Rechte nicht aufgegeben habe, noch
immer nicht ausgeglichen. Die Deutſchen legen
ein Benehmen an den Tag, als wenn Böhmen
eine preußiſche Provinz wäre. Zu einem Aus-
gleiche wären die Deutſchen vielleicht bereit, aber
unter folgenden Vorausſetzungen: Gebt uns,
was ihr noch habt und wenn ihr Tſchechen ganz
nackt ſein werdet, dann gleichen wir uns aus.
Die Deutſchen wollen den Landtag zertrümmern,
um ſagen zu können: Siehe Regierung, ohne
uns gibt es kein Parlamentieren, weder in
Wien, noch in Prag. Die Verfolgung der
tſchechiſchen Minoritäten in den anderen Städten
ſtellen die Prager Exceſſe tief in den Schatten.
(Beifall bei den Tſchechen.)

Abg. P. Opitz erklärt, daß die chriſtliche
deutſche Partei in der Sprachenfrage mit den
übrigen deutſchen Parteien ſich ſolidariſch fühlt.
Wenn die Sprachenverordnungen durchgeführt
[Spaltenumbruch] werden, dann gäbe es in ganz Deutſchböhmen
binnen zehn Jahren keinen Deutſchen mehr. Das
ſei nicht der Weg zum Frieden in dieſem Lande,
das ſei der Weg zum perſönlichen Kampfe bis
auf’s äußerſte. (Bravo! links.) Im Landtage
laſſe ſich der Friede nicht herſtellen. Die Sprachen-
verordnungen verletzen auch das natürliche Recht
der Deutſchen, und müſſen deshalb aufgehoben
worden.

Nach dem Abg. Opitz ſprach Abg. Metal;
er beantragte Schluß der Debatte.

Auf den Bänken der Deutſchen entſtand darüber
großer Lärm. Abg. Wolf: „Unverſchämtheit!
Das iſt eine Vergewaltigung! Das laſſen wir
uns nicht gefallen! Es iſt beſſer, wenn wir
fortgehen!“ Der Oberſtlandmarſchall
ertheilte dem Abg. Wolf den Ordnungsruf. Die
Jungtſch[e]chen und die Großgrundbeſitzer applau-
dirten. Der Lärm dauerte fort. Schließlich wurden
Kramař und Strache zu Generalrednera
gewählt. Abg. Kramař erhält das Wort. (Abg.
Wolf: „Das iſt ein Aſſiſtent des Abrahamowicz!
Den laſſen wir nicht reden!“ Großer Lärm. Der
Oberſtlandmarſchall läutet. Die Abgeordneten
ſchreien durcheinander.) Die Tſchechen verlangen
den Ordnungsruf für Wolf und er wird ihm
unter lauter Zuſtimmung der Jungeſchechen und
Großgrundbeſitzer auch ertheilt. (Abg. Wolf zum
Oberſtlandmarſchall: „Regen Sie ſich nicht auf!
Der Kerl ſoll nicht reden!“) Indeſſen trat ſoweit
Ruhe ein, daß Kramař ſprechen konnte. Die
meiſten deutſchen Abgeordneten verließen den Saal.

Kramař bedauerte, daß der Statthalter
das Verbot des Farbentragens gerechtfertigt und
erklärt habe. Er bedurſte keiner Entſchuldigung,
da er nur ſeine Pflicht thue. Der Redner müſſe
der Meinung entgegentreten, als ob die Deutſchen
den Staat zuſammengehalten hätten, er ſagte, die
Länder der böhmiſchen Krone thäten mehr für
das Reich als die deutſchen Alpenländer. Der
Redner kam auf Mommſen zu ſpreche und ſagte,
es ſei gewiſſenlos, daß ein Mann von ſolcher
Bedeutung ſo geſprochen habe. Der Abgeordnete
proteſtirte dagegen, daß man dem Präſidium des
Abgeordnetenhauſes die Schuld an dem derzeitigen
Zuſtande beimeſſe, und behauptete, daß die ge-
mäßigten Parteien kein Wort gegen die Obſtruc-
tion fanden, vielmehr die ermatteten Hitzköpfe
ermunterten. Wenn eine Parlamentswache exiſtirt
hätte, hätte ſich der Redner nicht geſcheut, ſie zu
gebrauchen. Dann hätten die deutſchen Obſtruc-
tioniſten nicht das Spiel gewonnen. Die
Deutſchen waren es, welche das Reichsparla-
ment unterwühlten. Zur Entſcheidung der Natio-
nalitätenfrage ſei nicht der Reichsrath, ſondern
nur der Landtag competent. Die Deutſchen, welche
die Untheilbarkeit des Landes nicht anerkennen,
mögen gewärtig ſein, daß die Tſchechen dagegen
unter allen Umſtänden auftreten werden. Uebri-




[Spaltenumbruch]
ff

durch die prächtig-volksthümliche Figur des „Bon-
jour“ noch an erſten Theatern.

Berühmt war Holtei als Vorleſer, nament-
lich Shakeſpeareſcher Dramen und ſein Verdienſt
um die Ausbreitung der Kenntniß des großen
Britten iſt um ſo größer, als man damals nur
auf wenigen Bühnen Aufführungen erblicken
konnte, die ein Totalbild der dichteriſchen Größe
Shakeſpeares zu geben imſtande waren.

Wer Holtei lieſt, muß ihn lieb gewinnen,
wer ihn perſönlich gekannt hat, wird ihn nie
vergeſſen. Seine gutmüthig wohlwollenden Züge
leben im Gedächtniß aller Breslauer der älteren
Generation, zu der ich mich ja nun auch ſchon
zählen muß. Eine populärere Figer gab es nicht
in der ganzen Stadt; den kleinen Kindern
wurde von den Wärterinnen der „ole Holtei“
gewieſen, und der alte Mann im grauen Filz-
hut und blauem Ueberrock, mit dem ſchönen
ſpaniſchen Rohr, gehört auch zu meinen früheſten
Erinnerungen.

Die ehrwürdige Erſcheinung hatte freilich
für uns Kinder noch einen beſonderen geheimniß-
vollen Reiz. Die weißen Locken und der Silber-
bart waren ſtets von einem breiten ſchwarz-
ſeidenen Tuche eingerahmt, was uns viel zu
denken und zu bemitleiden gab. Die einen
meinten, der alte Herr habe beſtändig Zahn-
ſchmerzen, bei einer anderen Partei hatte der
unwiſſenſchaſtliche Glaube Platz gegriffen, dem
„olen Holtei“ ſei vor Alter der Unterkiefer aus
[d]em Scharnier gegangen und er müſſe ihn auf-
[b]inden, damit er nicht herunterfalle. Von der
[Spaltenumbruch] Haltloſigkeit dieſer Theorie wurden wir aller-
dings bald überzeugt, wenigſtens konnte der
Räthſelmann den Kinnbacken gehörig brauchen,
um uns mächtig anzudonnern, wenn er uns in
den Anlagen bei irgend einem Unfug überraſchte.

Erſt ſpäter, als ich zu Holtei ins Haus
kam, enthüllte ſich mir das Geheimniß. Holteis
linke Wange war durch eine große Geſchwulſt
entſtellt, wenn er ausging, verdeckte er dies durch
jenes für uns ſo intereſſante Seidentuch. Seine
näheren Freunde hatten aber doch noch die
Freude, den ſchönen Attinghauſenkopf von der
übrigens nicht gar zu ſchlimmen Verunſtaltung
frei zu erblicken. Die bedeutendſten Aerzte hatten
aus Furcht vor dem großen Blutverluſte keine
Operation gewagt — da half dem Achtziger
noch die Natur ſelber: die Geſchwulſt öffnete
ſich ohne nachtheilige Folgen und bewies ſomit
die ſeltene Lebenskraft des heiteren Greiſes.

Seinen Breslauern hatte er ſich ſo freilich
nicht mehr zeigen können, denn die letzten Lebens-
jahre, die er im Kloſter der barmhrrzigen Brüder
verbrachte, war er zumeiſt ans Zimmer gefeſſelt.
Hier mag übrigens nochmals einer trotz allen
Widerlegungen vielverbreiteten Meinung ent-
gegengetreten werden. Die Worte: greiſer Dichter,
Krankheit, Kloſter, und nun gar: barmherzige
Brüder, verbinden ſich ja ſo ſchön zu einem
poetiſchen Trauergemälde, doch fehlt demſelben
jeder reale Hintergrund. Holtei bewohnte als
Penſionär der trefflichen Krankenanſtalt ein hübſches
ſonniges Zimmer und zahlte dafür die gebüh-
rende Taxe, hat ſich wohl auch darüber hinaus
[Spaltenumbruch] dem Kloſter dankbar erzeigt. Sein Lebensabend
war durch die Gnade des Kaiſers, durch Pen-
ſionen der ſchleſiſchen Stände, der deutſchen
Schillerſtiftung und ſeiner bekannten Verlags-
handlung Trewendt ein gänzlich ſorgenfreier.

Er brauchte ſein Geld aber auch redlich, er
führte ein großes Haus wie weiland Sultan
Saladin: „Denn jeder Bettler war vor ſeinem
Hauſe.“ Seine Wohlthätigkeit war unerſchöpflich,
ſeine Gutmüthigkeit grenzenlos. Eines Tages
traf ich ihn in wahrer Aufregung. Er ging im
Zimmer auf und ab, ein Geſpräch wollte nicht
recht in Fluß kommen, bis er mit dem Grunde
ſeines Aergers losplatzte. „Wiſſen Se, mei Här-
zel,“ begann er mit dem „ſchläſchen“ Anfluge,
den er im vertraulichſten Geſpräche liebte,
„wiſſen Sie, was mir eben paſſirt iſt? Da
kommt wieder einer zu mir — na — und —
nu hab’ ich gerade heut’ ſchon zwei hier gehabt,
ich frage ihn denn nu, was er wäre? Meint
er „ein Kupferſtecher“. Nu war mir’s doch zu
bunt! Was? ſag’ ich, ein Kupferſtecher? Wie
komme ich denn zu einem Kupferſtecher? Wenn
Sie Schauſpieler, Sänger oder Gelegenheits-
dichter wären ... wenn aber nun gar noch alle
Kupferſtecher zu mir kommen .... Sieht mich
der Menſch ganz ruhig an und ſagt (’s war ein
Oeſterreicher): „Recht haben’s, Herr v. Holtei!
Ich thät’s eh’ verſaufen!“ Dreht ſich um und
weg war er! — Erſt ſteh’ ich ganz ſtarr, dann
lauf ich ihm nach, ſchrei die Treppe hinunter —
weg war er! .... Nu hab’ ich ſchon ſo vielen
Lumpen was gegeben und dieſem eenzigen ähr-


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[[2]/0002] Böhmiſcher Landtag. Prag, 22. Jänner. Statthalter Graf Coudenhove beant- wortet die Interpellation, betreffend das Verbot des Tragens von Vereinsabzeichen und erklärt, er halte vollkommen den bereits ausgeſprochenen Grundſatz aufrecht, daß das Farbentragen ein ſtatutariſches Recht der deutſchen Verbindungen iſt und daß die Ausübung dieſes Rechtes keinen Grund zur Aufregung der Bevölkerung, geſchweige zu Gewaltthätigkeiten bilden könne. Die Behörde ſchützte dieſes Princip mit einem großen Auf- gebote, wobei ſich zahlreiche Vorfälle abſpielten. Der Statthalter gibt eine amtliche Darſtellung dieſer Vorfälle aus dieſem Anlaſſe und hebt hervor, daß die Erregung ſich von Tag zu Tag ſteigerte und daß dieſelbe eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und die Sicherheit der Deutſchen in Prag überhaupt bildete. So mußten am 19. Jänner Vormittags nicht weniger als 100 Mann Sicherheitswache, ein halbes Bataillon Infanterie und eine Escadron Dragoner auf- geboten werden, um die am Graben promeniren- den Couleurſtudenten zu ſchützen. Am Abend desſelben Tages mußte das Aufgebot verdoppelt werden. In den letzten Tagen mußten deshalb die Garniſon und die Sicherheitswache Dienſt- bereitſchaft halten. Ich zögere nicht, ſagt der Statthalter, neuerdings zu erklären, daß ich in dieſer Erregung keinerlei Berechtigung erkennen kann, weil ich im Tragen von Vereinsabzeichen irgend eine Provocation oder Verletzung der anderen Nationalität nicht erblicke, allein die Erregung iſt einmal vorhanden und es mußten außerordentliche Maßnahmen getroffen werden, um Ausbrüchen vorzubeugen. Statthalter Graf Coudenhove erklärt: Ich habe vorerſt im gütlichen Wege verſucht, durch Verhandlungen entſprechende Modalitäten des Farbentragens der Studenten feſt- zuſtellen. Zu dieſem Zwecke conferirte ich mit den beiden Rectoren der deutſchen Hochſchulen, welche die Aufgabe übernahmen, die Studenten zu der Zuſage zu beſtimmen, daß ſie ſich die vorläufig gewünſchten Beſchränkungen auferlegen werden. Leider gelang es nicht die Zuſage in der feſtgeſetz- ten Friſt in verläßlicher Weiſe zu erhalten. Im Gegentheile für geſtern war ein neuerlicher Bum- mel der Farben tragenden Studenten in Ausſicht genommen, was eine wirkliche Gefahr bedeutet hätte. Dadurch, daß in den letzten Tagen zahl- reiche Perſonen mit ſlaviſchen Abzeichen auf der Straße erſchienen, wurde die Gefahr eines Zu- ſammenſtoßes vergrößert. Die Präventivpolizei mußte in ihr Recht treten. Ein Widerſpruch zwiſchen der getroffenen Verfügung und der Er- klärung über das Recht des Farbentragens iſt nicht vorhanden, bei aller Anerkennung der Rechte der Studenten. Höher als dieſe ſteht in der jetzi- gen kritiſchen Zeit die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung. Dafür müſſen alle Mittel auf- gewendet werden. Der Statthalter ſchließt; Bei der Würdigung des Geſagten iſt die Annahme einfach ausgeſchloſſen, daß die Abſicht beſteht die Rechte der deutſchen Studenten zu verkümmern. Die Maßregel iſt ganz allgemein und betrifft fla- viſche Vereine ebenſo gut wie deutſche und auch alle Privatperſonen. Sie iſt proviſoriſch veran- laßt durch das Zuſammentreten einiger für die Aufrechtechaltung der Ruhe beſonders ungünſti- ger Umſtände. Die verfügten Beſchränkungen ſol- len nicht lange dauern. Die Regierung legt zu großen Werth darauf, daß die altehrwürdige Uni- verſität in Prag blühe, als daß ſie dauernde Be- ſchränkungen der Freiheiten und Rechte der Stu- denten in Ausſicht nehmen könnte. Ich kann im Gegentheile hoffen, daß der Eintritt ruhigerer Zeiten bald die Möglichkeit bieten werde, die volle Freiheit zurückzugeben. Abg. Wolf ruft: Worte, Worte, nichts als Worte! Hierauf wird die Debatte über den Antrag Schleſinger auf Aufhebung der Sprachenverordnungen fort- geſetzt. Abg. Dr. Koldinsky ſagt: Der Landtag des Königreiches Böhmen ſteht im Zeichen des unerhörter Dictates der Deutſchen. Die Deutſchen treten fortgeſetzt als Ankläger auf, allein berechtigte Anklagen können nur die Tſchechen vorbringen, welche ſeit jeher von den Deutſchen, von der Regierung und vom Staate gedrückt werden. Wie die Deutſchen ſich in Böhmen benehmen, ſo benimmt ſich nicht einmal der Feind in Kriegs- zeiten. Die Geduld des tſchechiſchen Volkes ſei zu Ende. Es werde fürderhin nicht länger mehr dulden, daß die Tſchechen weniger Rechte haben ſollten wie die Deutſchen und daß der Tſcheche nicht jedes Fleckchen ſeines Königreiches als Heimat anſehen können ſollte. Auch gegen das Reich haben die Tſchechen alle Urſache zu klagen, denn es habe ſich mit dem Königreiche Böhmen, das ſeine Rechte nicht aufgegeben habe, noch immer nicht ausgeglichen. Die Deutſchen legen ein Benehmen an den Tag, als wenn Böhmen eine preußiſche Provinz wäre. Zu einem Aus- gleiche wären die Deutſchen vielleicht bereit, aber unter folgenden Vorausſetzungen: Gebt uns, was ihr noch habt und wenn ihr Tſchechen ganz nackt ſein werdet, dann gleichen wir uns aus. Die Deutſchen wollen den Landtag zertrümmern, um ſagen zu können: Siehe Regierung, ohne uns gibt es kein Parlamentieren, weder in Wien, noch in Prag. Die Verfolgung der tſchechiſchen Minoritäten in den anderen Städten ſtellen die Prager Exceſſe tief in den Schatten. (Beifall bei den Tſchechen.) Abg. P. Opitz erklärt, daß die chriſtliche deutſche Partei in der Sprachenfrage mit den übrigen deutſchen Parteien ſich ſolidariſch fühlt. Wenn die Sprachenverordnungen durchgeführt werden, dann gäbe es in ganz Deutſchböhmen binnen zehn Jahren keinen Deutſchen mehr. Das ſei nicht der Weg zum Frieden in dieſem Lande, das ſei der Weg zum perſönlichen Kampfe bis auf’s äußerſte. (Bravo! links.) Im Landtage laſſe ſich der Friede nicht herſtellen. Die Sprachen- verordnungen verletzen auch das natürliche Recht der Deutſchen, und müſſen deshalb aufgehoben worden. Nach dem Abg. Opitz ſprach Abg. Metal; er beantragte Schluß der Debatte. Auf den Bänken der Deutſchen entſtand darüber großer Lärm. Abg. Wolf: „Unverſchämtheit! Das iſt eine Vergewaltigung! Das laſſen wir uns nicht gefallen! Es iſt beſſer, wenn wir fortgehen!“ Der Oberſtlandmarſchall ertheilte dem Abg. Wolf den Ordnungsruf. Die Jungtſchechen und die Großgrundbeſitzer applau- dirten. Der Lärm dauerte fort. Schließlich wurden Kramař und Strache zu Generalrednera gewählt. Abg. Kramař erhält das Wort. (Abg. Wolf: „Das iſt ein Aſſiſtent des Abrahamowicz! Den laſſen wir nicht reden!“ Großer Lärm. Der Oberſtlandmarſchall läutet. Die Abgeordneten ſchreien durcheinander.) Die Tſchechen verlangen den Ordnungsruf für Wolf und er wird ihm unter lauter Zuſtimmung der Jungeſchechen und Großgrundbeſitzer auch ertheilt. (Abg. Wolf zum Oberſtlandmarſchall: „Regen Sie ſich nicht auf! Der Kerl ſoll nicht reden!“) Indeſſen trat ſoweit Ruhe ein, daß Kramař ſprechen konnte. Die meiſten deutſchen Abgeordneten verließen den Saal. Kramař bedauerte, daß der Statthalter das Verbot des Farbentragens gerechtfertigt und erklärt habe. Er bedurſte keiner Entſchuldigung, da er nur ſeine Pflicht thue. Der Redner müſſe der Meinung entgegentreten, als ob die Deutſchen den Staat zuſammengehalten hätten, er ſagte, die Länder der böhmiſchen Krone thäten mehr für das Reich als die deutſchen Alpenländer. Der Redner kam auf Mommſen zu ſpreche und ſagte, es ſei gewiſſenlos, daß ein Mann von ſolcher Bedeutung ſo geſprochen habe. Der Abgeordnete proteſtirte dagegen, daß man dem Präſidium des Abgeordnetenhauſes die Schuld an dem derzeitigen Zuſtande beimeſſe, und behauptete, daß die ge- mäßigten Parteien kein Wort gegen die Obſtruc- tion fanden, vielmehr die ermatteten Hitzköpfe ermunterten. Wenn eine Parlamentswache exiſtirt hätte, hätte ſich der Redner nicht geſcheut, ſie zu gebrauchen. Dann hätten die deutſchen Obſtruc- tioniſten nicht das Spiel gewonnen. Die Deutſchen waren es, welche das Reichsparla- ment unterwühlten. Zur Entſcheidung der Natio- nalitätenfrage ſei nicht der Reichsrath, ſondern nur der Landtag competent. Die Deutſchen, welche die Untheilbarkeit des Landes nicht anerkennen, mögen gewärtig ſein, daß die Tſchechen dagegen unter allen Umſtänden auftreten werden. Uebri- ff durch die prächtig-volksthümliche Figur des „Bon- jour“ noch an erſten Theatern. Berühmt war Holtei als Vorleſer, nament- lich Shakeſpeareſcher Dramen und ſein Verdienſt um die Ausbreitung der Kenntniß des großen Britten iſt um ſo größer, als man damals nur auf wenigen Bühnen Aufführungen erblicken konnte, die ein Totalbild der dichteriſchen Größe Shakeſpeares zu geben imſtande waren. Wer Holtei lieſt, muß ihn lieb gewinnen, wer ihn perſönlich gekannt hat, wird ihn nie vergeſſen. Seine gutmüthig wohlwollenden Züge leben im Gedächtniß aller Breslauer der älteren Generation, zu der ich mich ja nun auch ſchon zählen muß. Eine populärere Figer gab es nicht in der ganzen Stadt; den kleinen Kindern wurde von den Wärterinnen der „ole Holtei“ gewieſen, und der alte Mann im grauen Filz- hut und blauem Ueberrock, mit dem ſchönen ſpaniſchen Rohr, gehört auch zu meinen früheſten Erinnerungen. Die ehrwürdige Erſcheinung hatte freilich für uns Kinder noch einen beſonderen geheimniß- vollen Reiz. Die weißen Locken und der Silber- bart waren ſtets von einem breiten ſchwarz- ſeidenen Tuche eingerahmt, was uns viel zu denken und zu bemitleiden gab. Die einen meinten, der alte Herr habe beſtändig Zahn- ſchmerzen, bei einer anderen Partei hatte der unwiſſenſchaſtliche Glaube Platz gegriffen, dem „olen Holtei“ ſei vor Alter der Unterkiefer aus dem Scharnier gegangen und er müſſe ihn auf- binden, damit er nicht herunterfalle. Von der Haltloſigkeit dieſer Theorie wurden wir aller- dings bald überzeugt, wenigſtens konnte der Räthſelmann den Kinnbacken gehörig brauchen, um uns mächtig anzudonnern, wenn er uns in den Anlagen bei irgend einem Unfug überraſchte. Erſt ſpäter, als ich zu Holtei ins Haus kam, enthüllte ſich mir das Geheimniß. Holteis linke Wange war durch eine große Geſchwulſt entſtellt, wenn er ausging, verdeckte er dies durch jenes für uns ſo intereſſante Seidentuch. Seine näheren Freunde hatten aber doch noch die Freude, den ſchönen Attinghauſenkopf von der übrigens nicht gar zu ſchlimmen Verunſtaltung frei zu erblicken. Die bedeutendſten Aerzte hatten aus Furcht vor dem großen Blutverluſte keine Operation gewagt — da half dem Achtziger noch die Natur ſelber: die Geſchwulſt öffnete ſich ohne nachtheilige Folgen und bewies ſomit die ſeltene Lebenskraft des heiteren Greiſes. Seinen Breslauern hatte er ſich ſo freilich nicht mehr zeigen können, denn die letzten Lebens- jahre, die er im Kloſter der barmhrrzigen Brüder verbrachte, war er zumeiſt ans Zimmer gefeſſelt. Hier mag übrigens nochmals einer trotz allen Widerlegungen vielverbreiteten Meinung ent- gegengetreten werden. Die Worte: greiſer Dichter, Krankheit, Kloſter, und nun gar: barmherzige Brüder, verbinden ſich ja ſo ſchön zu einem poetiſchen Trauergemälde, doch fehlt demſelben jeder reale Hintergrund. Holtei bewohnte als Penſionär der trefflichen Krankenanſtalt ein hübſches ſonniges Zimmer und zahlte dafür die gebüh- rende Taxe, hat ſich wohl auch darüber hinaus dem Kloſter dankbar erzeigt. Sein Lebensabend war durch die Gnade des Kaiſers, durch Pen- ſionen der ſchleſiſchen Stände, der deutſchen Schillerſtiftung und ſeiner bekannten Verlags- handlung Trewendt ein gänzlich ſorgenfreier. Er brauchte ſein Geld aber auch redlich, er führte ein großes Haus wie weiland Sultan Saladin: „Denn jeder Bettler war vor ſeinem Hauſe.“ Seine Wohlthätigkeit war unerſchöpflich, ſeine Gutmüthigkeit grenzenlos. Eines Tages traf ich ihn in wahrer Aufregung. Er ging im Zimmer auf und ab, ein Geſpräch wollte nicht recht in Fluß kommen, bis er mit dem Grunde ſeines Aergers losplatzte. „Wiſſen Se, mei Här- zel,“ begann er mit dem „ſchläſchen“ Anfluge, den er im vertraulichſten Geſpräche liebte, „wiſſen Sie, was mir eben paſſirt iſt? Da kommt wieder einer zu mir — na — und — nu hab’ ich gerade heut’ ſchon zwei hier gehabt, ich frage ihn denn nu, was er wäre? Meint er „ein Kupferſtecher“. Nu war mir’s doch zu bunt! Was? ſag’ ich, ein Kupferſtecher? Wie komme ich denn zu einem Kupferſtecher? Wenn Sie Schauſpieler, Sänger oder Gelegenheits- dichter wären ... wenn aber nun gar noch alle Kupferſtecher zu mir kommen .... Sieht mich der Menſch ganz ruhig an und ſagt (’s war ein Oeſterreicher): „Recht haben’s, Herr v. Holtei! Ich thät’s eh’ verſaufen!“ Dreht ſich um und weg war er! — Erſt ſteh’ ich ganz ſtarr, dann lauf ich ihm nach, ſchrei die Treppe hinunter — weg war er! .... Nu hab’ ich ſchon ſo vielen Lumpen was gegeben und dieſem eenzigen ähr-

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Zitationshilfe: Mährisches Tagblatt. Nr. 18, Olmütz, 24.01.1898, S. [2]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_maehrisches18_1898/2>, abgerufen am 04.02.2023.