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Gisander [i. e. Schnabel, Johann Gottfried]: Wunderliche Fata einiger See-Fahrer. Bd. 4. Nordhausen, 1743.

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ſondern machten aus unſern Canonen ein conti-
nuir
liches Feuer, (denn die Moͤrſer wolten ihre
Dienſte nicht mehr thun, weilen der Feind ſchon
zu nahe war, dem wir mit Fehl-Schuͤſſen nicht
gern ein Gelaͤchter verurſachen wolten) biß ſie ſo
nahe kamen, daß wir einander mit Flinten-Ku-
geln erreichen konten. Der Feind ſchoß mit ge-
zogenen Roͤhren hefftig auf uns loß, wir aber ſchick-
ten ihm die Kugeln aus unſern Maſtricher-Mus-
quetier-
Flinten dergeſtallt haͤuffig zu, daß er ſich
daruͤber verwunderte, allein es war eben nicht zu
verwundern, denn ich hatte lauter luſtige Leute,
die ſich unter einander ſelbſt exercirten, und mit
ihren Flinten, wegen der geſchwinden Ladung,
eher 3. Schuß thun konten, als die Barbaren nur
einen.

Jch gieng vom Oberdeck herunter in meine
Cajüte, und ließ mir durch meine Bedienten 2.
Buch angefeuchtetes weiſſes Papier auf die Bruſt
binden, und eben ſo viel auf den Bauch, gieng
hierauf wieder hinauf aufs Oberdeck, und com-
mandi
rte: daß 1500. gefuͤllete Granaden aufs O-
berdeck, jedoch an einen ſichern Ort gebracht wer-
den ſolten, indem wir deren vielleicht beduͤrfftig
ſeyn moͤchten, denn ich muß ihnen ſagen: daß ich
nebſt den 6. mittelmaͤßigen Feuer-Moͤrſern 12000.
Stuͤck Hand-Granaden hatte gieſſen laſſen, welche
ich unten im Schiffe mit dem Balloſt vermengte,
und nicht mehr als etliche 100. fuͤllen ließ. Meine
Lieutenants, die nicht allein das Artollerie-We-
ſen unten im Schiffe wohl beſorgt, hatten nebſt
andern wohlgemachten Anſtallten auch diejenigen,

welche

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Zitationshilfe: Gisander [i. e. Schnabel, Johann Gottfried]: Wunderliche Fata einiger See-Fahrer. Bd. 4. Nordhausen, 1743, S. 58. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schnabel_fata04_1743/68>, abgerufen am 24.02.2025.